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Wie verändern digitale Technologien Gesellschaft und (internationale) Politik und wie ist Widerstand möglich?
Jahrestagung des Sonderforschungsbereichs „Medien der Kooperation“ untersucht digitale Macht und neue Formen demokratischen Handelns
KI, Kriege und Rechtsruck stellen aktuell drängende Fragen. Sie alle sind mit digitalen Medientechnologien verbunden. Die Jahrestagung verbindet sozialen Medien, Robotik und KI mit Geopolitik, Künstlicher Intelligenz und der Macht sozialer Medien.
→ Interview mit Sprecherin Carolin Gerlitz
Über die Jahrestagung
Der Sonderforschungsbereich (SFB) 1187 „Medien der Kooperation“ erforscht die Rolle von Medien und digitalen Technologien für gesellschaftliche Zusammenarbeit. Die diesjährige Jahrestagung des Sonderforschungsbereichs trägt den Titel „Politics of Cooperative Sensing. Techfascism, War, Geopolitics, and Resistance“ und bringt Wissenschaftler*innen, Filmschaffende, Journalist*innen und Aktivist*innen zusammen, um den Blick auf die politischen Bedingungen digitaler Kooperation zu richten.
Soziale Netzwerke und künstliche Intelligenz (KI) prägen, wie politische Ereignisse vermittelt und öffentliche Debatten geführt werden. Digitale Plattformen werden dabei zur Verbreitung von Desinformation und für politische Einflussnahme genutzt. Ihre technischen Strukturen eigen sich besonders dafür, (algorithmische) Diskriminierung sowie rechte, rassistische oder antifeministische Desinformationskampagnen gezielt zu verbreiten und zu stärken. Die Tagung untersucht diese Entwicklungen ebenso wie die Möglichkeiten, ihnen durch Protest und politischem Engagement zu begegnen.
Digitale Medien sind längst mehr als Werkzeuge der Kommunikation. Sie beeinflussen, welche Informationen sichtbar werden und wer öffentliche Debatten prägen kann. Gleichzeitig beruhen sie auf technischen Infrastrukturen, die Ressourcen benötigen und mit Fragen nach Klimafolgen und Überwachung verbunden sind. Die Vortragenden fragen deshalb nicht nur nach neuen Formen digitaler Macht, sondern auch danach, wie Menschen Technologien kritisch nutzen können.
In sieben Vorträgen, drei Workshops, zwei Filmvorführungen und einer Lecture Performance erörtern die Beitragenden aus Siegen, Köln, Bochum, Dortmund, Duisburg, Essen, Weimar, Hamburg, Mariupol, Kyiv, Teheran, Dublin und Berlin verschiedene Aspekte dieser Thematiken. Die internationale Tagung verbindet Perspektiven aus Medienwissenschaft, Theaterwissenschaft, Kulturwissenschaft, Erziehungswissenschaft und Soziologie mit Positionen aus Dokumentarfilm und Investigativem Journalismus. Die politischen und gesellschaftlichen Folgen digitaler Technologien werden so aus unterschiedlichen Fachdisziplinen diskutiert.
Besondere Höhepunkte des Programms sind die Lecture Performance „Fault Line: Survival as Unrest“ von Azadeh Ganjeh sowie zwei Panels zu aktuellen politischen und gesellschaftlichen Fragen, etwa dem Zusammenspiel von Technologiekonzernen und faschistischen Bewegungen sowie der Frage, wie geopolitische Konflikte mithilfe verschiedener Medientechnologien dargestellt und verhandelt werden. Das erste Panel „Technocooperations“ untersucht, wie digitale Plattformen, Infrastrukturen und KI Arbeitsbedingungen, politische Debatten und gesellschaftliche Beziehungen verändern. Das zweite Panel „Sensory Conflicts and Mediated Wars“ fokussiert Themen wie Überwachung und digitale Infrastrukturen im Kontext des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine.
Zwei Filmvorführungen ergänzen das Programm um persönliche und dokumentarische Perspektiven auf Krieg, Gewalt und Widerstand. „War Songs“ erzählt als dokumentarisches Musical anhand von Liedern und Melodien die Geschichte von Krieg und Pazifismus in Mariupol. „Teen Angst“ begleitet neun junge Ukrainerinnen, die mit ihren Smartphones ihren Alltag während des russischen Angriffskriegs dokumentieren. In persönlichen Geschichten von Angst, Trennung, Hoffnung und Widerstandskraft gibt der Film Einblicke in das Erwachsenwerden unter den Bedingungen des Krieges.
Ein besonderer Anlass ist außerdem die Abschiedsvorlesung von Prof. Dr. Erhard Schüttpelz, die mit einer Laudatio von Prof. Dr. Rembert Hüser verbunden ist.
Die Teilnahme an der Tagung ist kostenlos. Wir bitten um Anmeldung unter: https://www.mediacoop.uni-siegen.de/en/annual-conference-2026/#Registration
Termin: 11.–13. November 2026
Ort: Universität Siegen
Veranstalter: Sonderforschungsbereich 1187 „Medien der Kooperation“
Programm: https://www.mediacoop.uni-siegen.de/en/annual-conference-2026/
Der SFB lädt herzlich zur mündlichen Prüfung im Promotionsverfahren von Yarden Skop ein. Die Disputation findet am Donnerstag, 10 Dezember 2026, zwischen 13:00 und 15:00 Uhr statt.
Im Rahmen der Disputation werden die Ergebnisse der Dissertation von Yarden Skop vor der Prüfungskommission präsentiert und wissenschaftlich verteidigt. Der Titel ihrer Dissertation lautet: “Making Online Speech Governable: Problematizations, Platforms, and Publics in Algorithmic Moderation Infrastructures”.
How is problematic speech online turned into something a machine can detect? Drawing on multi-sited ethnographic fieldwork across content moderation teams on news websites, fact-checking organizations and EU-funded AI consortia, Yarden Skop examines how counter-hate speech and counter-disinformation initiatives problematize speech in distinct ways in order to operationalize these definitions through ML technology. The media studies project follows four cases: Google’s Perspective API, Meta’s Third-Party Fact-Checking program, Full Fact and its Alpha tool, and the EU Horizon-funded VeraAI project. It draws on interviews, event ethnography and on participant observation of participatory design workshops.
At its core are the research questions:
Who and what constitutes speech problems online, such as disinformation and hate speech – where did they come from, what are their specific constructions in the domains in which they are problematized?
Second, What forms of governing practices and social regulation are enabled when defining the problems as such?
Third, How are these governing practices executed in the building of software and machine learning tools for mediating said problems?
The central thesis of the dissertation is that definitions of problematic speech are not settled before technologies are built but are enacted, narrowed and stabilized in the tools, data practices and funding arrangements that claim to only apply them. These decisions are not neutral, and taken together, these projects can be seen as “moral infrastructures” built to define, identify and enforce the boundaries of acceptable speech.
Das Dissertationsprojekt ist Teil des Integrierten Graduiertenkollegs des SFB und Skop ist Mitglied des Projekts A07: „The Industry of Personal Data“.
Die Prüfung wird auf Englisch durchgeführt und steht unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Carolin Gerlitz (Erstgutachterin), Assoc. Prof. Dr. Bernhard Rieder (Zweitgutachter), Prof. Dr. Marcus Burkhardt (Mitglied der Prüfungskommission) und Prof. Dr. Dagmar Hoffmann (Mitglied der Prüfungskommission).
Der SFB lädt herzlich zur mündlichen Prüfung im Promotionsverfahren von Hoa Mai Trần ein. Die Disputation findet am Dienstag, den 20.10.2026, von 10:00 bis 12:00 Uhr im Raum AR-E 4112 (OASE Lernwerkstatt) in der Adolf-Reichwein-Str. 2, 57068 Siegen statt.
Im Rahmen der Disputation werden die Ergebnisse der Dissertation von Hoa Mai Trần vor der Prüfungskommission präsentiert und wissenschaftlich verteidigt. Der Titel ihrer Dissertation lautet: „Das virtuelle Selbst im Zwischenraum: Eine ethnografische Kindheitsforschung zu Existenzweisen von Kindern im digitalen Spiel“.
Wo beginnt „das Kind“ im digitalen Spiel und wo hört es auf? In ihrer dreijährigen ethnografischen Feldforschung mit drei Familien aus Deutschland untersucht Hoa Mai Trần die Erlebnisse von Kindern während des digitalen Spiels. Die erziehungswissenschaftliche Studie fragt wie sich im Spiel die Grenzen zwischen „Ich“ und „Nicht-Ich“ verschieben.
Im Zentrum steht die Forschungsfrage: Wie wird hybrides Da-Sein von Kindern beim digitalen Spielen hervorgebracht? Die These der Arbeit lautet, dass Kinder über ihre fleischlich-physischen Körpergrenzen hinaus da-sein bzw. existieren können. Zwischen Fühlen, Werden und Sterben entfaltet sich im Spiel ein Zwischenraum, in dem sich hybride, lebendige Existenzweisen von Kindern zeigen. Das Spiel von Kindern wird zu einer bedeutsamen, spürbaren und dynamischen (Zwischen)Realität. Die durch Kind und Spiel wechselseitig erzeugten Entgrenzungsphänomene ermöglichen, je nach Spielsituation, temporäre bzw. aktualisierbare Selbst- und Weltentfaltungsweisen und tragen zur Genese des virtuellen Selbst bei. Das virtuelle Selbst ist kein digitales Abbild des Kindes im Spiel, sondern die im Spiel hervorgebrachte, digital materialisierbare und mehr oder weniger personalisierbare Vorstellung, etwas bzw. jemand zu sein oder werden zu können. Digitale Spiele sind bewohnbare Orte von Kindheit, die individuelle, soziale, bildungspolitische und ökonomische Tragweite für Kinder und Gesellschaft haben.
Das Dissertationsprojekt ist im Teilprojekt B05: (Frühe) Kindheit und Smartphone angesiedelt. Die Prüfung wird auf deutsch gehalten und von Prof. Dr. Jutta Wiesemann (Erstgutachterin), Prof. Dr. Jochen Lange (Zweitgutachter) und Prof. Dr. Chantal Munsch (Prüfungskommissionsmitglied) abgenommen.
Der SFB lädt herzlich zur Abschiedsvorlesung von Prof. em. Erhard Schüttpelz, der sich im Oktober 2025 in den Ruhestand verabschiedet hat. Er war Begründer und einer der prägenden Wissenschaftler des SFB. In seiner Abschiedsvorlesung präsentiert und diskutiert Erhard Schüttpelz seinen Filmessay „General Marseille“, den er zusammen mit Anja Dreschke und Carlo Peters produziert hat. Prof. Rembert Hüter hält anschließend die Laudatio. Anschließend lädt der SFB zum Umtrunk.
Veranstaltungsort
Universität Siegen
Campus Unteres Schloss
US-C 115
Über Erhard Schüttpelz
Erhard Schüttpelz, geboren 1961 in Haldern (jetzt Rees), studierte in Hannover, Exeter, Bonn, Köln und Oxford (St. Johns) und promovierte 1994 an der Universität Bonn. 1994/95 war er Feodor-Lynen-Stipendiat der Alexander-von-Humboldt-Stiftung an der Columbia University, New York. 1996 bis 1998 war er Postdoktorand am DFG-Graduiertenkolleg Theorie der Literatur und Kommunikation der Universität Konstanz; 1998 bis 2003 Wissenschaftlicher Mitarbeiter zur Vorbereitung und dann am Sonderforschungsbereich Medien und kulturelle Kommunikation der Universitäten Köln, Bonn und Aachen. Seine Habilitation erfolgte 2003 an der Universität Konstanz, dort war er von 2003 bis 2005 Wissenschaftlicher Koordinator der Forschungsstelle Kulturtheorie und Theorie des Politischen Imaginären aus den Mitteln des Leibniz-Preises für Albrecht Koschorke. 2005 war er Fellow am IFK (Wien). Seit 2005 ist er Professor für Medientheorie an der Universität Siegen. Hauptantragsteller des DFG-Graduiertenkollegs Locating Media und des Sonderforschungsbereichs Medien der Kooperation. 2012-2016 Gewähltes Mitglied des Fachkollegiums 103 der DFG, 2018-2022 Mitglied des Hochschulrats der Universität Siegen. Daneben hatte er Fellowships in Weimar, Konstanz, Berlin (FU), Münster und am Center for Advanced Studies – Erlangen.
Seine Interessen sind philologischer und kulturwissenschaftlicher Natur. Sie führten ihn zuerst von der strukturalistischen Literaturtheorie zur Sprachtheorie der rhetorischen Figuren, voller Sympathie für unmögliche Synthesen, die den Graben zwischen kontinentaler und analytischer Philosophie hätten zuschütten können, für Grenzgänger quer zu den Disziplinen, für Wissenschaftsgeschichte der Humanities nach Maßgabe der Science and Technology Studies, und für Figuren des Übergangs, Grenzobjekte, Trickster, Störungen, Bilder. Seine Heimat fand er in der zwischenzeitlich entstandenen deutschen Medienwissenschaft – von der er sagt, sie sei »ein Fach, das ich weder hätte studieren noch mir besser hätte ausdenken können, um meinem Interesse an Kooperationsmöglichkeiten nachzugehen«.
Zu seinen Filmen und Büchern zählen u.a. ein Film mit dem Arbeitstitel Gaabi Cirey! und der Stimme von Hanns Zischler (mit Anja Dreschke und Carlo Peters), der Film A Kind of World War (mit Anselm Franke, 2021), online unter: https://www.hkw.de/de/app/mediathek/video/84649 und die Bücher Eine Art Weltkrieg / A Kind of World War (mit Anselm Franke, Berlin, Haus der Kulturen der Welt, 2021), Die Moderne im Spiegel des Primitiven. Weltliteratur und Ethnologie 1870-1960 (München 2005), Deutland (Berlin 2023) sowie Medium, Medium: Elemente einer Anthropologie (Berlin 2025). Aus einer Konferenz am Warburg-Haus 2002 ging sein gemeinsam mit Cora Bender und Thomas Hensel herausgegebener Band »Schlangenritual«. Der Transfer der Wissensformen vom Tsu’ti’kive der Hopi bis zu Aby Warburgs Kreuzlinger Vortrag (Berlin 2007) hervor.
Mit der Ehrung verbunden ist ein Festvortrag von Erhard Schüttpelz im Lesesaal des Warburg-Hauses, der in der zweiten Jahreshälfte 2025 stattfinden wird. Der Termin wird mit der Einladung der Aby-Warburg-Stiftung zum Festvortrag bekanntgegeben.

Wie wird urbane Mobilität durch Leihfahrräder, E-Scooter und app-basierte Mobilitätsdienste verändert? Und wer gestaltet eigentlich die Bedingungen, unter denen geteilte Mikromobilität in der Stadt funktioniert?
Diesen Fragen widmet sich der Workshop „Geteilte Mikromobilität – wer (ver-)teilt was?“, der am 17. und 18. September 2026 in Köln stattfindet und vom Projekt A03 „Navigation in Online-/Offline-Räumen“ organisiert wird.
Das Programm des zweitägigen Workshops ist nun online einsehbar.
Im Mittelpunkt stehen dabei die Infrastrukturen, Technologien, Datenströme und Akteure, die geteilte Mikromobilität ermöglichen. Gemeinsam soll auch untersucht werden, wie unterschiedliche Menschen diese Mobilitätsangebote erleben und welche Perspektiven, Bedürfnisse und Interessen dabei sichtbar werden oder bislang unberücksichtigt bleiben.
Die während des Workshops entstehenden Beobachtungen und Diskussionen werden gemeinsam mit Künstlerinnen und Designern dokumentiert und sollen in einen öffentlich zugänglichen Bericht zu den „Seams“, also den Nahtstellen, Bruchstellen und Übergängen der geteilten Mobilität in Köln einfließen.
Das SFB lädt herzlich zur mündlichen Prüfung im Promotionsverfahren von Niklas Strüver ein.
Montag, 27. Juli 2026 um 11 Uhr, in Raum AH-A 217/18.
Im Rahmen der Disputation werden die Ergebnisse seiner Dissertation vor der Prüfungskommission präsentiert und wissenschaftlich verteidigt. Der Titel seiner Dissertation lautet: „Speaking on behalf of the periphery: Third-party relationships in Amazons’s Alexa ecosystem“ und untersucht die Entwicklungszusammenhänge des Sprachassistenten Alexa aus den Perspektiven der Infrastruktur- und Plattformtheorie. Anhand der vier vorgelegten Artikel wird herausgearbeitet, wie Alexa als Infrastruktur und Plattform für Drittanbieter in Wirtschaft und Wissenschaft fungiert und welche soziotechnischen Machtgefälle dabei entstehen. Diese Analyse erlaubt die Untersuchung der sozialen Beziehungen, in die Amazon als Hersteller mit den Komplementäranbietern am Rande der Plattform eingeht. Durch verschiedene empirische Zugänge kann trotz üblicher Geheimhaltung durch Großkonzerne ein Blick auf die Entwicklung von Technologien geworfen werfen, die im Alltag vieler Menschen präsent sind.
Die Prüfung wird auf deutsch gehalten und von den beiden Gutachtern Dagmar Hoffmann & Armin Beverungen betreut.
Niklas Strüver (M.A.) ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt B06 („Un/erbetene Beobachtung in Interaktion“) und Doktorand am SFB 1187 „Medien der Kooperation“. Er studierte Soziologie mit einem Schwerpunkt auf Techniksoziologie an der RWTH Aachen und schloss dort den Master of Arts ab. Seine Forschungsschwerpunkte liegen u.a. in den Bereichen Techniksoziologie, Science and Technology Studies sowie Platform Studies.
The 2026 annual conference of the Collaborative Research Center 1187 “Media of Cooperation” explores the politics of cooperative sensing and sense-making in a time marked by geopolitical and climate catastrophes, anti-democratic backlashes and the rise of authoritarian regimes—all of which are phenomena closely intertwined with increasing datafication, generative AI developments, and the growing power of Big Tech.
→ Check out the program and register now
Around the world, we find ourselves confronted with these complex entanglements, whose environmental, political and societal costs are distributed unevenly. While digital technologies enable new forms of cooperation, their energy consumption also contributes to environmental disasters. At the same time, it is precisely these digital technologies and infrastructures that are increasingly becoming sites of violence, from algorithmic discrimination to gendered and racialized forms of harassment and disinformation.
Against this backdrop, the annual conference examines how cooperation is being reshaped in today’s sociotechnical environments. It explores how various alliances—between states and Big Tech companies on the one hand, and between researchers, activists, artists, and communities on the other—negotiate the possibilities and limits of public action and perception. How do media and data practices contribute to new forms of control and how are they challenged via digital protests or anti-tech initiatives? And how can cooperative practices and protests also enable resistance and democratic engagement?
Bringing together scholars, activists, artists, filmmakers and journalists, the conference invites participants to inquire into the politics of media, data, and sensory practices, and to explore the role of cooperative forms of sensing and sense-making.
The conference is organized around three key thematic areas:
Area 1: Digital Power and Techfascism
In this section, we examine emerging alliances between governments, technology corporations, and far-right digital cultures. It focuses on current formations of violence and power: the cooperation between governments and Big Tech on the one hand, and the rise of the global far-right enabled by deregulated social networks on the other. Topics include digital violence, disinformation campaigns, the affective politics of online communities, techfascisms, and debates around digital sovereignty.
Area 2: Sensory Conflicts and Mediated Wars
This area explores how contemporary conflicts, from wars to geopolitical tensions, are experienced, mediated, and interpreted through digital technologies. It addresses major geopolitical and media-technological shifts, including the digitally mediated forms of witnessing wars and conflicts, as well as the fundamental expropriations of land, water, and resources underpinning digital media, which become visible through practices of extractivism, and the sensory confusion produced by disinformation and generative AI.
Area 3: Resistance, Cooperation and Democratic Practices
Alongside critical diagnoses discussed in the other two areas, this part of the program highlights practices of resistance and democratic engagement from activist research and digital anti-facist initiatives. The third section therefore explores interventions in the radicalization and fascistization of societies, how scholars and universities can act together with civil society to counter anti-democratic processes in which Big Tech and other corporations are actively implicated.
As part of the annual conference, Prof. Dr. Erhard Schüttpelz will deliver his farewell lecture, which will include a laudatory address by Prof. Dr. Rembert Hüser. The farewell ceremony will be held in German.
Venue
University of Siegen
Campus Unteres Schloss
US-S 001 / 002
Obergraben 25
57072 Siegen
We are delighted to announce the programme for the forthcoming Autumn School, Synthetic Social Media: Studying Platform-Embedded AI, taking place at the University of Siegen, 22–25 September.
The programme is organised around three themes: AI Slop / Slopification (Day 1), Chatbot / Appification (Day 2), and Persona / Affective Infrastructure (Day 3), featuring presentations by Stijn Peeters, Marloes Geboers, Salvatore Romano, Carine Roos, Giorgia Arbuti, Natalia Stanusch, Tanja Sihvonen, Jimmy Mäkelä, Natalia Sánchez-Querubín, Nuppu Pelevina, Lilli Sihvonen, Elena Pilipets, and Marcus Bösch.
The three themes are brought into conversation through keynotes by Gabriele De Seta, Esther Weltevrede, Sara Messelaar Hammerschmidt, and Carolin Gerlitz, followed by collaborative method-mapping workshops in breakout groups supported by data designers Ángeles Briones and Riccardo Ventura.
Reflecting on synthetic/human-machine co-created data, participants will brainstorm ways to combine different methodological pathways, analytical techniques, and research tools to study platform-embedded AI through qualitative inquiry and critical technical practice. The workshops integrate hands-on data exploration and visual mapping on Miro boards, using methodological prototyping as a mode of inquiry. Each workshop is tailored to the day’s theme, exploring questions of field access/data collection, research tool inscriptions, sense-making/sensing, methodological frictions, and the ethical challenges posed by synthetic data and AI-mediated environments. The specific affordances of the media phenomena at hand are central. Our main interest is to explore how these affordances inform the method(s).
The Autumn School concludes (on Day 4) with a collective reflection on the outcomes of the method mapping workshops, bringing together the insights and questions that emerged over the course of the programme.
Venue
Universität Siegen | Campus Herrengarten
AH-A 217/18 | Herrengarten 3 | 57072 Siegen
Über Fahrradmedien
Mobilität ist ein kooperativer Prozess, der durch vielfältige mediale, soziale und infrastrukturelle Praktiken hervorgebracht wird. Auch das Fahrradfahren wird durch ein Zusammenspiel vielfältiger Technologien, Infrastrukturen, Körper, Bilder und Öffentlichkeiten bedingt. Zugleich ist Fahrradmobilität nicht neutral oder für alle gleichermaßen zugänglich: Sie ist geprägt von gesellschaftlichen Machtverhältnissen und unterschiedlichen Erfahrungswelten.
Vor diesem Hintergrund untersucht die Jahrestagung des Forschungsprojekts „Fahrradmedien – kooperative Praktiken der Mobilität“ (SFB 1187 „Medien der Kooperation“) das Fahrrad selbst als Medium von Öffentlichkeit und Teilhabe: als eine Mobilitätsform, die Menschen, Orte, Perspektiven und Wissen miteinander verbindet und dabei eine spezifische Aneignung von Raum ermöglicht. Ausgangspunkt der Tagung ist ein erweiterter Medienbegriff, der nicht nur audiovisuelle und digitale Formate umfasst, sondern auch (Sorge-)Praktiken wie Reparatur, Aktivismus oder kollektives Fahren als Formen der Vermittlung versteht.
Nation/Culture/Infrastructure: A Grey Room Intervention
Tuesday, April 21st, 10:00 (PT) / 13:00 (ET) / 19:00 (CET) on Zoom
The editors of Grey Room announce an hour-long webinar on infrastructure as a site of political sovereignty and media-technical force, featuring Rosalind C. Morris (Columbia), Erhard Schüttpelz (PI of P02, Siegen), Julia Velkova (Linköping), and Lisa Parks (Santa Barbara), moderated by Bernard Geoghegan (editor, Grey Room).
The conversation will reflect on twenty-first century infrastructural imperialisms, from the conflicts in Ukraine and Iran to China’s “Belt and Road Initiative,” in light of Marcel Mauss’s 1920s meditations on infrastructure and the nation (published in issue 102 of Grey Room with commentaries by Morris and Schüttpelz). The conversation will also broach emerging questions of methodology and political critique, with particular reference to Schüttpelz’s seminal essay “The Media-Anthropological Turn of Cultural Techniques” (translated in issue 102) and the infrastructural ethnography of Velkova and Parks, “Reimagining Media Historiographies and Satellite Technologies in Bulgaria” (published in issue 103).
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