WPT - Werkstatt Praxistheorie

Das übergreifende Ziel der Werkstatt Praxistheorie A ist eine Neuperspektivierung der Mediengeschichte und Medienanalyse, die Praxis allen anderen Größen vorlagert und deshalb vor allem Produktions- und Arbeitsprozesse in den Vordergrund rückt. Für die historiographische und ethnographische Arbeit sollen die ‚Medien der Kooperation‘ in drei praxis- und medientheoretischen Kategorien heuristisch erfasst werden: Medienpraktiken der Koordination, Medienpraktiken der Delegation und Medienpraktiken der Registrierung und Identifizierung. Anhand dieser Kategorien werden Medienpraktiken in Öffentlichkeiten und Infrastrukturen untersucht.

 

Praxistheorie B wird sich der ‚Theoretischen Empirie‘ widmen und Forschungen versammeln, die es verstehen, Fragen der Theorieentwicklung und eigenständige empirische Forschung präzise aufeinander abzustimmen. Zu diesem Zweck lassen sich drei ‚Mittelpunkte‘ benennen, welche sich seit dem ‚Practice turn‘ herauskristallisiert haben: (1) Medienpraktiken des Entstörens und Reparierens (2) Medienpraktiken des Experimentierens und (3) Medienpraktiken des Aktualisierens.

 

Ausgewählte Publikationen

Im Erscheinen

The publication studies four aspects of the practice turn in media studies: Media history from a praxeological perspective, the practice turn in religion and media studies, the connecting and dividing lines of media theories concerning gender and post_colonial agencies, and a historical and theoretical examination of the current relationship of media theory and practice theory.

Schüttpelz, Erhard, Nadine Taha, Jeremy Stolow, Monika Dommann und Ulrike Bergermann, Hrsg. 2020. Connect and Divide: The Practice Turn in Media Studies. Zürich: diaphanes.

 

Das Soziale ist immer schon medial und das Mediale immer schon sozial. Die „Materialität der Kooperation“ fragt nach materiellen Bedingungen und Medienpraktiken der Kooperation. Kooperation wird dabei als wechselseitiges Zusammenwirken verstanden, das mit oder ohne Konsens, mit oder ohne Kopräsenz der beteiligten Akteure von statten gehen kann.
 
Gießmann, Sebastian, Tobias Röhl, und Ronja Trischler, Hrsg. 2019. Materialität Der Kooperation. Medien Der Kooperation. Wiesbaden: Springer VS. 

 

2018

Welche delegativen Elemente enthält eine ganz normale Medieninteraktion im Jahr 2018? Wie lassen sich delegative Praktiken der wechselseitigen ko-operativen Übergaben und Stellvertretungen innerhalb eines Settings, in dem Medieninteraktionen aus Mikro-Delegationen ensteht, beschreiben? Mit dem folgenden Text möchte ich einem geeigneten praxis- und medientheoretischen Vokabular nachgehen, das diese Praktiken des Delegierens inmitten einer Vielzahl soziotechnischer Delegierter erfassbar machen soll.

Gießmann, Sebastian. 2018. Für eine Medienpraxistheorie der Delegation. Zeitschrift für Kulturwissenschaften, Nr. 2: 133–148.

 

Dieser medientheoretischer Text ist zugleich ein vorsichtig durchgeführtes Experiment und eine mögliche Heuristik, die bei der Erforschung digitaler Medienkulturen helfen soll. Die Ausführungen adressieren daher einerseits durch Praktiken hervorgebrachte Eigenschaften und andererseits analytisch bestimmbare sozio- und kulturtechnische Charakteristika von Medien, die sich aus den Gebrauchsformen heraus verallgemeinern lassen.

Gießmann, Sebastian. 2018. Elemente einer Praxistheorie der Medien. Zeitschrift für Medienwissenschaft 19: 95–109.

 

2017

Die Einleitung in das Schwerpunktheft der Navigationen fächert zunächst die unterschiedlichen theoretischen und methodischen Ansätze zu Medienpraktiken am Beispiel einer Skype-Konferenz der Herausgeber_innen auf. Anhand der Situation der Videokonferenz lässt sich nicht nur die Vielzahl an Perspektiven auf Medienpraktiken zeigen, sondern auch verdeutlichen, was wir unter Medienpraktiken fassen. Im Anschluss folgt eine Bestimmung von Medienpraktiken anhand grundlegender Merkmale.

Dang-Anh, Mark, Simone Pfeifer, Clemens Reisner und Lisa Villioth. 2017. Medienpraktiken – Situieren, Erforschen, Reflektieren. Eine Einleitung. Navigationen – Zeitschrift für Medien- und Kulturwissenschaften 17, Nr. 1: 7–36.

 

An der Schnittstelle von Science and Technology Studies und Medienwissenschaften werden Susan Leigh Stars (1954-2010) Arbeiten zu Grenzobjekten, Marginalität, Arbeit, Infrastrukturen und Praxisgemeinschaften interdisziplinär kommentiert und auf ihre medienwissenschaftliche Produktivität hin befragt. Die wegweisenden historischen und ethnografischen Texte der US-amerikanischen Soziologin liegen mit diesem Band erstmals gesammelt auf Deutsch und in Open Access vor.

Star, Susan Leigh. 2017. Grenzobjekte und Medienforschung. Hrsg. von Sebastian Gießmann und Nadine Taha. Bd. 10. Locating Media | Situierte Medien. Bielefeld: transcript.