A04 - Normale Betriebsausfälle. Struktur und Wandel von Infrastrukturen im öffentlichen Dienst Foto: A04 | SFB 1187
Ö - Öffentlichkeitsarbeit: Kooperativ Forschen und Gestalten Foto: Astrid Vogelpohl | SFB 1187
A01 - Geschichte digital-vernetzter Medien zwischen Spezialisierung und Universalisierung Foto: Rattanathip | stock.adobe.com | 771307475 | Generiert mit KI
B05 - (Frühe) Kindheit und Smartphone. Familiäre Interaktionsordnung, Lernprozesse und Kooperation Foto: Astrid Vogelpohl | SFB 1187
P02 - Medien der Praxeologie II: Anthropologie der Kooperation: Skill, Deixis, Wechselwirkung Foto: Pormezz | stock.adobe.com | 465317695
B04 - Digitale Öffentlichkeiten und gesellschaftliche Transformation im Maghreb Foto: Konstantin Aal | SFB 1187
B09 - Fahrradmedien: Kooperative Medien der Mobilität Foto: Christian Müller | stock.adobe.com | 521307689
MGK - Integriertes Graduiertenkolleg Foto: Katrin Staudt | SFB 1187
Sonderforschungsbereich 1187
Willkommen auf der Seite des Sonderforschungsbereichs (SFB) 1187 „Medien der Kooperation“ an der Universität Siegen.
Der SFB ist ein interdisziplinärer Forschungsverbund, bestehend aus 19 Teilprojekten und mehr als 60 Wissenschaftler*innen aus Medienwissenschaft, Ethnologie, Soziologie, Informatik, Linguistik, Ubiquitous Computing, Science and Technology Studies, Erziehungs-, Rechts- und Ingenieurswissenschaften.
Der SFB wird seit 2016 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert. Im Zentrum der Forschung steht die Entstehung, Gestaltung und Nutzung digitaler, datenintensiver Medien, die der SFB als kooperativ erarbeitete Kooperationsbedingungen versteht. In der ersten Förderphase (2016-2019) reagierte der SFB auf die Relevanz von sozialen Medien und Plattformen, in der zweiten Phase (2020-2023) standen datenintensive Medien und Datenpraktiken im Mittelpunkt. Die aktuelle dritte Phase (2024-2027) widmet sich dem Zusammenspiel von Sensormedien und Künstlicher Intelligenz.
Neues Working Paper zu „The Multiple Returns of Connectionism: Theory and History of Artificial Intelligence“ (No. 42) erschienen
Die Wiederkehr des Konnektionismus. Theorie und Geschichte künstlicher Intelligenz
von PD Dr. Sebastian Gießmann (Universität Siegen, SFB)
Wie verändern die historischen Wiederkehrbewegungen des Konnektionismus unser Verständnis von künstlicher Intelligenz, Medien und Kulturtechniken? In diesem Working Paper untersucht Sebastian Gießmann die theoretischen und historischen Grundlagen künstlicher Intelligenz aus der Perspektive der Medientheorie und Technikgeschichte. Das Paper analysiert, wie die Wechselbeziehungen zwischen symbolischer KI und induktiven konnektionistischen neuronalen Netzen unsere Medienumgebungen prägen, untersucht, inwieweit datenintensive und statistisch operationalisierte Netzwerke unsere anthropologischen sowie semiotischen Strukturen herausfordern, und entwirft eine Genealogie, um KI zwischen Natur und Kulturtechniken neu zu verorten.
Auf welche Zukunft in welchen neuen Umgebungen muss sich die Medien- und Kulturtechnikforschung angesichts der rezenten Konjunktur von Künstlicher Intelligenz ausrichten? Der Beitrag kommt hierzu auf eine grundsätzliche Frage von Marcel Mauss zur Konstitution von Techniken zwischen speziellen und allgemeinen Zwecken zurück.
Er bietet, erstens, eine kurze Lagebeschreibung zur gegenwärtigen Entwicklung des maschinellen Lernens und neuerer KI zwischen Spezialisierung und Universalisierung. Kern meiner Argumentation ist, zweitens, eine natur- und kulturtechnische Genealogie. Sie fragt nach der historischen Wiederkehr konnektionistischer Praktiken, Algorithmen, Denk- und Handlungsstile als Bedingung der aktuellen KI-Technologien. Wie konnten aus biologischen Neuronen artifizielle neuronale Netze werden, die als infrastrukturelle Grundierung Künstlicher Intelligenz fungieren? Auf dem Spiel stehen dabei, drittens, die Medien selbst. Sie werden aufgrund der Naturalisierung und Habitualisierung von konnektionistischer KI zu statistisch operationalisierten, datenintensiven Netzwerken.
The Working Paper Series of SFB 1187 “Media of Cooperation” brings together current contributions from the field of interdisciplinary and transdisciplinary media research. The SFB Working Paper Series offers the opportunity for pre-publication and rapid dissemination of research work currently being carried out at the SFB or related to it. The aim of the series is to make SFB research accessible to a broader research community. Publication in the Working Paper Series does not preclude the publication of revised versions of the same contribution in other journals. Contributions from postdocs and established researchers are welcome. The series is intended as a publication forum for the researchers represented in the SFB, their projects, and their ongoing research. Contributions are published in open access and in a limited print edition. If you would like to publish an article in the Working Paper Series, please submit your topic proposal in the form of an abstract (max. 300 words) together with a short CV (max. 50 words). For manuscript submission, please refer to our styleguide.
Funded by the German Research Foundation (DFG) – Project number 262513311 – SFB 1187. Editorial responsibility: Karina Kirsten, University of Siegen & SFB 1187 Media of Cooperation.
New publication: “Ambient Amplification: Memecry Across Platforms”
A Special-themed collection with the journal Platforms & Society
Out now! Special-themed collection “Ambient Amplification: Memecry Across Platforms,” with Platforms & Society, edited by Elena Pilipets and Marloes Geboers and including 10 individual articles
What comes into focus when we approach memes through the affective interplay of user practices and algorithmic systems? The editorial introduction to Volume One situates the collection’s ten methodological and conceptual reflections around a series of shifts that “foreground the background” of contemporary platform cultures: from viral events toward surrounding adaptations and remixes; from metrics to affinity-based algorithmic approximation; from memes as content to vibe-based riffing on affective orientations; and from visibility to ambiguity resistant to quantification.
Please find links to the individual articles below. Happy reading, and stay tuned for the forthcoming call for contributions to Volume Two!
Einladung zur mündlichen Prüfung im Promotionsverfahren von Hoa Mai Trần
Der SFB lädt herzlich zur mündlichen Prüfung im Promotionsverfahren von Hoa Mai Trần ein. Die Disputation findet am Dienstag, den 20.10.2026, von 10:00 bis 12:00 Uhr im Raum AR-E 4112 (OASE Lernwerkstatt) in der Adolf-Reichwein-Str. 2, 57068 Siegen statt.
Im Rahmen der Disputation werden die Ergebnisse der Dissertation von Hoa Mai Trần vor der Prüfungskommission präsentiert und wissenschaftlich verteidigt. Der Titel ihrer Dissertation lautet: „Das virtuelle Selbst im Zwischenraum: Eine ethnografische Kindheitsforschung zu Existenzweisen von Kindern im digitalen Spiel“.
Wo beginnt „das Kind“ im digitalen Spiel und wo hört es auf? In ihrer dreijährigen ethnografischen Feldforschung mit drei Familien aus Deutschland untersucht Hoa Mai Trần die Erlebnisse von Kindern während des digitalen Spiels. Die erziehungswissenschaftliche Studie fragt wie sich im Spiel die Grenzen zwischen „Ich“ und „Nicht-Ich“ verschieben.
Im Zentrum steht die Forschungsfrage: Wie wird hybrides Da-Sein von Kindern beim digitalen Spielen hervorgebracht? Die These der Arbeit lautet, dass Kinder über ihre fleischlich-physischen Körpergrenzen hinaus da-sein bzw. existieren können. Zwischen Fühlen, Werden und Sterben entfaltet sich im Spiel ein Zwischenraum, in dem sich hybride, lebendige Existenzweisen von Kindern zeigen. Das Spiel von Kindern wird zu einer bedeutsamen, spürbaren und dynamischen (Zwischen)Realität. Die durch Kind und Spiel wechselseitig erzeugten Entgrenzungsphänomene ermöglichen, je nach Spielsituation, temporäre bzw. aktualisierbare Selbst- und Weltentfaltungsweisen und tragen zur Genese des virtuellen Selbst bei. Das virtuelle Selbst ist kein digitales Abbild des Kindes im Spiel, sondern die im Spiel hervorgebrachte, digital materialisierbare und mehr oder weniger personalisierbare Vorstellung, etwas bzw. jemand zu sein oder werden zu können. Digitale Spiele sind bewohnbare Orte von Kindheit, die individuelle, soziale, bildungspolitische und ökonomische Tragweite für Kinder und Gesellschaft haben.
Das Dissertationsprojekt ist im Teilprojekt B05: (Frühe) Kindheit und Smartphone angesiedelt. Die Prüfung wird auf deutsch gehalten und von Prof. Dr. Jutta Wiesemann (Erstgutachterin), Prof. Dr. Jochen Lange (Zweitgutachter) und Prof. Dr. Chantal Munsch (Prüfungskommissionsmitglied) abgenommen.
Einladung zur Abschiedsvorlesung von Prof. em. Erhard Schüttpelz
Der SFB lädt herzlich zur Abschiedsvorlesung von Prof. em. Erhard Schüttpelz, der sich im Oktober 2025 in den Ruhestand verabschiedet hat. Er war Begründer und einer der prägenden Wissenschaftler des SFB. In seiner Abschiedsvorlesung präsentiert und diskutiert Erhard Schüttpelz seinen Filmessay „General Marseille“, den er zusammen mit Anja Dreschke und Carlo Peters produziert hat. Prof. Rembert Hüter hält anschließend die Laudatio. Anschließend lädt der SFB zum Umtrunk.
Veranstaltungsort
Universität Siegen
Campus Unteres Schloss
US-C 115
Über Erhard Schüttpelz
Erhard Schüttpelz, geboren 1961 in Haldern (jetzt Rees), studierte in Hannover, Exeter, Bonn, Köln und Oxford (St. Johns) und promovierte 1994 an der Universität Bonn. 1994/95 war er Feodor-Lynen-Stipendiat der Alexander-von-Humboldt-Stiftung an der Columbia University, New York. 1996 bis 1998 war er Postdoktorand am DFG-Graduiertenkolleg Theorie der Literatur und Kommunikation der Universität Konstanz; 1998 bis 2003 Wissenschaftlicher Mitarbeiter zur Vorbereitung und dann am Sonderforschungsbereich Medien und kulturelle Kommunikation der Universitäten Köln, Bonn und Aachen. Seine Habilitation erfolgte 2003 an der Universität Konstanz, dort war er von 2003 bis 2005 Wissenschaftlicher Koordinator der Forschungsstelle Kulturtheorie und Theorie des Politischen Imaginären aus den Mitteln des Leibniz-Preises für Albrecht Koschorke. 2005 war er Fellow am IFK (Wien). Seit 2005 ist er Professor für Medientheorie an der Universität Siegen. Hauptantragsteller des DFG-Graduiertenkollegs Locating Media und des Sonderforschungsbereichs Medien der Kooperation. 2012-2016 Gewähltes Mitglied des Fachkollegiums 103 der DFG, 2018-2022 Mitglied des Hochschulrats der Universität Siegen. Daneben hatte er Fellowships in Weimar, Konstanz, Berlin (FU), Münster und am Center for Advanced Studies – Erlangen.
Seine Interessen sind philologischer und kulturwissenschaftlicher Natur. Sie führten ihn zuerst von der strukturalistischen Literaturtheorie zur Sprachtheorie der rhetorischen Figuren, voller Sympathie für unmögliche Synthesen, die den Graben zwischen kontinentaler und analytischer Philosophie hätten zuschütten können, für Grenzgänger quer zu den Disziplinen, für Wissenschaftsgeschichte der Humanities nach Maßgabe der Science and Technology Studies, und für Figuren des Übergangs, Grenzobjekte, Trickster, Störungen, Bilder. Seine Heimat fand er in der zwischenzeitlich entstandenen deutschen Medienwissenschaft – von der er sagt, sie sei »ein Fach, das ich weder hätte studieren noch mir besser hätte ausdenken können, um meinem Interesse an Kooperationsmöglichkeiten nachzugehen«.
Zu seinen Filmen und Büchern zählen u.a. ein Film mit dem Arbeitstitel Gaabi Cirey! und der Stimme von Hanns Zischler (mit Anja Dreschke und Carlo Peters), der Film A Kind of World War (mit Anselm Franke, 2021), online unter: https://www.hkw.de/de/app/mediathek/video/84649 und die Bücher Eine Art Weltkrieg / A Kind of World War (mit Anselm Franke, Berlin, Haus der Kulturen der Welt, 2021), Die Moderne im Spiegel des Primitiven. Weltliteratur und Ethnologie 1870-1960 (München 2005), Deutland (Berlin 2023) sowie Medium, Medium: Elemente einer Anthropologie (Berlin 2025). Aus einer Konferenz am Warburg-Haus 2002 ging sein gemeinsam mit Cora Bender und Thomas Hensel herausgegebener Band »Schlangenritual«. Der Transfer der Wissensformen vom Tsu’ti’kive der Hopi bis zu Aby Warburgs Kreuzlinger Vortrag (Berlin 2007) hervor.
Mit der Ehrung verbunden ist ein Festvortrag von Erhard Schüttpelz im Lesesaal des Warburg-Hauses, der in der zweiten Jahreshälfte 2025 stattfinden wird. Der Termin wird mit der Einladung der Aby-Warburg-Stiftung zum Festvortrag bekanntgegeben.
Programm für den Workshop „Geteilte Mikromobilität – wer (ver-)teilt was?“ jetzt online
Wie wird urbane Mobilität durch Leihfahrräder, E-Scooter und app-basierte Mobilitätsdienste verändert? Und wer gestaltet eigentlich die Bedingungen, unter denen geteilte Mikromobilität in der Stadt funktioniert?
Diesen Fragen widmet sich der Workshop „Geteilte Mikromobilität – wer (ver-)teilt was?“, der am 17. und 18. September 2026 in Köln stattfindet und vom Projekt A03 „Navigation in Online-/Offline-Räumen“ organisiert wird.
Das Programm des zweitägigen Workshops ist nun online einsehbar.
Im Mittelpunkt stehen dabei die Infrastrukturen, Technologien, Datenströme und Akteure, die geteilte Mikromobilität ermöglichen. Gemeinsam soll auch untersucht werden, wie unterschiedliche Menschen diese Mobilitätsangebote erleben und welche Perspektiven, Bedürfnisse und Interessen dabei sichtbar werden oder bislang unberücksichtigt bleiben.
Die während des Workshops entstehenden Beobachtungen und Diskussionen werden gemeinsam mit Künstlerinnen und Designern dokumentiert und sollen in einen öffentlich zugänglichen Bericht zu den „Seams“, also den Nahtstellen, Bruchstellen und Übergängen der geteilten Mobilität in Köln einfließen.
Mediengeographie: Handbuch für Wissenschaft und Studium
von Tristan Thielmann (Universität Siegen, SFB) und Max Kanderske (SFB)
Das Forschungsfeld der Mediengeographie ist an der Schnittstelle von Medienwissenschaft und Humangeographie angesiedelt. Ziel des Handbuches ist es, die Entwicklung der Mediengeographie nachzuzeichnen und das aktuelle Forschungsfeld in seiner Breite abzubilden – angefangen bei der Buchgeographie über die Film- und Computerspielgeographie bis zur Internet-, Smartphone- und KI-Geographie.
Das Internet der Dinge, Big Data, Drone Media, Künstliche Intelligenz, Mobile GIS, Sensored Life: Geodaten erfassen immer mehr unser Alltagsleben und den Wissenschaftsdiskurs. Das im Nomos-Verlag erschienene Handbuch bietet einen umfassenden Überblick zu aktuellen Forschungsfragen, die sich entlang des Schnittfelds von Geographie und Medien entfalten. Es liefert einerseits gegenstandszentrierte Überblicksartikel, andererseits versammelt es programmatische Beiträge, die sich als wegweisend für das Forschungsfeld erwiesen haben. Mit Beiträgen von u.a. Bruno Latour, Tim Ingold, Karen Caplan, Sarah Pink, Mark Andrejevic, James Ash und Jessica McLean. Einen Überblick liefert die Einleitung, die unteracademia.edu abrufbar ist.
Universitätsangehörige haben in Kürze überinlibraZugriff auf die digitale Ausgabe des Handbuchs.
Über die Autoren
Tristan Thielmann ist Professor für Science, Technology and Media Studies an der Universität Siegen und stellvertretender Sprecher des SFB 1187 „Medien der Kooperation“. Darüber hinaus ist er Projektleiter der Projekte A03 – Navigation in Online/Offline-Räumen und P04 – Precision Farming: Ko-operative Praktiken des Virtual Fencing. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Mediengeographien, Medien- und Technikgeschichte, Navigation Studies sowie kulturelle Kartographien. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen zudem Ethno- und Technomethodologien sowie die Untersuchung von Medien und Technologien in räumlichen und gesellschaftlichen Zusammenhängen.
Max Kanderske ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt A03 „Navigation in Online/Offline Spaces“ des Siegener SFB „Medien der Kooperation“. Abseits des Navigationellen gilt sein Forschungsinteresse sensormedialen Environments und digitalen Spielräumen. Er ist Mitherausgeber des Game Studies Journals „Spiel|Formen“.
Der SFB hat seinen Hauptstandort an der Universität Siegen. Weitere Verbundstandorte sind an den Universitäten in Köln, Hagen, Bochum, Frankfurt/Oder, Bonn, Konstanz, Paderborn imitierenuhren und Luxemburg angesiedelt oder werden in Kooperation mit diesen geleitet. Zudem bestehen enge Zusammenarbeiten mit renommierten internationalen Wissenschaftler*innen und außeruniversitären Einrichtungen u.a. in Chicago, Warwick, Basel, Waltham und Lviv.