SFB 1187 ›Medien der Kooperation‹ an der Universität Siegen

B06 - Un-/Erbetene Beobachtung: Die Überwachungsgesellschaft und das soziale Feld der Medien

B06

 

Teilprojektleiter*innen:

Prof. Dr. Wolfgang Ludwig-Mayerhofer

Mitarbeiter*innen:

Kathrin Englert

Jacqueline Klesse

Dr. habil Oliver Schmidtke

David Waldecker

 

Die Gestaltung individueller Präsenz in Netz-Öffentlichkeiten findet im Spannungsfeld zwischen erwünschter Beachtung und unerwünschter Beobachtung statt. Einerseits eröffnet internet-basierte Kommunikation unüberschaubare Möglichkeiten der Beobachtung, Überwachung und Datensammlung durch eine große Bandbreite von Institutionen und AkteurInnen. Andererseits sind viele kooperative Medien darauf angelegt, dass die NutzerInnen sich gezielt beobachtbar machen und ihre Beobachtbarkeit nach Möglichkeit steigern. Die Nutzer insbesondere sozialer Medien arbeiten an einer Maximierung der Produktion und Ver-‚Öffentlichung‘ von Daten über sich selbst mit.

Dieses Spannungsverhältnis wird im Teilprojekt anhand der Unterscheidung ‚erbetene/ unerbetene Beobachtung‘ untersucht. Es werden Medienpraktiken Jugendlicher (Alter ca. 17- 19 Jahre) mit unterschiedlichem Bildungsabschluss und in unterschiedlichen Siedlungsräumen (großstädtisch vs. kleinstädtisch) mittels medienethnographischer Verfahren analysiert. Ergänzend wird in Gruppendiskussionen nach Vorstellungen des ‚richtigen‘ Medienverhaltens gesucht, um die verschiedenen Rechtfertigungsordnungen der Jugendlichen ausfindig zu machen. Im Teilprojekt sollen so verschiedene Kategorien der Unterscheidung und Entscheidung im Hinblick auf ‚erbetene/unerbetene Beobachtung‘ aus der NutzerInnen-perspektive herausgefiltert werden. Letztlich werden vor diesem Hintergrund die Überwachungs-gesellschaft sowie die vielfältigen Formen von Privatheit(en) und Öffentlichkeit(en) aus der Sicht der InternetnutzerInnen erkundet.