SFB 1187 ›Medien der Kooperation‹ an der Universität Siegen

A06 - Visuell integrierte klinische Kooperation

A06

 

Teilprojektleiter*innen:

Prof. Dr. Andreas Kolb

Dr. Cornelius Schubert

Mitarbeiter*innen:

Julia Kurz

Dmitri Presnov

Judith Willkomm

 

Das Projekt setzt an der zunehmenden Komplexität medizinischer Behandlungsverläufe im Krankenaus an. Moderne Behandlungsverläufe sind auf eine Vielzahl von unterschiedlichen Personen verteilt und stehen zugleich unter einem steigenden Kosten- und Zeitdruck. Das stellt immer höhere Anforderungen an eine effiziente Integration relevanter Patienteninformationen.

In diesem Projekt werden Modelle visuell integrierter Kooperationsformen für arbeitsteilig aus­differenzierte Behandlungsverläufe im Feld der Neurochirurgie konzipiert. Hierbei ist die Aus­gangshypothese, dass durch die visuelle Überlagerung von Information und Patient ein großes Potential für neue Gestaltungsformen für innovative Kooperationsmedien entsteht. Durch die visuelle Integration der Patientendaten werden die in Medizin und Pflege verbreiteten visuellen Fertigkeiten und Kompetenzen mit der Lösung administrativ-kooperativer Aufgaben verbunden.

Aus der Perspektive der Informatik stellt sich das Problem als technisch-methodische Gestal­tungsaufgabe dar. Es müssen neue Visualisierungs- und räumliche Interaktionsformen erforscht und in ein visuell interaktives System zur Visualisierung integriert werden. Aus der Perspektive der Soziologie stellt sich die Frage, wie komplexe Behandlungspfade soziotechnisch koordiniert und darüber hinaus visuell integriert werden. Durch die Verknüpfung von informatischen Top-down-Methoden und soziologischen Bottom-up-Ansätzen in einem hybriden Designmodell wer­den soziologische Theoriebildung und informatische Methodenentwicklung auf engste Weise miteinander verschränkt und ermöglichen so die gemeinsame Analyse und Gestaltung klinischer Kooperationsmedien.

 

A06.1

 

Publikationen

Aktuell

Der Beitrag unterläuft auf der einen Seite die Grenzen eines eng gefassten Reparaturbegriffs, um die konzeptionelle Tragweite von Reparaturpraktiken anhand der empirischen Beispiele auszuloten und mit verwandten Begriffen in Beziehung zu setzten. Auf der anderen Seite ermöglicht der Beitrag, die Eigenarten medizinischer Reparaturkulturen aufzuzeigen und sie mit anderen Reparaturkulturen zu vergleichen.
 

Schubert, Cornelius. 2018. Medizinische Reparaturkulturen. Zum Umgang mit (nicht) funktionierender Technik im laufenden Betrieb. In: Kulturen des Reparierens. Dinge – Wissen – Praktiken, hg. von Stefan Krebs, Gabriele Schabacher, und Heike Weber, 327-345. Bielefeld: transcript.

 

2018

 

2017

 

2016