SFB 1187 ›Medien der Kooperation‹ an der Universität Siegen

Chancengleichheit & Vereinbarkeit von Wissenschaft und Familie

Maßnahmen Karriereförderung und Chancengleichheit im SFB

Die Unterstützung der Karriereförderung von Frauen, die Herstellung von Chancengleichheit und die Vereinbarkeit von Wissenschaft und Familie sind ein besonderes Anliegen des SFB. Die speziellen Fördermöglichkeiten und Coachingangebote richten sich an Wissenschaftlerinnen und Eltern auf allen Qualifikationsebenen. Ergänzend zu dem bereits gut strukturierten Angebot des Gleichstellungsbüros der Universität Siegen konzipieren wir zu Beginn jedes Semesters ein individuelles Veranstaltungsangebot für unsere Mitarbeiter*innen.

Im Hinblick auf die Unterstützung von Familien arbeitet der SFB eng mit dem Familienservicebüro zusammen und greift auf vorhandene Kinderbetreuungsangebote der Universität Siegen zurück. Dadurch soll gewährleistet werden, dass die Wissenschaftler*innen in der Lage sind, ihrer Tätigkeit bestmöglich nachzukommen. Für Schwangere garantiert der SFB eine umfassende Unterstützung und auch im Falle pflegebedürftiger Angehöriger erfolgt eine Unterstützung in Form der Übernahme von spezifischen Aufgaben durch studierende Mitarbeitende im Rahmen der dafür geschaffenen Strukturen des SFB. Auskunft erteilt das Familienservicebüro der Universität Siegen.

Unsere Maßnahmen und Angebote im Überblick:

 

Karriereförderung für Wissenschaftlerinnen

Gastvorträge, Workshops, Einzel- und Kleingruppencoachings, Mentoring, Netzwerkbildung
•Zeit- und Selbstmanagement
•Führungstraining und Teammanagement
•Selbstpräsentation und Kommunikationskompetenz
•Publikationsstrategien
•Disputationstraining
•strategische Positionierung in der Wissenschaft
•Drittmittelaquise
 
Internationales frauenspezifisches Mentoring:
Erweiterung des Mentoring-Programms FraMeS der Universität Siegen mit dem Ziel der internationalen Vernetzung von Nachwuchswissenschaftlerinnen
 

Vereinbarkeit von Familie und Wissenschaft

Gastvorträge, Workshops, Einzel- und Kleingruppencoachings, Mentoring
 
•Kinderbetreuung: Flexi, Ferienbetreuung der Universität Siegen, Vermittlung von Betreuung
•Betreuungsfonds für Beschäftigte
•Eltern-/Vereinbarkeitscoachings
•Veranstaltungen speziell für Mütter/Väter
•Familienfreundliche Infrastruktur mit Eltern-Kind-Raum
•SHK-/WHB-Unterstützung
 

Veranstaltungen planen wir nach einer Bedarfsabfrage, die Sie am Ende jedes Semesters als PDF von uns erhalten. Gerne können Sie bei der Bedarfsabfrage Anregungen zu neuen Formaten oder Themen notieren. Informationen zu vergangenen Veranstaltungen finden Sie auf unserer Veranstaltungsseite unter Chancengleichheit.

 

Obwohl die Vorteile einer gleichberechtigten Teilhabe von Männern und Frauen im Wissenschaftssystem weitestgehend bekannt sind, bleibt derzeit immer noch sehr viel wissenschaftliches Potenzial ungenutzt. Frauen sind in wissenschaftlichen Spitzenpositionen unterrepräsentiert.

 

 

Wie zu sehen ist, nimmt der Frauenanteil im Wissenschaftssystem mit dem Grad der Qualifikation bzw. Beschäftigungsstufe stark ab. Eine Ursache ist die so genannte „Leaky Pipeline“: Obwohl mehr junge Frauen als Männer ein Studium beginnen, dünnt sich der Frauenanteil entlang der Karriereleiter in Hochschulen immer mehr aus. Frauen werden noch immer im Verlauf ihrer Karriere mit einer meist nicht sichtbaren Barriere, der sogenannten „gläsernen Decke“ konfrontiert, die sie trotz hoher Qualifikation daran hindert in Führungspositionen aufzusteigen, während männlichen Kollegen mit vergleichbarer Qualifikation dieser Aufstieg in der Regel ‚gelingt‘. Ursachen werden neben dem fehlenden Zugang zu informellen Netzwerken vor allem in stereotypen Rollenvorstellungen gesehen, demnach Frauen aufgrund familiärer Verpflichtungen und bestimmter, ihnen zugeschriebener Eigenschaften angeblich weniger für entsprechende Tätigkeiten geeignet sind. Zudem stellt das Fortbestehen häufig rein homosozialer Männergemeinschaften, von denen Frauen strukturell ausgeschlossen sind, einen weiteren relevanten Faktor dar.

Die „Gleichstellung von Männer und Frauen in der Wissenschaft“ ist daher seit 2002 in § 1 der Satzung der DFG verankert.

Denn Chancengleichheit und Gleichstellung zahlen sich auf mehrfache Weise aus: erst durch sie ist es möglich, das vorhandene Innovations- und Talentpotenzial voll auszuschöpfen. Zudem wirken sich divers zusammengesetzte Arbeitsgruppen aufgrund der Vielfalt der Perspektiven, Erfahrungen und Fähigkeiten ihrer Mitglieder positiv auf die Qualität der Forschung aus und erbringen somit einen beträchtlichen Mehrwert.

Die Ziele der Chancengleichheitsarbeit der DFG – ein ausgewogenes Verhältnis der Geschlechter im Wissenschaftssystem und die Vereinbarkeit von Familie und wissenschaftlicher Karriere – dienen somit nicht nur der Förderung von Vielfalt und Chancengleichheit im Wissenschaftssystem. Sie fördern auch die Attraktivität des Wissenschaftsstandortes Deutschlands, insbesondere für den hoch qualifizierten wissenschaftlichen Nachwuchs.

Gründe für die Unterrepräsentanz von Frauen in der Wissenschaft reichen von der Problematik hinsichtlich der Vereinbarkeit von Familie mit der wissenschaftlichen Karriere aufgrund mangelhafter Betreuungsangebote bis hin zu spezifischen strukturellen Gegebenheiten im Wissenschaftssystem, die die Wissenschaft für Frauen weniger attraktiv machen. Dazu gehören u.a. geschlechterspezifische Differenzen in der Forschungsförderung, wie die Ergebnisse einer von der DFG in Auftrag gegebenen Studie zu „Gender Effects in Research Funding“ zeigen:
Gendereffekte in der Forschungsförderung

Mehr Informationen, Daten und Fakten zur Chancengleichheit von Männern und Frauen in der Wissenschaft finden Sie auf der Homepage der DFG unter:
DFG Richtlinien zur Förderung der Chancengleichheit in der Wissenschaft und Flyer der DFG zu Chancengleichheit und Karriereförderung

 

Ihre Kontaktpersonen

Max Kanderske
E-Mail: max.kanderske@uni-siegen.de