„Das Teilprojekt untersucht kooperative Mobilitätspraktiken des Radfahrens. Es trägt zu einem medienwissenschaftlichen Begriff von Mobilität vor dem Hintergrund der kooperativen und sensorischen Gestaltung von Öffentlichkeiten bei.“
„Fahrradfeminismus bezeichnet feministische Perspektiven auf Fahrradmobilität, Verkehrsinfrastruktur und Fahrradkultur. Fahrradfeministische Positionen verstehen das Fahrrad und Fahrradfahren als Mittel feministischer Selbstermächtigung. Diese thematisieren insbesondere geschlechtsspezifische Erfahrungen in Bezug auf Fragen von Sicherheit und Bewegungsfreiheit im Straßenverkehr sowie die historische Überschneidung zwischen Fahrrad(-fahren) und Feminismus.“
Bei näherem Interesse an der Thematik empfehlen wir die Jahrestagung des Projekts am 17. & 18. September in Bochum. Weitere Infos finden sich hier.
Das SFB lädt herzlich zur Tagung des Teilprojekts B09 „Fahrradmedien – kooperative Praktiken der Mobilität“ am 17. & 18. September in Bochum ein. Unter dem Titel „Vermittelte Mobilität. Fahrradmedien, Kollektive und Infrastrukturen in Bewegung“ werden aktuelle Forschungsergebnisse, Perspektiven und Fragestellungen rund um das Thema Fahrradmedien und Mobilität diskutiert.
Mobilität ist ein kooperativer Prozess, der durch vielfältige mediale, soziale und infrastrukturelle Praktiken hervorgebracht wird. Auch das Fahrradfahren wird durch ein Zusammenspiel vielfältiger Technologien, Infrastrukturen, Körper, Bilder und Öffentlichkeiten bedingt. Zugleich ist Fahrradmobilität nicht neutral oder für alle gleichermaßen zugänglich: Sie ist geprägt von gesellschaftlichen Machtverhältnissen und unterschiedlichen Erfahrungswelten.
Vor diesem Hintergrund untersucht die Jahrestagung des Forschungsprojekts „Fahrradmedien – kooperative Praktiken der Mobilität“ (SFB 1187 „Medien der Kooperation“) das Fahrrad selbst als Medium von Öffentlichkeit und Teilhabe: als eine Mobilitätsform, die Menschen, Orte, Perspektiven und Wissen miteinander verbindet und dabei eine spezifische Aneignung von Raum ermöglicht. Ausgangspunkt der Tagung ist ein erweiterter Medienbegriff, der nicht nur audiovisuelle und digitale Formate umfasst, sondern auch (Sorge-)Praktiken wie Reparatur, Aktivismus oder kollektives Fahren als Formen der Vermittlung versteht.
Welche Perspektive wir auf das Radfahren haben, wird durch Medien bestimmt. Umgekehrt prägt das Fahrradfahren auch mediale Räume. In diesem Zusammenhang untersuchen die Beiträge der Jahrestagung das Fahrrad(-fahren) als Medium verkörperter Erfahrung und Wahrnehmung, insbesondere in Auseinandersetzungen mit öffentlichen Diskursen, Affekten, Körpern und Infrastrukturen. Dabei werden diversitätssensible und intersektionale Perspektiven auf Fahrradmobilität diskutiert, etwa im Hinblick auf Mobilitätskonflikte, Gender- und Klassenverhältnisse sowie ungleiche Zugangsvoraussetzungen und Repräsentationen.
Was haben Medien mit Extraktivismus zu tun? Welche ökologischen Katastrophen und sozialen Verwerfungen verursacht Extraktivismus? Und was können wir gegen die Ausbeutung ganzer Regionen für Medientechnologien tun? Diesen Fragen widmeten sich über 100 Teilnehmende auf der Spring School Medien:Extraktivismus vom 17.–19.4.2026 in Bochum.
Im Rahmen der diesjährigen Spring School haben Studierende, Zivilgesellschaft und Wissenschaftler:innenüber zweieinhalb Tage gemeinsam gearbeitet und Konflikte rund um das Thema Extraktivismus mithilfe kreativer Methoden wie Waterscaping, Collagen und Mapping erforscht. Neben lokalen Extraktionsorten und Geschichten des Ruhrgebietes wurden in diesem Jahr internationale Extraktionsregionen– und praktiken „über und unter Tage“ thematisiert. Verstanden als System der Ausbeutung, lässt Extraktivismus der Erde keine Reproduktionsmöglichkeiten und bringt soziale Verwerfungen und Konflikte bis hin zu Menschenrechtsverletzungen mit sich. Extraktivismus ist einer der größten Umgestalter der Erde durch Minen, aber auch durch extraktive Infrastrukturen. Extraktivismus ist zudem wesentlich für die Klimakatastrophe verantwortlich. Ein Fokus lag dabei aufden Entwicklungen im Bereichkünstlichen Intelligenz, die in Zukunft die Extraktionsfolgen massiv verschärfen werden.
Extraktivismus und KI
In den Beiträgen der internationalen Gäste ging es um fossile Brennstoffe, die das Ruhrgebiet noch heute prägen – aber auch um Mineralien und Erden für digitale Technologien. Neben seltenen Erden für Batterien, Chips und Co. standen auch Infrastrukturen für KI, etwa Datenzentren, im kritischen Fokus. Durch die Implementierung von KI-Bots sowie geopolitische Konflikte weltweit ist KI nicht nur gesellschaftlich, sondern auch ökologisch ein drängendes Thema. Der enorme Verbrauch von Wasser und Energie jener Datenzentren, die die Grundlage Künstlicher Intelligenz bilden, sowie die umkämpften Mineralien, die zur Herstellung der benötigten Rechenchips notwenig sind, machen KI zu einem der am schnellsten wachsenden Ressourcenverbraucher weltweit. Vortragende und Teilnehmende haben sowohl die Perspektive des globalen Extraktivismus als auch die lokalen Auwirkungen solcher Tech-Infrastruktren kritisch diskutiert. Datencenter, die massiv in den Wasserverbrauch eingreifen, sogenannte Click-Work-Arbeitszentren, in denen Content-Moderation, Data Labeling und andere niedrig bezahlten Tätigkeiten ausgeführt werden, werden oftmals in den Globalen Süden ausgelagert, sind aber auch in Deutschland und im Ruhrgebiet zu finden. Weltweit tragen sie zu den extraktiven Strukturen vor Ort bei. Postkoloniale und feministische Perspektiven auf Mining, Arbeit, Ressourcen und Sacrifice Zones sind daher unerlässliche Perspektive auf das Thema Extraktivismus durch KI Infrastruktur.
Durch diese weitgefasste Perspektive aufdie Praktiken des Extraktivismus konnten die vielen gesellschaftlichen Bereiche, die von den Folgen des Extartkvismus betroffen sind, in den Workshops miteinander verbunden werden. Die Medienwissenschaft wird durch diese klimagerecht und extraktivismuskritische Perspektive zudem auf ihre materiellen Grundlagen im Sinne der Mediengeologie des Theoretikers Jussi Parikkas zurückgeworfen (siehe auch Noam Gramlich Arbeiten hierzu).
Das Programm
Den ersten Abend eröffneten eine Einführung in das Thema Extraktivismus und Medien sowie drei Keynotes und eine Podiumsdiskussion zu den Themen Revier Noir von Frederike Lange aus dem Deutschen Bergbaumuseum, Queerness im historischen Bergbau zwischen Ruhrgebiet und Oberschlesien der Bochumer Künstlerin Julia Nitzschke sowie zu Luft und Extraktivismus der Kulturwissenschaftlerin und Filmemacherin Marietta Kesting. In der anschließenden Podiumsdiskussion mit den Beitragenden, die der Medienwissenschaftler Oliver Leistert moderierte, wurde der Fokus auf die Schäden gerichtet, die etwa Datenzentren verursachen, und darauf, wie sich lokale Bevölkerungen z.B. in den USA schon heute gegen diese wehren.
Am zweiten Tag ging es hands on weiter mit praktischen Workshops zur Emscher von Natalie Pielok, zu Film und Klimakatastrophe von Matthias Grotkopp und Maike Reinerth, zu Waterscaping von Rémi Willemin und Alisa Kronberger und zu Infrastrukturen des Extraktivismus mit Petra Löffler, Marlene Helling und Jakob Claus. Deutlich wurde in vielen Beiträgen, dass Extraktivismus Ewigkeitskosten mit sich bringt, die auch im Ruhrgebiet immer noch aufwändige Lösungen erfordern, wie etwa die Entsorgung toxischer Förderreste oder das auf Dauer angelegte Abpumpen von Wasser aus ehemaligen Steinkohlegruben.
Neben wissenschaftlichen Inputs standen auch künstlerische Auseinandersetzungen im Zentrum, etwa in der Lecture Performance von Azadeh Ganjeh zu Goldextraktivimus und den damit verbundenen sozialen Konflikten sowie politischen (Online-)Protesten im Iran. Eine Fotoausstellung in der Quartiershalle von Sara Bahadori sensibilisierte die Teilnehmenden für Ausschlüsse und Marginalisierungen innerhalb der Klimabewegung. In einem Workshop zum weißen Blick auf das Klima wurde das Thema von der Referentin nochmals kritisch und reflexiv vertieft.
Eindrücke der Spring School
Rund 100 Teilnehmende haben aktiv an Workshops zu Wasser, KI und Bergbaugeschichte sowie an einem dekolonialen Stadtrundgang in Bochum – geleitet von Marie Sprenger und Florian Trompke – teilgenommen. Abschließend entwickelten Lehrende und Studierende in einem Workshop zu klimagerechter Lehre am Sonntagmorgen Inhalte und Methoden für ein zukünftiges hochschulübergreifendes Curriculum zum Thema.
Die Spring School ist eine Veranstaltung des Projekts „Öffentlichkeit“ im SFB Medien der Kooperation und stellt eine Öffentlichkeit aus Künstler:innen, Wissenschaftler:innen und Journalist:innen sowie engagierter Zivilgesellschaft rund um das Konfliktthema Klimakatastrophe her.
Die dritte Spring School des Arbeitskreises MediaClimateJustice wurde organisiert von Julia Bee, Gerko Egert, Alisa Kronberger und Julia Reinermann und wurdeunter anderem durch die Förderung des SFB Medien der Kooperation und der Ruhr-Universität Bochum realisiert. Ziel der Spring Schools zu Medien und Klima ist das Thema Klima stärker in der Medienwissenschaft und der Gesellschaft zu verankern.
Der Sonderforschungsbereich (SFB 1187) „Medien der Kooperation“ begrüßt vier neue Mercator Fellows: Azadeh Ganjeh, Olga Gorinuova, Maija Hirvonen, Christopher Salter und Jürgen Streeck. Diese herausragenden Wissenschaftler*innen werden dieses Jahr ihre wissenschaftliche Expertise und innovativen Forschungsansätze in den SFB 1187 einbringen.
Über das Mercator Fellowship am SFB 1187
Um die wissenschaftliche Zusammenarbeit im Forschungsverbund zu stärken, vergibt der SFB 1187 Mercator Fellowships an herausragende Wissenschaftler*innen aus dem In- und Ausland. Mercator Fellows forschen für eine längere Zeit und enger Zusammenarbeit mit einem oder mehreren der am SFB 1187 beteiligten Teilprojekte zu Fragestellungen rund um digitaler, datenintensiver Medien. Zusammen mit den regulären Mitglieder verfolgen unsere Mercator Fellows das gemeinsame Ziel, interdisziplinäre Ansätze weiterzuentwickeln und das Forschungsprogramm des SFB mitzugestalten. Die Aufnahme dieser renommierten Forschenden stärkt nicht nur das internationale Netzwerk des SFB 1187, sondern fördert auch den Wissens- und Ideentransfer, der für die digitale Gegenwartsforschung am SFB von zentraler Bedeutung ist.
Das Mercator Fellowship ist ein Modul im Rahmen der Förderprogramme der Deutschen Forschungsgemeinschaft und dient dazu, einen intensiven und langfristigen Forschungsaustausch zu ermöglichen.
Azadeh Ganjeh is a performance artist, scholar, dramaturg and activist, and a member of the collective Rebel-Ist-hah!. Born in Tehran, Iran, she holds a Master’s degree in theatre directing from Tehran Art University and received her doctorate in 2017 in philosophy with a focus on theatre studies from the University of Bern.
Azadeh specialises in socially engaged and site-specific performances, participatory productions, performative interventions in urban space, and community theatre for socio-political empowerment. Her research interests include narratives and politics of the stage, the performativity of public events, the performative interaction of body and space, emancipation through the performing arts, aesthetics of performativity and space, and activism in performance art.
After working as a professor at the University of Tehran, she taught at numerous European universities and has been working since April 2022 as a researcher and lecturer at the Institute for Media, Theatre and Popular Culture at the University of Hildesheim. In October 2024, she took up the professorship for Performative Arts in Society at the University of the Arts in Society in Ottersberg, where she combines artistic practice with critical research on performance and social change.
Olga Goriunova is Professor of Media Arts at Royal Holloway, University of London. She is a cultural theorist, working across technology, philosophy and aesthetics. Her latest book, Ideal Subjects. The Abstract People of AI (2025) explores how data and artificial intelligence abstract people into new kinds of subjects. The questions of subjectivation in relation to art and technology have been central to her work. Her previous book, Bleak Joys. Aesthetics of Ecology and Impossibility (co-authored, 2019) explores aesthetics, ethics and ecology during times of multiple crises. This work traces connections between large scale systems such as ecologies, technical infrastructures or mechanisms of calculation and processes of subjectivation. Her first book Art Platforms and Cultural Production on the Internet (2012) conceptualises aesthetic and political engagements with technology at the dawn of the World Wide Web, proposing the concepts of organisational aesthetics and art platforms to understand collective art practices and art movements of the 1990s and early 2000s. This book is based on her work as a co-organiser of software art repository Runme.org and a co-curator of software art festivals (four editions of the Readme festival between 2002 and 2005 in Moscow, Helsinki, Aarhus and Dortmund) and other exhibitions. She edited or co-edited four Readme publications, the most significant of which is Readme. Software Arts and Cultures (Aarhus University Press, 2004). She is also the editor of Fun and Software: Exploring Pleasure, Pain and Paradox in Computing (2014) and a co-founder and co-editor of Computational Culture, a Journal of Software Studies.
Prof.‘in Dr. Maija Hirvonen
Professor for German language, culture and translation
Faculty of Information Technology and Communication Sciences | Language Studies | German
Maija Hirvonen is a full professor in German language, culture and translation at the Languages Unit of the Faculty of Information Technology and Communication Sciences of Tampere University. She leads BA, MA and PhD studies in German linguistics and translation. She is director of Langnet, the Network of Doctoral Programmes in Language Sciences in Finland, and sits on the steering board for Plural (the multidisciplinary research centre for languages and cultures). She co-leads the Tampere Accessibility Unit and the Multimodality in Translation and Interpreting research group.
Her research specialisms include:
accessibility (esp. audio description)
multimodal and intermodal translation and interpreting
blind-sighted and other asymmetrical interaction
teamwork
distributed/interactive intelligence and the interface of cognition and interaction
Jürgen Streeck conducts research in the field of multimodal interaction, focusing in particular on the coordination of language, gesture and gaze, as well as the social meaning of actions in communication. He has contributed to the development of multimodal interaction research and engages with the connections between language, music and orality, particularly in hip-hop. His academic work has been recognised with several awards, including the Georg-Gottfried-Gervinus Fellowship (2013–2014). He was a Fellow at the Freiburg Institute for Advanced Studies and at the Centre for Interdisciplinary Research (ZiF) in Bielefeld.
Streeck received his doctorate in 1981 from the Free University of Berlin in linguistics and has been Professor of Communication Studies in the Department of Communication Studies at the University of Texas at Austin since 2013. Previously he was Associate Professor in the same department and also held a professorship in linguistics at the Free University of Berlin. In addition, he has held visiting professorships and fellowships at universities including the University of Oldenburg, the University of Vienna and the University of Utrecht.
Among his major publications is the 2009 book Gesturecraft: The Manu-facture of Meaning, in which Streeck examines how hand gestures in communication represent and interpret the world, drawing on microethnographic research and theories of cognition and interaction. In the 2017 volume Self-Making Man: A Day of Action, Life, and Language, Jürgen Streeck analyses how a car mechanic in Texas constructs his social world and identity through gestures, language and actions in communication.
Prof. Dr. Christopher Salter
University Research Chair in New Media, Technology and the Senses
Chris Salter is an artist, University Research Chair in New Media, Technology and the Senses, Professor of Computation Arts in the Department of Design and Computation Arts, Co-Director of the Hexagram Network for Research-Creation in Media Art, Design, Digital Culture and Technology, Director of Hexagram Concordia and Associate Director, Milieux Institute for Arts,Culture and Technology.
Salter studied economics and philosophy at Emory University and received his Ph.D. in theater directing and dramatic theory/criticism at Stanford University where he also worked and researched at CCRMA (Center for Computer Research in Music and Acoustics). At Stanford, Salter studied with former Brecht assistant Carl Weber as well as pioneers of digital synthesis John Chowning, Max Matthews and Chris Chafe. In the 1990s, he collaborated with theater director Peter Sellars and choreographer William Forsythe/Frankfurt Ballet. He was visiting professor in music, graduate studies and digital media at Brown University and the Rhode Island School of Design (RISD) before joining Concordia University’s Faculty of Fine Arts in 2005. He was also Guest Professor at the KhM in Cologne in 2010 and is continuing Guest Faculty at the Masters program in Media Arts History, Institute für Bildwissenschaften,Donau University, Krems, Austria.
Salter’s large scale installations, performative environments and research focuses on and challenges human perception, merging haptic, visual, acoustic and other sensory phenomena. Exploring the borders between the senses, art, design and new technologies, his immersive and physically experiential works are informed by theater, architecture, visual art, computer music, perceptual psychology, cultural theory and engineering and are developed in collaboration with anthropologists, historians, philosophers, engineers,artists and designers.
His work has been shown at major international exhibitions and festivals in over a dozen countries including the 2008 Venice Architecture Biennale (Venice), Wiener Festwochen (Vienna), Berliner Festspiele/Martin Gropius Bau (Berlin), Musée d’Art Contemporain (Montréal),National Art Museum of China (Beijing), Lille 3000 (Lille), Chronus Art Centre (Shanghai), Fondarie Darling (International Biennale of Electronics Arts – Montreal),HAU3 (Berlin), Laboral Centro de Arte y Creacion Industriel (Gijon, Spain),Nuit Blanche (Paris), Vitra Design Museum (Germany), EXIT Festival (Maison des Arts, Creteil-Paris), STRP Biennale (Eindhoven), Ars Electronica (Linz), Pact Zollverein (Essen, Germany), CTM (Berlin), Villette Numerique (Paris),TodaysArt (the Hague), Todays Art.jp (Tokyo), Meta.Morf (Norway), MoisMulti(Quebec), Transmediale (Berlin), Place des Arts (Montréal), Elektra(Montréal),the Banff Center (Banff), Dance Theater Workshop (New York), V2(Rotterdam), SIGGRAPH 2001 (New Orleans), Mediaterra (Athens) and the Exploratorium (SanFrancisco), among others.
Salter is a regular presenter at national and international conferences, has given over 100 invited talks at universities and festivals worldwide and has sat on many juries including the Prix Ars Electronica among others. In addition to his artistic work, he is the author of the seminal book Entangled: Technology and the Transformation of Performance (MIT Press, 2010) and Alien Agency: Experimental Encounters with Art in the Making (MIT Press, 2015).
Zusammenfassung
Angesichts des anthropogenen Klimawandels ist die Frage der Mobilität und damit auch das Fahrradfahren in den letzten Jahren stärker in das Zentrum öffentlicher Debatten gerückt. Der Sektor Mobilität verursacht fast ein Viertel der Treibhausgasemissionen in der EU. Der Straßenverkehr ist davon der größte Emittent, überwiegend geprägt durch Autoverkehr. Zusätzlich steigt durch kriegsbedingte Ressourcenprobleme der Druck, Alternativen zu petrobasierter Mobilität, etwa das Fahrradfahren, zu entwickeln. Dies verursacht auch Kontroversen um Mobilitätsformen, um die sich Öffentlichkeiten (IssuePublics) formieren.
Das Teilprojekt untersucht vor diesem Hintergrund, wie Fahrradmobilität kooperativ hergestellt wird. Dies findet Ausdruck in kooperativ verfassten Fahrradmedien, die Öffentlichkeiten in Bezug auf nachhaltige Mobilität mitgestalten. Das Projekt geht von der Arbeitshypothese aus, dass sich Fahrradmobilität nicht in der Bewegung von A nach B erschöpft. Sie wird von verschiedenen (Bewegt-)Bild-, Daten- und Medienpraktiken gestaltet, in denen sich sensorische, körperliche und digitale Ästhetiken verschränken und mobile Öffentlichkeiten des Fahrradfahrens entstehen. Der sinnliche Raum des Fahrradfahrens ist auch ein öffentlicher Raum, der sich anders als etwa beim Autofahren nicht so stark in einen Innen- und Außenraum abgrenzen lässt.
Ziel des Projekts ist es, (1) eine systematisch angelegte empirische Analyse des Zusammenspiels kooperativer und sinnlicher Praktiken, die mobile Öffentlichkeiten des Radfahrens kennzeichnen und (2) eine theoretische Konzeption von Fahrradmedien als kooperative Medien der Mobilität. Kooperative Praktiken der Fahrradmobilität werden dabei auf zwei Ebenen erforscht: (1) Fahrradkollektive und ihre kooperativen Medienpraktiken und (2) audiovisuelle Praktiken wie Vlogs, Filme und Community-Apps.
Mit einem mehrdimensionalen methodischen Ansatz werden medienästhetische Analysen mit teilnehmenden Beobachtungen und Interviews mit ausgewählten Fahrradgruppen (Fahrradkollektiven) verbunden. Darüber hinaus werden Public Science Formate gestaltet, um ein kooperatives Forschungsdesign aufzubauen, das zivilgesellschaftliche Initiativen systematisch in den Forschungsprozess einbindet. Wie (Bewegt-)Bilder, App-Anwendungen, Sensoren und Körpertechniken Fahrradfahren und Formen mobiler Öffentlichkeit herstellen, bleibt ein Forschungsdesiderat, das dieses Projekt schließt. Es leistet damit einen systematischen und konzeptionellen Beitrag zur Fahrradmobilitätsforschung, indem es die kooperativen Praktiken der Hervorbringung von Fahrradmobilität und die damit einhergehenden Öffentlichkeiten untersucht.
Digitale Gewalt, die sich in Form von Deepfakes, Doxing oder Voice Cloning gegen marginalisierte Gruppen richtet, ist politische Gewalt. Ihre gegenwärtige Konjunktur geht Hand in Hand mit der Proliferation rechter und faschistischer Politiken. Dieser Band untersucht Misogynie und Transfeindlichkeit, Rassismus und Faschismus unter digitalen Bedingungen und ordnet diese Gewaltformen mithilfe intersektionaler Theorien ein. Die Beiträge beleuchten die Regulierung und Politisierung Sozialer Medien, Rassismus in digitalen Erinnerungskulturen und kritische Politische Bildung. Durch diese Analysen interveniert der Band in Szenarien ungleich verteilter politischer Gewalt und zeigt auf, wie unerlässlich intersektionale Perspektiven der Gender Media Studies für eine zeitgemäße Analyse digitaler Medienkulturen sind.
digital:gender – de:mapping affect: Eine spekulative Kartografie
Die Publikation nimmt aktuelle Verschränkungen zwischen Gegenständen digitaler Medienkultur und Gender Studies in den Blick. Anhand einzelner Objekte - Memes, Apps, Postings - werden Zugänge zu zeitgenössischen Konstellationen digitaler Medienkultur und geschlechtertheoretischer Ansätze experimentell und spekulativ ausprobiert. Gefühle und Affekte spielen dabei eine zentrale Rolle: Von künstlerischen und medialen Gegenständen emotional angesprochen zu werden, verändert die kritische Reflexion dieser Objekte. Daher bildet die 'Kartografie' der zeitgenössischen digitalen Medienkultur eine situierte Methode.
Navigationen: LIEFERN. LOGISTIKEN, DATEN UND POLITIKEN
Liefern umfasst Medienpraktiken der Mobilität, Daten und Geopolitiken. Lieferpraktiken verändern Arbeit, Imaginationen und städtische Räume. In dieser Ausgabe geht es um die letzte Meile zwischen Logistik, plattformisierter Arbeit und widerständigen Praktiken. Texte aus den Medienwissenschaften, Border- und Mobility Studies sowie zu logistischen Regimen werden in dieser Ausgabe mit Gesprächen mit Liefernden und zu aktivistischer Forschung mit Amazonarbeiter:innen kombiniert.
Miglė Bareikytė / Julia Bee (Hrsg.). Navigationen - Zeitschrift für Medien und Kulturwissenschaften 24 (2024), Heft 2: LIEFERN. LOGISTIKEN, DATEN UND POLITIKEN. Siegen: universi.
Fahrradutopien: Medien, Ästhetiken und Aktivismus
Das Fahrrad ist ein Medium sozialer Veränderung. Seine vielfältigen utopischen Potenziale ergeben sich nicht zuletzt aus seinen ebenso vielfältigen und häufig übersehenen medialen Qualitäten: Es vermittelt, es verbindet, es übersetzt; es modifiziert Wahrnehmung und Organisation von Raum und Zeit, von Körpern und von Sozialität. Umgekehrt kann auch das medienwissenschaftliche Denken fahrradmedial verändert werden. Das Fahrrad ist nicht nur Medium des sozialen und ökologischen Wandels: Radfahren eröffnet Perspektiven, verändert Räume, lässt neue Relationen entstehen und teilt Handlungsmacht neu auf.
Fahrradutopien denkt vom Fahrrad aus und ergänzt dabei bestehende Ansätze zur Mobilitätsforschung um medienkulturwissenschaftliche Perspektiven. Die Beiträge verbinden Medienwissenschaften und Forschungen zu Fahrradaktivismus mit der Liebe zum Radfahren. Fokussiert werden Fahrradfilme und -vlogs, Verkehr und Infrastrukturen, Virtuelle Realität und Fahrrad, Fahrradkollektive und Fahrradfeminismus.
Bee, Julia / Bergermann, Ulrike / Keck, Linda / Sander, Sarah / Schwaab, Herbert / Stauff, Markus / Wagner, Francis: Fahrradutopien: Medien, Ästhetiken und Aktivismus. Lüneburg: Meson Press 2022.
2026
Bee, Julia, Jennifer Eickelmann, Jasmin Degeling, und Katrin Köppert, Hrsg. 2026. Digitale Gewalt. Politisierungen affektiver Öffentlichkeiten. Digitale Gewalt. Politisierungen affektiver Öffentlichkeiten. Lüneburg: meson press. https://doi.org/10.14619/2751.
Schmedes, Hannah. 2026. „Das Formale queeren. Susan Leigh Stars feministische Infrastrukturkritik“. Herausgegeben von Bernhard Siegert Friedrich Balke. Archiv für Mediengeschichte 21.
2025
Bee, Julia. 2025. „Feministischer Fahrradaktivismus, Fahrradmedien und das Recht auf Stadt“. In digital:gender – de:mapping affect Eine spekulative Kartografie, herausgegeben von Irina Gradinari und Katrin Köppert. Leipzig: Spector Books. Julia Bee. Leipzig: Spector Books. ISBN: 9783959056731. https://www.spectorbooks.com/book/digital-gender-de-mapping-affect.
Bee, Julia, Katrin Köppert, und Irina Gradinari, Hrsg. 2025. digital:gender – de:mapping affect: Eine spekulative Kartografie. Leipzig: Spector Books. ISBN: 978-3-95905-673-1.
2024
Angerer, Marie-Luise, Ingrid Richardson, Hannah Schmedes, und Zoë Sofoulis. 2024. Technologies of Containment: Holding, Filtering, Leaking. Lüneburg: meson press. https://meson.press/books/containment/.
Bee, Julia, und Miglė Bareikytė. 2024. „Liefern. Logistiken, Daten und Politiken“. Navigationen Special Issue 24 (2). http://dx.doi.org/10.25819/ubsi/10577.
Schmedes, Hannah. 2024. „-1.153 Characters. Towards a Queerfeminist Infrastructural Critique of Wikipedia“. FKW // Zeitschrift für Geschlechterforschung und Visuelle Kultur 74: 153-66. https://doi.org/10.57871/fkw7420241712 .
2022
Bee, Julia. 2022. „Radvlogging und Radcommunities. Ästhetik des Radfahrens zwischen Alltag und (digitalen) Medien“. In Fahrradutopien: Medien, Ästhetiken und Aktivismen, herausgegeben von Julia Bee, Ulrike Bergermann, Linda Keck, Sarah Sander, Herbert Schwaab, Markus Stauff, und Franzi Wagner, 39-76. Lüneburg: Meson Press. https://doi.org/10.14619/1952.
Bee, Julia. 2022. „‚Das braucht ein Gesicht!‘ Medialität und Praxis des (Beinahe-)Unfalls“. Herausgegeben von Dominik Maeder. Navigationen. Zeitschrift für Medien- und Kulturwissenschaften. Unfälle. Kulturen und Medien der Akzidenz 22 (2): 59-77. https://dx.doi.org/10.25969/mediarep/19025.
Bee, Julia, Ulrike Bergermann, Linda Keck, Sarah Sander, Herbert Schwaab, Markus Stauff, und Franzi Wagner, Hrsg. 2022. Fahrradutopien: Medien, Ästhetiken und Aktivismus. Lüneburg: Meson Press. https://doi.org/10.14619/1952 .
Bee, Julia, und Isabell Eberlein. 2022. „Fahrradfahren ist politisch! Gespräch mit Isabell Eberlein von Changing Cities“. In Fahrradutopien. Medien, Ästhetiken und Aktivismen, herausgegeben von Julia Bee, Ulrike Bergermann, Linda Keck, Sarah Sander, Herbert Schwaab, Markus Stauff, und Franzi Wagner, 107-25. Lüneburg: Meson Press. https://doi.org/10.14619/1952.
Julia Bee. 2022. „Cycling Media and Collectives. Cycling Vlogs and Mobile Infrastructures“. Eracle. Journal of Sport and Social Sciences 1 (5): 94-109. https://doi.org/10.6093/2611-6693/9629.
Pinzuti, Pinar, und Julia Bee. 2022. „Fancy Women Bike Ride, Gespräch über Feminismus und Fahrradaktivismus mit Pinar Pinzuti“. In Fahrradutopien: Medien, Ästhetiken und Aktivismen, herausgegeben von Julia Bee, Ulrike Bergermann, Linda Keck, Sarah Sander, Herbert Schwaab, Markus Stauff, und Franzi Wagner, 173-84. https://doi.org/10.14619/1952.