A01 - Geschichte digital-vernetzter Medien zwischen Spezialisierung und Universalisierung Foto: Rattanathip | stock.adobe.com | 771307475 | Generiert mit KI
B04 - Digitale Öffentlichkeiten und gesellschaftliche Transformation im Maghreb Foto: Konstantin Aal | SFB 1187
B05 - (Frühe) Kindheit und Smartphone. Familiäre Interaktionsordnung, Lernprozesse und Kooperation Foto: Astrid Vogelpohl | SFB 1187
A05 - Kooperative Herstellung von Nutzerautonomie im Kontext der alternden Gesellschaft Foto: M.Dörr & M.Frommherz | stock.adobe.com | 284791118
Sonderforschungsbereich 1187
Willkommen auf der Seite des Sonderforschungsbereichs (SFB) 1187 „Medien der Kooperation“ an der Universität Siegen.
Der SFB ist ein interdisziplinärer Forschungsverbund, bestehend aus 19 Teilprojekten und mehr als 60 Wissenschaftler*innen aus Medienwissenschaft, Ethnologie, Soziologie, Informatik, Linguistik, Ubiquitous Computing, Science and Technology Studies, Erziehungs-, Rechts- und Ingenieurswissenschaften.
Der SFB wird seit 2016 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert. Im Zentrum der Forschung steht die Entstehung, Gestaltung und Nutzung digitaler, datenintensiver Medien, die der SFB als kooperativ erarbeitete Kooperationsbedingungen versteht. In der ersten Förderphase (2016-2019) reagierte der SFB auf die Relevanz von sozialen Medien und Plattformen, in der zweiten Phase (2020-2023) standen datenintensive Medien und Datenpraktiken im Mittelpunkt. Die aktuelle dritte Phase (2024-2027) widmet sich dem Zusammenspiel von Sensormedien und Künstlicher Intelligenz.
Call for Participation: Master Class for Media Ethnography (Siegen, December 3-4)
„Multimodal Imagination: A Workshop in Appreciating, Evaluating, and Designing More-than-Textual Research in Anthropology and Beyond“
December 3, 2026 10:00-17:00 / December 4, 2026 10:00-13:00
Are you a maker of multimodal works—a film, a game, a performance, a comic, a city walk, a web platform, an exhibit, a sound installation— but concerned about their legitimacy in institutional contexts that privilege text-based formats? Is it possible for us to appreciate and evaluate a multimodal work as academically relevant without becoming an expert in the specific affordances of each media format? What kind of pitfalls and risks exist when conceptualizing and practicing multimodal research, and are there ways to anticipate or even avoid them?
This workshop will draw upon the recently published Multimodal Appreciation Kit (Albrecht, Criado, Farias, Gilbert and Maier, 2025), and feature sessions devoted to identifying and articulating the value of multimodal works, as well as planning for and designing more-than-textual research. It will be of interest to those who have a multimodal practice, those who are considering incorporating multimodality into their research, as well as those who are curious about more-than-textual research and how to evaluate it.
Andrew Gilbert is a sociocultural anthropologist specializing in multisensory and multimodal ethnography, experimental and collaborative research design, and the politics of social transformation in contexts of historical upheaval. He is professor of design anthropology at the Burg Giebichenstein University of Art and Design in Halle, and former co-director of the Stadtlabor for Multimodal Anthropology at Humboldt University in Berlin.
Participation
The master class has 15 spots. Please register with Astrid Vogelpohl by November 15.
If you are currently working on a multimodal project and would like to present it in the master class, please indicate this when you register.
About the series „Masterclass for Media Ethnography“
The use of audiovisual media has sparked an increasingly diverse methodological debate within the history of ethnographic research approaches. This has provided innovative impetus for the reciprocal collaborative relationships that are developing between ethnographic researchers, research participants, the audience of ethnographic research findings, and the various media involved. In the Cologne-Siegen Masterclass in Media Ethnography, leading figures in visual ethnology will present their work and research approaches and discuss their respective research material with the participants.
Venue
University of Siegen
AH-A 125
Herrenmgarten 3
Siegen
Wie verändern digitale Technologien Gesellschaft und (internationale) Politik und wie ist Widerstand möglich?
Jahrestagung des Sonderforschungsbereichs „Medien der Kooperation“ untersucht digitale Macht und neue Formen demokratischen Handelns
KI, Kriege und Rechtsruck stellen aktuell drängende Fragen. Sie alle sind mit digitalen Medientechnologien verbunden. Die Jahrestagung verbindet sozialen Medien, Robotik und KI mit Geopolitik, Künstlicher Intelligenz und der Macht sozialer Medien.
Der Sonderforschungsbereich (SFB) 1187 „Medien der Kooperation“ erforscht die Rolle von Medien und digitalen Technologien für gesellschaftliche Zusammenarbeit. Die diesjährige Jahrestagung des Sonderforschungsbereichs trägt den Titel „Politics of Cooperative Sensing. Techfascism, War, Geopolitics, and Resistance“ und bringt Wissenschaftler*innen, Filmschaffende, Journalist*innen und Aktivist*innen zusammen, um den Blick auf die politischen Bedingungen digitaler Kooperation zu richten.
Soziale Netzwerke und künstliche Intelligenz (KI) prägen, wie politische Ereignisse vermittelt und öffentliche Debatten geführt werden. Digitale Plattformen werden dabei zur Verbreitung von Desinformation und für politische Einflussnahme genutzt. Ihre technischen Strukturen eigen sich besonders dafür, (algorithmische) Diskriminierung sowie rechte, rassistische oder antifeministische Desinformationskampagnen gezielt zu verbreiten und zu stärken. Die Tagung untersucht diese Entwicklungen ebenso wie die Möglichkeiten, ihnen durch Protest und politischem Engagement zu begegnen.
Digitale Medien sind längst mehr als Werkzeuge der Kommunikation. Sie beeinflussen, welche Informationen sichtbar werden und wer öffentliche Debatten prägen kann. Gleichzeitig beruhen sie auf technischen Infrastrukturen, die Ressourcen benötigen und mit Fragen nach Klimafolgen und Überwachung verbunden sind. Die Vortragenden fragen deshalb nicht nur nach neuen Formen digitaler Macht, sondern auch danach, wie Menschen Technologien kritisch nutzen können.
In sieben Vorträgen, drei Workshops, zwei Filmvorführungen und einer Lecture Performance erörtern die Beitragenden aus Siegen, Köln, Bochum, Dortmund, Duisburg, Essen, Weimar, Hamburg, Mariupol, Kyiv, Teheran, Dublin und Berlin verschiedene Aspekte dieser Thematiken. Die internationale Tagung verbindet Perspektiven aus Medienwissenschaft, Theaterwissenschaft, Kulturwissenschaft, Erziehungswissenschaft und Soziologie mit Positionen aus Dokumentarfilm und Investigativem Journalismus. Die politischen und gesellschaftlichen Folgen digitaler Technologien werden so aus unterschiedlichen Fachdisziplinen diskutiert.
Besondere Höhepunkte des Programms sind die Lecture Performance „Fault Line: Survival as Unrest“ von Azadeh Ganjeh sowie zwei Panels zu aktuellen politischen und gesellschaftlichen Fragen, etwa dem Zusammenspiel von Technologiekonzernen und faschistischen Bewegungen sowie der Frage, wie geopolitische Konflikte mithilfe verschiedener Medientechnologien dargestellt und verhandelt werden. Das erste Panel „Technocooperations“ untersucht, wie digitale Plattformen, Infrastrukturen und KI Arbeitsbedingungen, politische Debatten und gesellschaftliche Beziehungen verändern. Das zweite Panel „Sensory Conflicts and Mediated Wars“ fokussiert Themen wie Überwachung und digitale Infrastrukturen im Kontext des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine.
Zwei Filmvorführungen ergänzen das Programm um persönliche und dokumentarische Perspektiven auf Krieg, Gewalt und Widerstand. „War Songs“ erzählt als dokumentarisches Musical anhand von Liedern und Melodien die Geschichte von Krieg und Pazifismus in Mariupol. „Teen Angst“ begleitet neun junge Ukrainerinnen, die mit ihren Smartphones ihren Alltag während des russischen Angriffskriegs dokumentieren. In persönlichen Geschichten von Angst, Trennung, Hoffnung und Widerstandskraft gibt der Film Einblicke in das Erwachsenwerden unter den Bedingungen des Krieges.
Ein besonderer Anlass ist außerdem die Abschiedsvorlesung von Prof. Dr. Erhard Schüttpelz, die mit einer Laudatio von Prof. Dr. Rembert Hüser verbunden ist.
Einladung zur mündlichen Prüfung im Promotionsverfahren von Yarden Skop
Der SFB lädt herzlich zur mündlichen Prüfung im Promotionsverfahren von Yarden Skop ein. Die Disputation findet am Donnerstag, 10 Dezember 2026, zwischen 13:00 und 15:00 Uhr statt.
Im Rahmen der Disputation werden die Ergebnisse der Dissertation von Yarden Skop vor der Prüfungskommission präsentiert und wissenschaftlich verteidigt. Der Titel ihrer Dissertation lautet: “Making Online Speech Governable: Problematizations, Platforms, and Publics in Algorithmic Moderation Infrastructures”.
How is problematic speech online turned into something a machine can detect? Drawing on multi-sited ethnographic fieldwork across content moderation teams on news websites, fact-checking organizations and EU-funded AI consortia, Yarden Skop examines how counter-hate speech and counter-disinformation initiatives problematize speech in distinct ways in order to operationalize these definitions through ML technology. The media studies project follows four cases: Google’s Perspective API, Meta’s Third-Party Fact-Checking program, Full Fact and its Alpha tool, and the EU Horizon-funded VeraAI project. It draws on interviews, event ethnography and on participant observation of participatory design workshops.
At its core are the research questions:
Who and what constitutes speech problems online, such as disinformation and hate speech – where did they come from, what are their specific constructions in the domains in which they are problematized?
Second, What forms of governing practices and social regulation are enabled when defining the problems as such?
Third, How are these governing practices executed in the building of software and machine learning tools for mediating said problems?
The central thesis of the dissertation is that definitions of problematic speech are not settled before technologies are built but are enacted, narrowed and stabilized in the tools, data practices and funding arrangements that claim to only apply them. These decisions are not neutral, and taken together, these projects can be seen as “moral infrastructures” built to define, identify and enforce the boundaries of acceptable speech.
Das Dissertationsprojekt ist Teil des Integrierten Graduiertenkollegs des SFB und Skop ist Mitglied des Projekts A07: „The Industry of Personal Data“.
Neues Working Paper zu „The Multiple Returns of Connectionism: Theory and History of Artificial Intelligence“ (No. 42) erschienen
Die Wiederkehr des Konnektionismus. Theorie und Geschichte künstlicher Intelligenz
von PD Dr. Sebastian Gießmann (Universität Siegen, SFB)
Wie verändern die historischen Wiederkehrbewegungen des Konnektionismus unser Verständnis von künstlicher Intelligenz, Medien und Kulturtechniken? In diesem Working Paper untersucht Sebastian Gießmann die theoretischen und historischen Grundlagen künstlicher Intelligenz aus der Perspektive der Medientheorie und Technikgeschichte. Das Paper analysiert, wie die Wechselbeziehungen zwischen symbolischer KI und induktiven konnektionistischen neuronalen Netzen unsere Medienumgebungen prägen, untersucht, inwieweit datenintensive und statistisch operationalisierte Netzwerke unsere anthropologischen sowie semiotischen Strukturen herausfordern, und entwirft eine Genealogie, um KI zwischen Natur und Kulturtechniken neu zu verorten.
Auf welche Zukunft in welchen neuen Umgebungen muss sich die Medien- und Kulturtechnikforschung angesichts der rezenten Konjunktur von Künstlicher Intelligenz ausrichten? Der Beitrag kommt hierzu auf eine grundsätzliche Frage von Marcel Mauss zur Konstitution von Techniken zwischen speziellen und allgemeinen Zwecken zurück.
Er bietet, erstens, eine kurze Lagebeschreibung zur gegenwärtigen Entwicklung des maschinellen Lernens und neuerer KI zwischen Spezialisierung und Universalisierung. Kern meiner Argumentation ist, zweitens, eine natur- und kulturtechnische Genealogie. Sie fragt nach der historischen Wiederkehr konnektionistischer Praktiken, Algorithmen, Denk- und Handlungsstile als Bedingung der aktuellen KI-Technologien. Wie konnten aus biologischen Neuronen artifizielle neuronale Netze werden, die als infrastrukturelle Grundierung Künstlicher Intelligenz fungieren? Auf dem Spiel stehen dabei, drittens, die Medien selbst. Sie werden aufgrund der Naturalisierung und Habitualisierung von konnektionistischer KI zu statistisch operationalisierten, datenintensiven Netzwerken.
The Working Paper Series of SFB 1187 “Media of Cooperation” brings together current contributions from the field of interdisciplinary and transdisciplinary media research. The SFB Working Paper Series offers the opportunity for pre-publication and rapid dissemination of research work currently being carried out at the SFB or related to it. The aim of the series is to make SFB research accessible to a broader research community. Publication in the Working Paper Series does not preclude the publication of revised versions of the same contribution in other journals. Contributions from postdocs and established researchers are welcome. The series is intended as a publication forum for the researchers represented in the SFB, their projects, and their ongoing research. Contributions are published in open access and in a limited print edition. If you would like to publish an article in the Working Paper Series, please submit your topic proposal in the form of an abstract (max. 300 words) together with a short CV (max. 50 words). For manuscript submission, please refer to our styleguide.
Funded by the German Research Foundation (DFG) – Project number 262513311 – SFB 1187. Editorial responsibility: Karina Kirsten, University of Siegen & SFB 1187 Media of Cooperation.
New publication: “Ambient Amplification: Memecry Across Platforms”
A Special-themed collection with the journal Platforms & Society
Out now! Special-themed collection “Ambient Amplification: Memecry Across Platforms,” with Platforms & Society, edited by Elena Pilipets and Marloes Geboers and including 10 individual articles
What comes into focus when we approach memes through the affective interplay of user practices and algorithmic systems? The editorial introduction to Volume One situates the collection’s ten methodological and conceptual reflections around a series of shifts that “foreground the background” of contemporary platform cultures: from viral events toward surrounding adaptations and remixes; from metrics to affinity-based algorithmic approximation; from memes as content to vibe-based riffing on affective orientations; and from visibility to ambiguity resistant to quantification.
Please find links to the individual articles below. Happy reading, and stay tuned for the forthcoming call for contributions to Volume Two!
Einladung zur mündlichen Prüfung im Promotionsverfahren von Hoa Mai Trần
Der SFB lädt herzlich zur mündlichen Prüfung im Promotionsverfahren von Hoa Mai Trần ein. Die Disputation findet am Dienstag, den 20.10.2026, von 10:00 bis 12:00 Uhr im Raum AR-E 4112 (OASE Lernwerkstatt) in der Adolf-Reichwein-Str. 2, 57068 Siegen statt.
Im Rahmen der Disputation werden die Ergebnisse der Dissertation von Hoa Mai Trần vor der Prüfungskommission präsentiert und wissenschaftlich verteidigt. Der Titel ihrer Dissertation lautet: „Das virtuelle Selbst im Zwischenraum: Eine ethnografische Kindheitsforschung zu Existenzweisen von Kindern im digitalen Spiel“.
Wo beginnt „das Kind“ im digitalen Spiel und wo hört es auf? In ihrer dreijährigen ethnografischen Feldforschung mit drei Familien aus Deutschland untersucht Hoa Mai Trần die Erlebnisse von Kindern während des digitalen Spiels. Die erziehungswissenschaftliche Studie fragt wie sich im Spiel die Grenzen zwischen „Ich“ und „Nicht-Ich“ verschieben.
Im Zentrum steht die Forschungsfrage: Wie wird hybrides Da-Sein von Kindern beim digitalen Spielen hervorgebracht? Die These der Arbeit lautet, dass Kinder über ihre fleischlich-physischen Körpergrenzen hinaus da-sein bzw. existieren können. Zwischen Fühlen, Werden und Sterben entfaltet sich im Spiel ein Zwischenraum, in dem sich hybride, lebendige Existenzweisen von Kindern zeigen. Das Spiel von Kindern wird zu einer bedeutsamen, spürbaren und dynamischen (Zwischen)Realität. Die durch Kind und Spiel wechselseitig erzeugten Entgrenzungsphänomene ermöglichen, je nach Spielsituation, temporäre bzw. aktualisierbare Selbst- und Weltentfaltungsweisen und tragen zur Genese des virtuellen Selbst bei. Das virtuelle Selbst ist kein digitales Abbild des Kindes im Spiel, sondern die im Spiel hervorgebrachte, digital materialisierbare und mehr oder weniger personalisierbare Vorstellung, etwas bzw. jemand zu sein oder werden zu können. Digitale Spiele sind bewohnbare Orte von Kindheit, die individuelle, soziale, bildungspolitische und ökonomische Tragweite für Kinder und Gesellschaft haben.
Das Dissertationsprojekt ist im Teilprojekt B05: (Frühe) Kindheit und Smartphone angesiedelt. Die Prüfung wird auf deutsch gehalten und von Prof. Dr. Jutta Wiesemann (Erstgutachterin), Prof. Dr. Jochen Lange (Zweitgutachter) und Prof. Dr. Chantal Munsch (Prüfungskommissionsmitglied) abgenommen.
Der SFB hat seinen Hauptstandort an der Universität Siegen. Weitere Verbundstandorte sind an den Universitäten in Köln, Hagen, Bochum, Frankfurt/Oder, Bonn, Konstanz, Paderborn imitierenuhren und Luxemburg angesiedelt oder werden in Kooperation mit diesen geleitet. Zudem bestehen enge Zusammenarbeiten mit renommierten internationalen Wissenschaftler*innen und außeruniversitären Einrichtungen u.a. in Chicago, Warwick, Basel, Waltham und Lviv.