Neuigkeiten

26. Januar 2024
Trauer um Prof. Volkmar Pipek
Der SFB und die Universität Siegen nimmt Abschied von Prof.
Trauer um Prof. Volkmar Pipek

Der SFB und die Universität Siegen nimmt Abschied von Prof. Dr. Volkmar Pipek.

Am 6. Januar 2024 verstarb nach langer, schwerer Krankheit im Alter von 56 Jahren Prof. Dr. Volkmar Pipek. Prof. Pipek war von 2006 bis 2013 zunächst als Juniorprofessor im Fach Wirtschaftsinformatik der Fakultät III an der Universität Siegen tätig bevor er zum 1. Februar 2013 zum Universitätsprofessor für „Computer-Supported Cooperative Work and Social Media” berufen wurde. Mit ihm verliert der SFB und die Universität einen international renommierten Forscher und guten Freund.

Einen ausführlichen Nachruf und eine Gedenkseite für Prof. Pipek finden Sie hier

Unser tief empfundenes Mitgefühl gilt seiner Familie und Freund*innen.

05. Dezember 2023
Neues SFB Working Paper Nr. 35 “Kontrapunkte setzen – Digitale Politische Bildung mit ContraPoints”
In der neusten Publikation “Kontrapunkte setzen – Digitale Politische Bildung mit ContraPoints” in unserer Working Paper Series (No.
Neues SFB Working Paper Nr. 35 “Kontrapunkte setzen – Digitale Politische Bildung mit ContraPoints”

In der neusten Publikation “Kontrapunkte setzen – Digitale Politische Bildung mit ContraPoints” in unserer Working Paper Series (No. 35, Dez) setzt sich Julia Bee mit den Potenzialen kreativer Format Politischer Bildung in digitalen Kontexten auseinander. Im Zentrum stehen videoessayistische Gegenformaten von Stiftungen, Institutionen und Vlogger:innen, die darauf abzielen, rechte Metapolitiken zu entlarven und zu erkennen. Sie produzieren Bildungsformate, die nicht nur inhaltlich und informativ, sondern auch ästhetisch und affektiv anknüpfen.

Stiftungen, Institutionen und Vlogger:innen haben in den letzten Jahren angesichts des Rechtsrucks auf Plattformen neue Formate der Politischen Bildung geschaffen. Diese wollen präventiv und intervenierend in rechte Diskurse, Trolling, Fake News und Co. eingreifen. Am Beispiel des Youtube-Kanals ContraPoints untersucht Bee die Formatspezifik der politischen Bildung, die im Anschluss an Donna Haraway als situiertes Wissen verstanden wird.

Julia Bee ist Professorin für Medienästhetik an der Universität Siegen. In ihrer Forschung kombiniert sie ästhetische Phänomene mit Medienphilosophie und Praxistheorie. Dekoloniale und Gender Medien Theorie sind dabei zentral. Derzeitige Forschungsgegenstände bilden dokumentarische Filme, TV-Serien, Vlogs, Installationen, Literatur sowie mobile Medienpraktiken wie Fahrradfahren. Sie ist Teilprojektleiterin des ab Januar 2024 neu geförderten Projekts B09 Fahrradmedien: Kooperative Medien der Mobilität.

Die Publikation „Kontrapunkte setzen – Digitale Politische Bildung mit ContraPoints” wird im Rahmen der Working Paper Series des SFB 1187 „Medien der Kooperation“ veröffentlicht. Die Working Paper Serie versammelt aktuelle Beiträge aus dem Umfeld der inter- und transdisziplinären Medienforschung und bietet die Möglichkeit einer schnellen Veröffentlichung und ersten Verbreitung von am SFB laufenden oder ihm nahestehenden Forschungsarbeiten. Ziel der Reihe ist es, die SFB-Forschung einer breiteren Forschungsgemeinschaft zugänglich zu machen. Alle Working Papers sind über die Website zugänglich oder können in gedruckter Form bei info[æt]sfb1187.uni-siegen.de bestellt werden.

24. November 2023
DFG Bewilligung für 3. Förderphase des SFB (2024-2027)
Die DFG hat entschieden: Unser SFB 1187 "Medien der Kooperation" wird für weitere 4 Jahre gefördert!
DFG Bewilligung für 3. Förderphase des SFB (2024-2027)

Die DFG hat entschieden: Unser SFB 1187 „Medien der Kooperation“ wird für weitere 4 Jahre gefördert! Wir freuen uns über die Entscheidung der DFG und danken unserem großartigen Team an Forschenden für all die Arbeit, die in den SFB gesteckt wurde, die Bewerbung, die Vor-Ort-Begutachtung, die Teambildung und das erstaunliche Forschungsprogramm. Das war eine kollektive Leistung!

Wir freuen uns auch, die neuen Projekte und Teilprojektleitenden willkommen zu heißen und gemeinsam weitere Jahre der Forschung zu Medien der Kooperation gestalten zu können, insbesondere mit einem neuen Fokus auf sensorische Medien, Künstliche Intelligenz und sensorische Praxeologie.

Lasst uns die kollektive Arbeit an Medien der Kooperation fortführen!

Hier geht es zur Pressemitteilung der Universität Siegen.

Hier gehts zur DFG Pressemitteilung.

29. April 2022
Neue ‚Media‘-Seite geht online
Der SFB 1187 stellt Videomitschnitte vergangener und kommender Veranstaltungen zur Verfügung.
Neue ‚Media‘-Seite geht online

Der SFB 1187 stellt Videomitschnitte vergangener und kommender Veranstaltungen zur Verfügung.

Unter dem neuen Menüreiter ‚Media‚-Seite können ab sofort Videomitschnitte vergangener Tagungen angeschaut werden. Dazu gehören unter anderem einzelne Vorträge und Panels der letztjährigen „Off the Grid“ Geomedia Conference 2021, Beiträge vergangener SFB-Jahrestagungen und anderer internationaler Tagungen. Außerdem geben kurze Projektvideos Einblicke in die Forschungsarbeiten der Doktorand:innen unseres Integrierten Graduiertenkollegs (MGK). Videomitschnitte kommender Veranstaltungen werden zukünftig auf der „Media“-Seite veröffentlicht.

11. April 2022
Aid and support for Ukraine
The CRC “Media of Cooperation” condemns Russia’s war of aggression against Ukraine.
Aid and support for Ukraine

The CRC “Media of Cooperation” condemns Russia’s war of aggression against Ukraine.

We are deeply concerned for and stand in solidarity with the people of Ukraine, fellow academics, our colleagues, students, their friends and families. Further, we express our solidarity and respect for all people in and beyond Russia who are resisting and are being subjected to severe repressive measures by the regime.

“The Russian attack on Ukraine is profoundly shocking and our thoughts are with all the people affected by it. They have our solidarity and support. The university and the academic communities offer a series of support services in which we as researchers can participate”, says Prof. Dr. Carolin Gerlitz, deputy speaker of the CRC.

In line with the statement of the German Society for Media Studies (Gesellschaft für Medienwissenschaft e. V.), the CRC is convinced that universities and research are and must remain characterized by international exchange and cooperation. Therefore, support cannot be subject to any national exclusions.

The board of the German Society for Media Studies shares a list of aid and support programs, compiled by the society’s Commission for Good Work in Research (Kommission für gute Arbeit in der Wissenschaft), supports the working group “AK Ukraine und Flucht” as well as the statement of the “AG Gender / Queer Studies und Medienwissenschaft”.

Below we share links to above mentioned initiatives as well as links to statements and support by other institutions.

 

University Siegen

Official statement “Solidarität mit der Ukraine“ of Rector and Chancellor of the University Siegen including links to support systems within the University Siegen

 

Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Overview of all statements an information released by the DFG

Information for researchers No. 17 (3 March 2022): “Geflüchtete Forschende: DFG weitet Unterstützung aus” and further information and support for “Geflüchtete Forschende” (DE) and “Refugee Researchers: DFG Expands Support” and further information and support for “Refugee Researchers” (EN)

Statement “Alliance of Science Organisations in Germany: solidarity with partners in Ukraine – consequences for science and the humanities” of the Alliance of Science Organisations in Germany

 

German Society for Media Studies (Gesellschaft für Medienwissenschaft e. V.)

Official statement “Krieg in der Ukraine: Hilfsprogramme für Wissenschaftler:innen in Not” of the board of the German Society for Media Studies (Gesellschaft für Medienwissenschaft e. V.) and list of aid and support programs (for academics, students, artists, journalists)

Statement “Solidarity networks in the war against Ukraine” of the “AG Gender / Queer Studies und Medienwissenschaft”

Working group “AK Ukraine und Flucht”, an initiative established out of the society’s Commission for Good Work in Research (Kommission für gute Arbeit in der Wissenschaft). More info on the initiative can be found here (in: DE / EN / UK / RU). For support, joining and sharing of information: akukraineflucht[æt]gfmedienwissenschaft.de and Email list: ak-flucht-und-ukraine[æt]lists.riseup.net

 

FG DeKolonial e.V.

Statement “United Against All Wars! For an Intersectional and Global Solidarity” of FG DeKolonial e.V. (Association for antiracist, decolonial, and postcolonial thought and practice / Fachgesellschaft für rassismuskritische, dekoloniale und postkoloniale Theorie und Praxis)

25. November 2021
The online conference “Digital Matters” discusses the materiality of the digital
The online conference “Digital Matters” discusses the materiality of the digital

How and why did people come to deny the materiality of the digital? What can we learn by recovering it? What if we rethink digital materialities as ongoing cooperative accomplishments?

From December 1–3 2021 historians, media theorists and information scholars come together for the online conference “Digital Matters” to examine socio-material constituents of digital systems and artifacts. Tackling the presupposition of digital immateriality as a misconception but at the same time as a productive site for interdisciplinary scholarly inquiry into media and data practices, the conference counters the idea of disembodied algorithms floating rhetorically in an ethereal cloud of big data. With a keynote lecture by Jonathan Sterne (McGill University) titled “Some Species of Materiality”, six moderated sessions and twelve international speakers, the conference promises a deep dive into digital matters and (im)materialities.

Conceptualized as an online conference with hybrid elements, most speakers will partake online with the organizers and several others coming together onsite in Siegen.

The conference is organized by Thomas Haigh (University of Wisconsin-Milwaukee & Siegen University), Valérie Schafer (University of Luxembourg), Axel Volmar (Siegen University) and Sebastian Giessmann (Siegen University). The event is part of the CRC projects A01 and A02.

 

For more information see:

https://www.mediacoop.uni-siegen.de/en/events/conference-digital-matters-a01/

https://www.socialstudiesof.info/digitalmatters/

 

30. Juni 2021
Lost and found: transforming assistance at digital Deutsche Bahn
How does digitization relate to assistance?
Lost and found: transforming assistance at digital Deutsche Bahn

How does digitization relate to assistance? A mishap sparked a profound study on contemporary redistribution of assistance at Deutsche Bahn.

When sociology professor Jörg Potthast lost his phone and wallet on a train in 2015, he found himself in the stressful situation of not being able to block his credit card. Without a phone of his own he had to rely on the train conducter’s kindness and contact his bank over a borrowed one. To make matters worse the connection was insufficient. This unfortunate event prompted the author to take a closer look at the lost and found services of the Deutsche Bahn.

Noticing a shift towards digitization within the “lost and found” services of the deutsche Bahn, the author explores the effects that come with digital practices. Leaving the train, the publication “Lost and found: transforming assistance at digital Deutsche Bahn” further contemplates the general digital practices of the individual consumer, when seeking assistance.

The publication intends to seek for a politics of pity – which have been largely absent from the current appraisals of digital sociality – in exploring the ambiguous patterns in the practice of assistance.

Jörg Potthast is a principal investigator at the Collaborative Research Center (SFB 1187) „Media of Cooperation“ in Siegen, leading the project A04 – Normal Interruptions of Service. Structure and Change of Public Infrastructures, which explores the sociological aspects of public transport.

His paper is published as part of the Working Paper Series of the SFB 1187 (No. 19, July 2021) which promotes inter- and transdisciplinary media research and provides an avenue for rapid publication and dissemination of ongoing research located at or associated with the CRC. The purpose of the series is to circulate in-progress research to the wider research community beyond the CRC. All Working Papers are accessible via the website or can be ordered in print by sending an email to: karina.kirsten[æt]uni-siegen.de

 

 

 

 

10. September 2020
Auftakt zur zweiten Förderphase (2020-2023): SFB-Jahrestagung 2020 zu „Pandemic Cooperation“ am 27. und 28. Oktober 2020
Der SFB 1187 "Medien der Kooperation" wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft für weitere 3,5 Jahre bis Dezember 2023 gefördert.
Auftakt zur zweiten Förderphase (2020-2023): SFB-Jahrestagung 2020 zu „Pandemic Cooperation“ am 27. und 28. Oktober 2020

Der SFB 1187 „Medien der Kooperation“ wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft für weitere 3,5 Jahre bis Dezember 2023 gefördert. Der Beginn der zweiten Förderphase fällt mitten in die anhaltende Ausnahmesituation der COVID-19-Pandemie, der sich der SFB am 27. und 28. Oktober 2020 wissenschaftlich annimmt: „Pandemic Cooperation: Media and Society in Times of Corona“ lautet der Titel der diesjährigen Jahrestagung, in der Wissenschaftler*innen aus mehr als zehn Ländern in sechs thematischen Panels zusammenkommen, um die anhaltenden Auswirkungen der Pandemie auf durch digitale Medien vermittelte Kooperationsverhältnisse zu analysieren. Zwei Keynote Vorträge von Sarah Pink und Arjun Appadurai/Paula Kift runden das Programm der erstmals vollständig virtuell stattfindenden Jahrestagung ab.

23. April 2020
Medien der Kooperation in einer globalen Pandemie – Der Stand der Dinge
Zu Beginn des Sommersemesters 2020 findet sich auch der SFB 1187 „Medien der Kooperation“ in einer unerwarteten Lage wieder, die die Verbundforschung vor strukturell und inhaltlich neue Herausforderungen stellt.
Medien der Kooperation in einer globalen Pandemie – Der Stand der Dinge

Zu Beginn des Sommersemesters 2020 findet sich auch der SFB 1187 „Medien der Kooperation“ in einer unerwarteten Lage wieder, die die Verbundforschung vor strukturell und inhaltlich neue Herausforderungen stellt. In der Öffentlichkeit wird kontrovers über die geeigneten Maßnahmen zur Eindämmung der gesundheitlichen Risiken, aber auch der ökonomischen, politischen und sozialen Folgen der globalen COVID-19-Pandemie diskutiert. Parallel werden diverse gesellschaftliche Infrastrukturen erheblichen Stresstests unterzogen: von den basalen Infrastrukturen medizinischer Grundversorgung und der Logistik für Nahrungsmittel und tägliche Konsumgüter bis hin zu den Infrastrukturen digitaler Kommunikation. Weitreichende Kontaktbeschränkungen und Ausgangsverbote, Reiseeinschränkungen, Erfordernisse der häuslichen Care-Arbeit und Kinderbetreuung, sehr akute gesundheitliche Risiken von Mitarbeiter*innen und Studierenden unterbrechen die etablierten Praktiken und den gewohnten Betrieb eines Sonderforschungsbereichs. Routinen der Forschung und wissenschaftlichen Kommunikation stehen in der aktuellen Situation auf dem Prüfstand: Wie lassen sich eingespielte Formate der wissenschaftlichen Kommunikation an die neue Situation anpassen, von der Ringvorlesung mit internationalen Gästen über Doktorandenkolloquia und Werkstätten bis hin zu Konferenzen und Tagungen? Wie lässt sich empirisch-ethnografisch forschen, wenn die Zugänge zum Feld versperrt sind? Und gerade auch in Bezug auf die Verantwortung für die Forscher*innen unseres gemeinsamen Projekts: Wie können Mitarbeiter*innen unterstützt werden, die aufgrund der Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe oder der notwendig gewordenen persönlichen Betreuung von Familienmitgliedern nicht in der gewohnten Weise am Forschungsprozess teilnehmen können?

Der SFB „Medien der Kooperation“ stellt sich der Herausforderung durch die globale COVID-19-Pandemie in mehrfacher Hinsicht. Die Teilprojekte des SFB, die die wechselseitige Konstitution und praktische Verfertigung von Infrastrukturen und Öffentlichkeiten beforschen, reagieren auch inhaltlich auf die anhaltende Krisensituation.
Der SFB hat im März 2020 aktiv damit begonnen, ein Twitter-basiertes Social-Media-Archiv zum Themenfeld Corona und zu verwandten Fragestellungen aufzubauen. Da die politischen Reaktionen auf die Ausbreitung des Corona-Virus weltweit zu Störungen bzw. Unterbrechungen fest etablierter Kooperationsketten in vielen alltäglichen Lebensbereichen geführt haben, bietet die aktuelle Entwicklung einzigartige Möglichkeiten, die Auswirkungen der Corona-Krise im Diskurs der sozialen Medien zu untersuchen: Das betrifft Transformationen von Infrastrukturen und Öffentlichkeiten im Allgemeinen, die gesellschaftliche Rolle von Daten in Form von Fallzahlen, Statistiken und Testergebnissen, aber auch solche der ganz konkreten Forschungsgegenstände der Teilprojekte des SFB im Besonderen (Videotelefonie, kontaktlose Bezahlung, häusliche persönliche Assistenten, Störungen im Nahverkehr etc.). Die Tweets werden mit Hilfe der Open-Source-Software DMI-TCAT in Echtzeit erhoben und analysierbar gemacht. Im Laufe des Sommersemesters 2020 wird ein Zusammenschluss aus SFB-Mitgliedern sowie externen Kolleginnen und Kollegen damit beginnen, die Daten in gemeinsamen (Online-)Datensitzungen zu sichten und zu analysieren. Langfristig ist geplant, das Siegener Corona-Archiv und die damit verbundenen Forschungsergebnisse öffentlich zugänglich zu machen. 
In die Reihe der vom SFB unterstützten boasblogs ist darüber hinaus seit Ende März 2020 der neue Blog Witnessing Corona aufgenommen worden. In Kooperation mit dem Kölner Global South Studies Center und dem Blog medizinethnologie.net werden hier Beiträge aus zahlreichen, auch außereuropäischen Ländern veröffentlicht, die mit ethnografischer Sensibilität die alltagspragmatischen Implikationen, sozialen Dynamiken und politisch-ökonomischen Verwerfungen der Krise aus der Perspektive von Sozialwissenschaften und (Medizin-)Ethnologie registrieren und analysieren. Unter Beteiligung von Clemens Eisenmann (Teilprojekt P01) und Ehler Voss (wissenschaftliche Koordination) entsteht derzeit zudem eine Sonderausgabe der Curare. Zeitschrift für Medizinethnologie, in der umfangreichere Materialien in Form (auto-)ethnografischer Corona-Tagebücher von Autor*innen aus bisher 25 Ländern zusammengetragen werden, um die Dynamik der Krise in situ und in actu zu dokumentieren.

Erhard Schüttpelz und Ulrich van Loyen denken im Merkur über die körper- und kulturtechnischen Implikationen des Tragens von Atemschutzmasken in westlichen und asitatischen Ländern nach. Entgegen dem Diktum der Kanzlerin, dass „im Augenblick … nur Abstand Ausdruck von Fürsorge“ sein kann, fragen die Autoren: „Ist auch das Gegenteil denkbar: Eine Form der Fürsorge für die anderen wäre der Ausdruck der richtigen Abstandnahme von sich selbst?“ Mit dieser Blickwendung auf liberale Diskursverengungen und die damit oft einhergehende Arroganz des Westens verbindet sich eine tiefergehende Reflexion darüber, „was für uns und andere und für uns alle in der Welt Zivilisiertheit und Schutzbedürfnis ausmacht“.

In seinen laufenden Formaten der internen und externen Forschungszusammenarbeit und Kommunikation setzt der SFB „Medien der Kooperation“ auf größtmögliche Flexibilität unter Berücksichtigung besonderer Bedürfnislagen der Mitarbeiter*innen und Gäste. Dies bedeutet konkret und im Einzelnen:

  • Die für das Sommersemester 2020 geplante Ringvorlesung „Interrogating Data Practices – Interdisciplinary Perspectives“ wird größtenteils auf das Wintersemester 2020/21 verschoben. Einzelne Vorträge werden im Rahmen des SFB-Forschungsforums als Online-Vorträge mit SFB-internem Publikum realisiert, um die Diskussion über laufende Forschungsvorhaben und -ergebnisse der Teilprojekte in einem angepassten Rahmen fortzuführen.
  • Das Doktorandenkolloquium des integrierten Graduiertenkollegs (MGK) findet am 6. und 13. Mai online statt. Im Anschluss erfolgt eine Evaluation und gemeinsame Entscheidung mit den Teilnehmer*innen, ob für die beiden folgenden Termine am 10. und 17. Juni auf ein Präsenzformat oder eine Hybridlösung mit einzelnen Teilnehmer*innen vor Ort und der Möglichkeit zur Online-Beteiligung umgestellt werden sollte.
  • Die erste Veranstaltung der „Werkstatt Medienpraxistheorie“ wird am 28./29. April über die Kombination einer asynchronen Online-Vorlesung und einer gemeinsamen Online-Diskussion durchgeführt. Eine Entscheidung über weitere Veranstaltungen wird unter Berücksichtigung aktueller Entwicklungen rechtzeitig getroffen und kommuniziert.
  • Das Gestaltungslabor (Research Tech Lab) findet am 5. und 13. Mai wie schon am 15. April online statt. Für die folgenden Termine am 09.06. und 07.07. wird, analog zum Doktorandenkolloquium, geprüft, ob die Umstellung auf ein vollständiges oder hybrides Präsenzformat verantwortbar und zielführend ist.
  • Für das Sommersemester geplante Workshops und Tagungen einzelner Teilprojekte des SFB sind gleichermaßen von den Maßnahmen zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie betroffen. Die Leiter*innen der betreffenden Teilprojekte wählen unterschiedliche Ansätze zum Umgang mit dieser Herausforderung: von einer Verschiebung der Veranstaltungen in das kommende Wintersemester über die Umstellung auf kollektive Textarbeit bis hin zu hybriden Workshop-Formaten, in denen internationale Gäste mit den Siegener Wissenschaftler*innen vor Ort kooperieren.
  • Allen Mitarbeiter*innen des SFB wird zeitnah zu Beginn des Semesters die Möglichkeit gegeben ein Einzelcoaching zu den Herausforderungen von Tele-Arbeit und der Vereinbarkeit von Familie und Beruf unter den aktuell verschärften Bedingungen wahrzunehmen.

Zu Beginn des Jahres 2020 war für die beteiligten Wissenschaftler*innen die aktuelle, kritische Entwicklung der COVID-19-Pandemie nicht absehbar. Sie verlangt in erster Linie nach Solidarität mit den besonders gefährdeten Gruppen der Bevölkerung und mit den aktuell stärker als Deutschland betroffenen Ländern. Für die kultur- und sozialwissenschaftliche Medienforschung an der Universität Siegen bedeutet die Krise darüber hinaus auch, dass die laufende Forschung zu den Medien der Kooperation ihre Relevanz und Aktualität im Härtefall unter Beweis stellen muss – von der Geschichte der Videotelefonie (Teilprojekt A01), über die normalen Betriebsausfälle (A04), die partizipative Gestaltung autonomie-fördernder Infrastrukturen für ältere Menschen (A05), die mediengestützte Kooperation im Klinikalltag (A06), die Effekte digitaler Medien auf familiäre Interaktionsordnungen (B05), die Untersuchung der Datenschutz- und Überwachungsimplikationen
digitaler Mediennutzung im häuslichen Umfeld (B06), den Einsatz semi-autonomer Systeme wie Drohnen als neue Kriseninfrastruktur (B08) sowie den Einsatz und die Entwicklung digitaler Forschungswerkzeuge in dezentralen Arbeitsumgebungen (P03, INF). Der SFB sieht sich in der Verantwortung einen Forschungsbeitrag zum Umgang mit den soziotechnischen Folgen der COVID-19-Pandemie zu leisten.

26. März 2019
Imagefilm über den SFB 1187 „Medien der Kooperation“
Die Stabsstelle für Presse, Marketing und Kommunikation der Universität Siegen hat einen Imagefilm über den SFB 1187 "Medien der Kooperation" produziert.
Imagefilm über den SFB 1187 „Medien der Kooperation“

Die Stabsstelle für Presse, Marketing und Kommunikation der Universität Siegen hat einen Imagefilm über den SFB 1187 „Medien der Kooperation“ produziert. Darin kommen neben den SprecherInnen Prof. Dr. Tristan Thielmann und Prof. Dr. Carolin Gerlitz die LeiterInnen und MitarbeiterInnen der Teilprojekte A06 („Visuell integrierte klinische Kooperation“), A04 („Normale Betriebsausfälle: Struktur und Wandel von Infrastrukturen im öffentlichen Dienst“), B05 („Frühe Kindheit und Smartphone. Familiäre Interaktionsordnung, Lernprozesse und Kooperation“) und A05 („Kooperative Herstellung von Nutzerautonomie im Kontext der alternden Gesellschaft“) zu Wort und diskutieren Aspekte ihrer laufenden Forschung. Das abschließende Statement kommt von William Uricchio, Professor of Comparative Media Studies am MIT in Boston.

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