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Beyond Informed Consent: Consumer Data Preferences and the Case for Enforcement-Oriented Transparency
von Prof. Dr. Maximilian Becker & Catalina Goanta (Universität Siegen, SFB)
Wie verändern Digitalisierung und künstliche Intelligenz die Strukturen des Privatrechts? In diesem Working Paper untersucht Maximilian Becker die rechtlichen Herausforderungen digitaler Technologien aus der Perspektive des Bürgerlichen Rechts. Der Beitrag analysiert, wie datengetriebene Systeme, algorithmische Entscheidungsprozesse und neue digitale Geschäftsmodelle bestehende privatrechtliche Strukturen beeinflussen und fragt, inwiefern das geltende Recht den Anforderungen der digitalen Transformation gerecht werden kann.
→ Link Working Paper
Über das Working Paper
Digital markets have fundamentally altered the conditions under which consumers engage with data-driven platforms, yet regulatory frameworks, particularly in the EU, continue to rely on consent-based models that presuppose a level of technological literacy and informed agency that most users do not possess. Drawing on existing empirical evidence from five studies across the US, UK, and EU, this paper departs from the empirical argument that consumer preferences regarding personal data are highly unstable and shaped by framing and trust rather than genuine, well-formed values.
Consumers systematically overestimate the privacy protections offered by paid services, accept personalization without understanding its commercial scope, and disregard privacy notices regardless of their clarity. This argument exposes the structural failure of transparency-as-disclosure as a regulatory strategy: informing consumers better does not fix markets distorted by asymmetric information and complex, layered business models.
Rather than doubling down on consumer-facing transparency obligations, this paper proposes a shift toward enforcement-oriented business-model transparency, under which platforms would be required to disclose aspects such as data flows, monetization strategies, but also algorithmic processes to regulatory authorities and civil society. The Digital Services Act and the General Data Protection Regulation already point somewhat in this direction. Building on this logic, the paper proposes further machine-readable transparency as a complement to existing information obligations.
Über die Autoren
Prof. Dr. Maximilian Becker ist Professor für Bürgerliches Recht, Immaterialgüterrecht und Medienrecht an der Universität Siegen. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bürgerlichen Recht mit Bezügen zum Medizin-, Daten- und Informationstechnologierecht sowie im IT-, Medien- und Wettbewerbsrecht. Er studierte Deutsches und Europäisches Wirtschaftsrecht an der Universität Siegen und promovierte dort 2012 mit einer Arbeit zu „Absurden Verträgen“. Nach einer Juniorprofessur an der Universität Siegen und einer Professur für Datenschutzrecht und IT-Recht an der Leibniz Universität Hannover ist er seit 2021 Professor an der Universität Siegen. Darüber hinaus ist er Teilprojektleiter des Projektes „A07 – „Industrie der Personendaten“ am SFB 1187 Medien der Kooperation (Universität Siegen).
Catalina Goanta is an Associate Professor in Private Law and Technology and Principal Investigator of the ERC Starting Grant HUMANads, focused on understanding the impact of content monetization on social media and on reinterpreting private law fairness in the context of platform governance. Between 2016-2021 she was Assistant Professor at the Faculty of Law at Maastricht University, and during February 2018 – February 2019, she was a Niels Stensen fellow and visited the University of St. Gallen (The Institute of Work and Employment) and Harvard University (The Berkman Center for Internet and Society). She has been a mercator fellow at the SFB since 2025.
Über die Working Paper Reihe
Die Working Paper Series des SFB 1187 „Medien der Kooperation“ versammelt aktuelle Beiträge aus dem Umfeld der inter- und transdisziplinären Medienforschung. Die SFB Working Paper Series bietet die Möglichkeit einer Vorveröffentlichung und schnellen Verbreitung von am SFB laufenden oder ihm nahestehenden Forschungsarbeiten. Ziel der Reihe ist es, die SFB-Forschung einer breiteren Forschungsgemeinschaft zugänglich zu machen. Die Veröffentlichung in der Working Paper Series schließt die Publikation überarbeiteter Versionen desselben Beitrags in anderen Zeitschriften nicht aus. Beiträge von Postdocs und etablierten Wissenschaftlicher*innen werden begrüßt. Die Reihe versteht sich als Publikationsforum für die im SFB vertretenen Wissenschaftler*innen, Projekte und ihre laufende Forschung. Die Beiträge erscheinen im Open Access und in limitierter Printauflage. Wenn Sie einen Beitrag in der Working Paper Series veröffentlichen möchten, reichen Sie bitte Ihren Themenvorschlag in Form eines Abstracts (max. 300 Wörter) zusammen mit einer Kurzvita (max. 50 Wörter) ein. Für die Manuskripteinreichung beachten Sie bitte unser Styleguide.
Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) – Projektnummer 262513311 – SFB 1187. Redaktionelle Verantwortung: Karina Kirsten, Universität Siegen & SFB 1187 Medien der Kooperation.
Das Teilpojekt B09 „Fahrradmedien: Kooperative Medien der Mobilität“ von Julia Bee betreibt seit neustem einen Wikipedia-Account, auf diesem sie nun einen Artikel über den Fahrradfeminismus veröffentlicht haben.
→ zum Wikipedia-Artikel „Fahrradfeminismus“
Aus dem Artikel
„Fahrradfeminismus bezeichnet feministische Perspektiven auf Fahrradmobilität, Verkehrsinfrastruktur und Fahrradkultur. Fahrradfeministische Positionen verstehen das Fahrrad und Fahrradfahren als Mittel feministischer Selbstermächtigung. Diese thematisieren insbesondere geschlechtsspezifische Erfahrungen in Bezug auf Fragen von Sicherheit und Bewegungsfreiheit im Straßenverkehr sowie die historische Überschneidung zwischen Fahrrad(-fahren) und Feminismus.“
Bei näherem Interesse an der Thematik empfehlen wir die Jahrestagung des Projekts am 17. & 18. September in Bochum. Weitere Infos finden sich hier.
Erfolgreiche Habilitation und Einführungsvorlesung an der Universität Köln
Zu Sebastian Gießmanns renommierten Publikationen zählen neben dem kürzlich erschienenen Buch Das Kreditkarten-Buch (2026) auch seine frühere Arbeit Netze und Netzwerke von 2015, die als Übersetzung 2024 unter dem Titel The Connectivity of Things erschienen ist. Darüber hinaus wird er im Rahmen seiner Habilitation eine öffentliche Einführungsvorlesung an der Universität Köln halten. Hierzu sind alle Interessierten herzlich eingeladen.
Die Vorlesung läuft unter dem Titel: „Anthropic Studies: Medienkulturen unter den Bedingungen künstlicher Intelligenz“
Über die Vorlesung
Die Einführungsvorlesung schlägt mittels Anthropic Studies eine situierte Auseinandersetzung mit der aktuellen, neo-konnektistischen künstlichen Intelligenz vor. Sie wählt hierfür eine symmetrische Perspektive, die sowohl medien- und kulturwissenschaftlich wie im Sinne der Science and Technology Studies vorgeht. Als theoretischer Fixpunkt kommen hierbei die Arbeiten von Susan Leigh Star und Phil Agre ins Spiel. Ist „KI“ nicht das vieldeutigste Grenzobjekt, das die Informatik je hervorgebracht hat? Wenn wir in der aktuellen Superkontroverse um KI und ihre planetarischen Folgen bestehen wollen, müssen wir die Technologie zunächst in ihren institutionellen Ökologien und Grammatiken des Handels lokalisieren. Es tritt auf die Szene: Claude, der Chatbot von Anthropic. Das Prompt des Vortrags lautet: „Erzähl uns ein wenig über Deine Verfassung, Claude.“
10. Juni 2026, 16 Uhr s.t.
Universität zu Köln
Philosophische Fakultät
Seminargebäude (106), 1. Etage, Raum S11
Universitätsstr. 37, 50931 Köln
Open Street Map: https://www.openstreetmap.org/way/128504202#map=19/50.926836/6.927502
Google Maps: https://maps.app.goo.gl/qdTXs5S8APUekLGLA
Der Sonderforschungsbereich (SFB 1187) „Medien der Kooperation“ begrüßt vier neue Mercator Fellows: Azadeh Ganjeh, Olga Gorinuova, Maija Hirvonen, Christopher Salter und Jürgen Streeck. Diese herausragenden Wissenschaftler*innen werden dieses Jahr ihre wissenschaftliche Expertise und innovativen Forschungsansätze in den SFB 1187 einbringen.
Über das Mercator Fellowship am SFB 1187
Um die wissenschaftliche Zusammenarbeit im Forschungsverbund zu stärken, vergibt der SFB 1187 Mercator Fellowships an herausragende Wissenschaftler*innen aus dem In- und Ausland. Mercator Fellows forschen für eine längere Zeit und enger Zusammenarbeit mit einem oder mehreren der am SFB 1187 beteiligten Teilprojekte zu Fragestellungen rund um digitaler, datenintensiver Medien. Zusammen mit den regulären Mitglieder verfolgen unsere Mercator Fellows das gemeinsame Ziel, interdisziplinäre Ansätze weiterzuentwickeln und das Forschungsprogramm des SFB mitzugestalten. Die Aufnahme dieser renommierten Forschenden stärkt nicht nur das internationale Netzwerk des SFB 1187, sondern fördert auch den Wissens- und Ideentransfer, der für die digitale Gegenwartsforschung am SFB von zentraler Bedeutung ist.
Das Mercator Fellowship ist ein Modul im Rahmen der Förderprogramme der Deutschen Forschungsgemeinschaft und dient dazu, einen intensiven und langfristigen Forschungsaustausch zu ermöglichen.
Über die aktuellen Mercator Fellows
Dr. phil. Azadeh Ganjeh
Professur für Performative Künste im Sozialen
Hochschule für Künste im Sozialen, Ottersberg
Über Azadeh Ganjeh
Azadeh Ganjeh is a performance artist, scholar, dramaturg and activist, and a member of the collective Rebel-Ist-hah!. Born in Tehran, Iran, she holds a Master’s degree in theatre directing from Tehran Art University and received her doctorate in 2017 in philosophy with a focus on theatre studies from the University of Bern.
Azadeh specialises in socially engaged and site-specific performances, participatory productions, performative interventions in urban space, and community theatre for socio-political empowerment. Her research interests include narratives and politics of the stage, the performativity of public events, the performative interaction of body and space, emancipation through the performing arts, aesthetics of performativity and space, and activism in performance art.
After working as a professor at the University of Tehran, she taught at numerous European universities and has been working since April 2022 as a researcher and lecturer at the Institute for Media, Theatre and Popular Culture at the University of Hildesheim. In October 2024, she took up the professorship for Performative Arts in Society at the University of the Arts in Society in Ottersberg, where she combines artistic practice with critical research on performance and social change.
Dr. Olga Gorinuova
Professor of Media Arts
Royal Holloway, University of London.
Über Olga Gorinuova
Olga Goriunova is Professor of Media Arts at Royal Holloway, University of London. She is a cultural theorist, working across technology, philosophy and aesthetics. Her latest book, Ideal Subjects. The Abstract People of AI (2025) explores how data and artificial intelligence abstract people into new kinds of subjects. The questions of subjectivation in relation to art and technology have been central to her work. Her previous book, Bleak Joys. Aesthetics of Ecology and Impossibility (co-authored, 2019) explores aesthetics, ethics and ecology during times of multiple crises. This work traces connections between large scale systems such as ecologies, technical infrastructures or mechanisms of calculation and processes of subjectivation. Her first book Art Platforms and Cultural Production on the Internet (2012) conceptualises aesthetic and political engagements with technology at the dawn of the World Wide Web, proposing the concepts of organisational aesthetics and art platforms to understand collective art practices and art movements of the 1990s and early 2000s. This book is based on her work as a co-organiser of software art repository Runme.org and a co-curator of software art festivals (four editions of the Readme festival between 2002 and 2005 in Moscow, Helsinki, Aarhus and Dortmund) and other exhibitions. She edited or co-edited four Readme publications, the most significant of which is Readme. Software Arts and Cultures (Aarhus University Press, 2004). She is also the editor of Fun and Software: Exploring Pleasure, Pain and Paradox in Computing (2014) and a co-founder and co-editor of Computational Culture, a Journal of Software Studies.
Prof.‘in Dr. Maija Hirvonen
Professor for German language, culture and translation
Faculty of Information Technology and Communication Sciences | Language Studies | German
Tampere University, Finland
Über Maija Hirvonen
Maija Hirvonen is a full professor in German language, culture and translation at the Languages Unit of the Faculty of Information Technology and Communication Sciences of Tampere University. She leads BA, MA and PhD studies in German linguistics and translation. She is director of Langnet, the Network of Doctoral Programmes in Language Sciences in Finland, and sits on the steering board for Plural (the multidisciplinary research centre for languages and cultures). She co-leads the Tampere Accessibility Unit and the Multimodality in Translation and Interpreting research group.
Her research specialisms include:
- accessibility (esp. audio description)
- multimodal and intermodal translation and interpreting
- blind-sighted and other asymmetrical interaction
- teamwork
- distributed/interactive intelligence and the interface of cognition and interaction
- human-centered machine learning (esp. machine perception, automatic video description, audio captioning)
Prof. Dr. Jürgen Streeck
Department of Communication Studies, Moody College of Communication
University of Texas at Austin, USA
Über Jürgen Streeck
Jürgen Streeck conducts research in the field of multimodal interaction, focusing in particular on the coordination of language, gesture and gaze, as well as the social meaning of actions in communication. He has contributed to the development of multimodal interaction research and engages with the connections between language, music and orality, particularly in hip-hop. His academic work has been recognised with several awards, including the Georg-Gottfried-Gervinus Fellowship (2013–2014). He was a Fellow at the Freiburg Institute for Advanced Studies and at the Centre for Interdisciplinary Research (ZiF) in Bielefeld.
Streeck received his doctorate in 1981 from the Free University of Berlin in linguistics and has been Professor of Communication Studies in the Department of Communication Studies at the University of Texas at Austin since 2013. Previously he was Associate Professor in the same department and also held a professorship in linguistics at the Free University of Berlin. In addition, he has held visiting professorships and fellowships at universities including the University of Oldenburg, the University of Vienna and the University of Utrecht.
Among his major publications is the 2009 book Gesturecraft: The Manu-facture of Meaning, in which Streeck examines how hand gestures in communication represent and interpret the world, drawing on microethnographic research and theories of cognition and interaction. In the 2017 volume Self-Making Man: A Day of Action, Life, and Language, Jürgen Streeck analyses how a car mechanic in Texas constructs his social world and identity through gestures, language and actions in communication.
Prof. Dr. Christopher Salter
University Research Chair in New Media, Technology and the Senses
University Montreal
Über Christopher Salter
Chris Salter is an artist, University Research Chair in New Media, Technology and the Senses, Professor of Computation Arts in the Department of Design and Computation Arts, Co-Director of the Hexagram Network for Research-Creation in Media Art, Design, Digital Culture and Technology, Director of Hexagram Concordia and Associate Director, Milieux Institute for Arts,Culture and Technology.
Salter studied economics and philosophy at Emory University and received his Ph.D. in theater directing and dramatic theory/criticism at Stanford University where he also worked and researched at CCRMA (Center for Computer Research in Music and Acoustics). At Stanford, Salter studied with former Brecht assistant Carl Weber as well as pioneers of digital synthesis John Chowning, Max Matthews and Chris Chafe. In the 1990s, he collaborated with theater director Peter Sellars and choreographer William Forsythe/Frankfurt Ballet. He was visiting professor in music, graduate studies and digital media at Brown University and the Rhode Island School of Design (RISD) before joining Concordia University’s Faculty of Fine Arts in 2005. He was also Guest Professor at the KhM in Cologne in 2010 and is continuing Guest Faculty at the Masters program in Media Arts History, Institute für Bildwissenschaften,Donau University, Krems, Austria.
Salter’s large scale installations, performative environments and research focuses on and challenges human perception, merging haptic, visual, acoustic and other sensory phenomena. Exploring the borders between the senses, art, design and new technologies, his immersive and physically experiential works are informed by theater, architecture, visual art, computer music, perceptual psychology, cultural theory and engineering and are developed in collaboration with anthropologists, historians, philosophers, engineers,artists and designers.
His work has been shown at major international exhibitions and festivals in over a dozen countries including the 2008 Venice Architecture Biennale (Venice), Wiener Festwochen (Vienna), Berliner Festspiele/Martin Gropius Bau (Berlin), Musée d’Art Contemporain (Montréal),National Art Museum of China (Beijing), Lille 3000 (Lille), Chronus Art Centre (Shanghai), Fondarie Darling (International Biennale of Electronics Arts – Montreal),HAU3 (Berlin), Laboral Centro de Arte y Creacion Industriel (Gijon, Spain),Nuit Blanche (Paris), Vitra Design Museum (Germany), EXIT Festival (Maison des Arts, Creteil-Paris), STRP Biennale (Eindhoven), Ars Electronica (Linz), Pact Zollverein (Essen, Germany), CTM (Berlin), Villette Numerique (Paris),TodaysArt (the Hague), Todays Art.jp (Tokyo), Meta.Morf (Norway), MoisMulti(Quebec), Transmediale (Berlin), Place des Arts (Montréal), Elektra(Montréal),the Banff Center (Banff), Dance Theater Workshop (New York), V2(Rotterdam), SIGGRAPH 2001 (New Orleans), Mediaterra (Athens) and the Exploratorium (SanFrancisco), among others.
Salter is a regular presenter at national and international conferences, has given over 100 invited talks at universities and festivals worldwide and has sat on many juries including the Prix Ars Electronica among others. In addition to his artistic work, he is the author of the seminal book Entangled: Technology and the Transformation of Performance (MIT Press, 2010) and Alien Agency: Experimental Encounters with Art in the Making (MIT Press, 2015).
2 Kurzzeit-Promotionsstipendien am SFB zu vergeben
Der SFB vergibt wieder zwei Kurzzeitstipendien an Doktorand*innen, die im Bereich digitaler Medien, Sensing und Sensorik, Datenpraktiken und KI forschen und Interesse an einer längerfristigen Zusammenarbeit mit dem SFB haben.
Kurzinformationen
- Stipendienbeginn: 1. Oktober 2026
- Laufzeit: 9-12 Monate
- Grundbetrag des Stipendiums: 1.650,- EUR (Höchstsatz der DFG)
- Sachkostenzuschuss (103,- EUR)und ggf. Kinderzulage werden zusätzlich gezahlt
- Bitte beachten Sie die DFG-Richtlinien für Promotionsstipendien, die eine Kombination des Stipendiums mit weiterer Erwerbstätigkeit nur in engen Grenzen erlauben. Die Förderung kann nur mit einer wissenschaftlichen Nebentätigkeit bis zu einer Grenze von max. 6.000,- EUR im Jahr aufgestockt werden. Darüber hinausgehende Einnahmen werden ggf. vom Stipendienbetrag abgezogen.
Über den SFB 1187 „Medien der Kooperation“
Der SFB ist ein interdisziplinärer Forschungsverbund, bestehend aus 19 Teilprojekten und mehr als 60 Wissenschaftler*innen aus Medienwissenschaft, Ethnologie, Soziologie, Informatik, Linguistik, Ubiquitous Computing, Science and Technology Studies, Erziehungs-, Rechts- und Ingenieurswissenschaften.
Der SFB wird seit 2016 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert. Im Zentrum der Forschung steht die Entstehung, Gestaltung und Nutzung digitaler, datenintensiver Medien, die der SFB als kooperativ erarbeitete Kooperationsbedingungen versteht. In der ersten Förderphase (2016-2019) reagierte der SFB auf die Relevanz von sozialen Medien und Plattformen, in der zweiten Phase (2020-2023) standen datenintensive Medien und Datenpraktiken im Mittelpunkt. Die aktuelle dritte Phase (2024-2027) widmet sich dem Zusammenspiel von Sensormedien und Künstlicher Intelligenz.
Über das Kurzstipendienprogramm des SFB erhalten nationale und internationale Doktorand*innen die Möglichkeit, ihr Forschungsprojekt im SFB weiterzuentwickeln, beteiligte Forscher*innen der Teilprojekte kennenzulernen und sich mit diesen auszutauschen. Thematisch sollen die Forschungsprojekte der Stipendiat*innen im Umfeld der Teilprojekte des SFB angelegt sein, damit ihre Arbeit von den Projekten unterstützt werden kann. Organisatorisch sind die Stipendiat*innen dem integrierten Graduiertenkolleg (MGK) des SFB zugeordnet und profitieren von seinem strukturierten Qualifizierungskonzept. Der SFB bietet Stipendiat*innen ein internationales Umfeld für interdisziplinäre Medienforschung sowie ein umfassendes Veranstaltungsprogramm und Methodentraining u.a. im Bereich ethnografischer, digitaler, sensorbasierter, linguistischer sowie KI-basierter Methoden.
Nähere Informationen zu den Schwerpunkten und Teilbereichen des SFB finden Sie unter: https://www.mediacoop.uni-siegen.de.
Ihr Profil
- Einschlägiger, überdurchschnittlicher Studienabschluss in einer der am SFB beteiligten oder verwandten Disziplinen, bevorzugt in der Medien- und Kulturwissenschaft, Soziologie oder im Bereich der Sozio- oder Wirtschaftsinformatik, Human-Computer-Interaction oder Informationssysteme (Master, Magister, Diplom oder Lehramt/Staatsexamen Sek. II)
- Eigenes Forschungsvorhaben in einer der o.g. Disziplinen im Themenbereich des SFB. Idealerweise können Sie das Projekt einem der Teilbereiche des SFB – Infrastrukturen, Öffentlichkeiten oder Praxeologie – zuordnen
- Interesse an Methoden der Medienforschung, der Analyse von Datenpraktiken sowie Affinität zu interdisziplinären Arbeitsweisen
- Bereitschaft sich am internationalen Veranstaltungsprogramm des SFB und des MGK zu beteiligen
- Sehr gute englische Sprachkenntnisse in Wort und Schrift
Ihre Aufgaben
Erwartet werden:
- Regelmäßige Teilnahme und inhaltliche Mitwirkung am Veranstaltungs- und Qualifizierungsprogramm des MGK (Kolloquien, Workshops, Summer Schools, Methodenwerkstätten, interdisziplinäre Kleingruppen)
- Präsentation von Zwischenergebnissen des Forschungsvorhabens innerhalb des MGK-Kolloquiums
Zur Bewerbung
Ihre Bewerbungsunterlagen (Motivationsschreiben, Lebenslauf, Zeugniskopien, 5-10 seitige Skizze einer Projektidee) senden Sie bitte bis zum 19. Juni 2026 zusammengefasst in einer PDF-Datei (max. 5 MB) per E-Mail an dominik.schrey@uni-siegen.de. Bitte beachten Sie, dass Gefährdungen der Vertraulichkeit und der unbefugte Zugriff Dritter bei einer Kommunikation per unverschlüsselter E-Mail nicht ausgeschlossen werden können. Informationen über die Universität Siegen finden Sie auf unserer Homepage www.uni-siegen.de.
Über die Universität Siegen
Die Universität Siegen ist eine interdisziplinär ausgerichtete und weltoffene Universität mit aktuell rund 18.000 Studierenden und einem Fächerspektrum von den Geistes-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften bis hin zu Natur-, Ingenieur- und Lebenswissenschaften. Mit über 2.000 Beschäftigten zählen wir zu den größten Arbeitgebern der Region und bieten ein einzigartiges Umfeld für Lehre, Forschung und Weiterbildung.
Chancengerechtigkeit und Diversity werden an der Universität Siegen gefördert und gelebt. Bewerbungen von Frauen sind uns ausdrücklich willkommen und werden gemäß Landesgleichstellungsgesetz besonders berücksichtigt. Gleichermaßen wünschen wir uns Bewerbungen von Personen mit unterschiedlichstem persönlichen, sozialen und kulturellen Hintergrund, Menschen mit Schwerbehinderung und diesen Gleichgestellten.
Informationen über die Universität Siegen finden Sie auf unserer Homepage www.uni-siegen.de.
Kontakt
Dr. Dominik Schrey
Tel.: +49(0) 271 740-4664
E-Mail: dominik.schrey[ae]uni-siegen.de
The Amazon of Drone Warfare
Von Hendrik Bender und Max Kanderske (Universität Siegen, SFB)
In dem neusten Working Paper (No. 39) zeigen Hendrik Bender und Max Kanderske, wie sich die „Plattformisierung der Drohnenkriegsführung“ im Russisch-Ukrainischen Krieg entwickelt. Dabei steht sowohl die FPV-Drohne als Hardware-Plattform im Vordergrund, als auch die Software-Plattformen Delta und Brave1, über die Medienpraktiken der Schlachtfeldverwaltung und Militärlogistik ökonomisiert und gamifiziert werden.
Über das Working Paper
Sowohl Russland als auch die Ukraine setzen seit der Frühphase des Krieges in großem Maßstab Drohnen ein. Entstanden dabei zunächst verschiedene Formen von Consumer Drone Warfare, bei denen handelsübliche Ready-to-Fly-Drohnen bekannter Hersteller wie DJI oder Autel zum Einsatz kamen, so hat sich über die letzten Jahre hinweg eine deutliche Verlagerung hin zu lokal hergestellten First-Person-View- oder FPV-Drohnen vollzogen. Diese Entwicklung setzt – zumindest auf ukrainischer Seite – eine zunehmende Plattformisierung der militärischen Abläufe voraus.
Im vorliegenden Beitrag beleuchten wir drei distinkte, aber miteinander verflochtene Schauplätze der Plattformisierung: 1) die modulare FPV-Drohne selbst, verstanden als militärische Plattform für Sensor- und Waffensysteme; 2) Delta, ein Software-Ökosystem für die Planung und kooperative Durchführung von Drohnenangriffen; 3) und den Brave1 Market, eine Logistikplattform, die Militäreinheiten mit Ausrüstungs- und Waffenherstellern verbindet und auch als „Amazon for drone warfare“ bezeichnet wird.
Dabei zeigen wir, dass die plattformisierte Drohnenkriegsführung militärische Organisation- und Beschaffungsvorgänge im Sinne von Gamifizierung und liberaler Marktlogik umgestaltet und ökonomisiert. Indem sie die Operationskette von der Drohnenentwicklung bis zum Einsatz auf dem Schlachtfeld datafizieren und (ac)countable machen, sollen Delta und Brave1 angesichts eines zunehmend unübersichtlichen Geflechts von Militärtechnologie-Start-ups und heterogenen Hardwarekomponenten für Qualitätskontrolle sorgen und Selbstorganisation ermöglichen. Die im Zuge der Plattformisierung geschaffenen Infrastrukturen für die Drohnenentwicklung und die Sammlung von Einsatzdaten bilden dabei die Grundlage für zukünftige, (halb-)autonome Formen der Drohnenkriegsführung, die auf maschinellem Lernen und KI-Systemen basieren.
Über die Autoren
Hendrik Bender ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt B08 „Agentic Media: Formationen von Semi-Autonomie“ des Sonderforschungsbereiches „Medien der Kooperation“ der Universität Siegen. Sein Forschungsinteresse umfasst Figurationen der Kooperation zwischen menschlichen Akteuren und synthetischen Agenten sowie die Untersuchung räumlicher und medialer Praktiken fliegender Kameras.
Max Kanderske ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt A03 „Navigation in Online/Offline Spaces“ des Siegener SFB „Medien der Kooperation“. Abseits des Navigationellen gilt sein Forschungsinteresse sensormedialen Environments und digitalen Spielräumen. Er ist Mitherausgeber des Game Studies Journals „Spiel|Formen“.
Über die Working Paper Reihe
Die Working Paper Series des SFB 1187 „Medien der Kooperation“ versammelt aktuelle Beiträge aus dem Umfeld der inter- und transdisziplinären Medienforschung. Die SFB Working Paper Series bietet die Möglichkeit einer Vorveröffentlichung und schnellen Verbreitung von am SFB laufenden oder ihm nahestehenden Forschungsarbeiten. Ziel der Reihe ist es, die SFB-Forschung einer breiteren Forschungsgemeinschaft zugänglich zu machen. Die Veröffentlichung in der Working Paper Series schließt die Publikation überarbeiteter Versionen desselben Beitrags in anderen Zeitschriften nicht aus. Beiträge von Postdocs und etablierten Wissenschaftlicher*innen werden begrüßt. Die Reihe versteht sich als Publikationsforum für die im SFB vertretenen Wissenschaftler*innen, Projekte und ihre laufende Forschung. Die Beiträge erscheinen im Open Access und in limitierter Printauflage. Wenn Sie einen Beitrag in der Working Paper Series veröffentlichen möchten, reichen Sie bitte Ihren Themenvorschlag in Form eines Abstracts (max. 300 Wörter) zusammen mit einer Kurzvita (max. 50 Wörter) ein. Für die Manuskripteinreichung beachten Sie bitte unser Styleguide.
Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) – Projektnummer 262513311 – SFB 1187. Redaktionelle Verantwortung: Karina Kirsten, Universität Siegen & SFB 1187 Medien der Kooperation.
„The datafied Web“ und die Anfänge des Webtrackings
Erinnern Sie sich…
… an die Anfänge des Internets in den 90er Jahren?
… die Einführung von Webanalysen?
… an die digitalen Pioniere, die begannen unsere Online-Aktivitäten zu tracken?
… die Neuheit, Webseitenbesuche in Echtzeit zu messen?
… an die auffälligen Grafiken, die zur neuen ‚Währung‘ im Netz wurden?
… die Anfänge von Unternehmen wie Webtrends, Urchin und DoubleClick?
Mit über 40 Vorträge widmet sich die kommende RESAW Tagung 2025 dem Thema „The datafied Web“. Im Fokus stehen die frühen Webentwicklung und die Wurzeln des datengetriebenen Webtrackings. Mehr als 70 Forschende aus 11 Ländern kommen am 5. & 6. Juni am Sonderforschungsbereich 1187 „Medien der Kooperation“ der Universität Siegen zusammen und gestalten ein vielfältiges Tagungsprogramm.
Über die RESAW Tagung und Fachcommunity
RESAW ist das Acronym für A Research Infrastructure for the Study of Archived Web Materials. Die RESAW-Community widmet sich der Arbeit mit dem digitalen Kulturerbe und trifft sich alle zwei Jahre auf der gleichnamigen RESAW-Konferenz. RESAW wurde 2012 mit dem Ziel gegründet, eine kollaborative europäische Forschungsinfrastruktur für die Erforschung von und mit Web-Materialien aufzubauen und den europäischen Wissensaustausch zu fördern.
Webinhalte sind ephemere Objekte: Sie sind kurzlebig, kontextgebunden oder anlassspezifisch. Die durchschnittliche Lebensdauer einer Webseite beträgt gerade einmal zwei Monate. Dies stellen Forschung und Archivierung von webbasierten Informationen und Objekten vor immense Herausforderungen.
RESAW 2025 – The Datafied Web an der Siegen Universität
Die sechste RESAW-Konferenz widmet sich der Suche nach den historischen Wurzeln des datengetriebenen Paradigmas in der Web-Entwicklung. Dabei werden Trends, Entwicklungslinien und Genealogien eines datafizierten und metrisierten Webs sowie des Aufkommens plattformgetriebener Ökosysteme näher analysiert. Eine Untersuchung des historischen Kontexts, der Ästhetik und der Rolle von Webzählern, Analysetools, mobiler Sensorik und anderer Metriken kann dazu beitragen, ein tieferes Verständnis von Online-Interaktionen, vergangenen Öffentlichkeiten und Zielgruppen sowie deren (mitunter problematischen) Entwicklungen zu gewinnen.
Das Thema „Das datafizierte Web“ wirft auch Fragen zu Methoden und (Web-)Archiven auf, die es ermöglichen, diese Entwicklung zu erforschen: Welche Herausforderungen und Methodologien gibt es beispielsweise bei der Archivierung des metrisierten und zunehmend mobilen Webs, einschließlich der Back-End-Infrastruktur? Darüber hinaus lädt das Thema dazu ein, die historische Entwicklung der Datenerfassung und die Evolution von Praktiken der Datenüberwachung im Web nachzuzeichnen. Ergänzend dazu sind Fragen zur historischen Entwicklung von Tracking-Mechanismen, Cookies und der Entstehung digitaler Fußabdrücke relevant, ebenso wie die Evolution von Unternehmen, die auf Metriken angewiesen sind, sowie die Entwicklung finanzialisierter Webräume und deren Auswirkungen.
Die Konferenz blickt dabei aus der historischen Webanalyse heraus auf medialisierte Umwelten und stellt die Frage: Wie hat das datafizierte Web die sensorischen Medienumgebungen geschaffen, in denen wir heute leben?
Highlights der RESAW 2025
Anlässlich des 10-jährigen Bestehens der RESAW-Konferenz findet ein von Niels Brügger organisierte Podiumsdiskussion statt. Vorzumerken ist der Freitagnachmittag am 6. Juni.
Besondere Highlights der diesjährigen Jahrestagung sind die Keynotes am Donnerstagabend und Freitagmorgen von Nanna Bonde Thylstrup, Associate Professor in Modern and Digital Culture an der University of Copenhagen und Jonathan Gray, Reader in Critical Infrastructure Studies, Department of Digital Humanities am King’s College in London. Nanna Bode Thystrup wird über „Vanishing points: technographies of data loss“ sprechen und sich kritisch mit Datenverlust und technographischen Zugängen zum Verschwindens auseinandersetzen. Jonathan Gray wird in seiner Keynote „Public data cultures“ die rechtlichen und technischen Konventionen offener Daten historisieren.
Gemeinsam verfolgen die Keynote-Vortragenden das Ziel, den Begriff und die Praktiken von Daten neu zu betrachten: Webdaten sind kulturelles Material, Medium der Partizipation und Ort transnationaler Koordination.
Insgesamt 22 Panels bieten bei der RESAW25 Raum für über 70 Vorträge von Siegener und internationalen Wissenschaftler*innen – unter anderem aus der Partneruniversität in Luxembourg sowie aus den Niederlanden, Frankreich, Vereinigtes Königreich, Schweden, Dänemark, Belgien, den USA, Portugal und Israel.
Am ersten Tag beleuchten Panels u.a. die Themenfelder rund um Plattformen und Social Media, Monetarisierungs- und Archivpraktiken im Web sowie den Umgang mit Dataverlust. Am zweiten Tag stehen u.a. das Skybox Forschungsprogramm, die Geschichte von Plattformen und Forschungsmethoden im Fokus.
Die Tagung verspricht spannende Einblicke in aktuelle Forschungsfragen rum um Trends, Entwicklungslinien und Genealogien eines datafizierten und metrisierten Webs sowie einen kritischen Dialog über die Herausforderungen und Chancen, die mit dem Aufkommen palttformgetriebener Ökosysteme einhergehen.
The 2025 RESAW Konferenz wird organisiert vom Sonderforschungsbereich 1187 „Medien der Kooperation“ der Universität Siegen in Kooperation mit dem Centre for Contemporary and Digital History (C²DH) an der Universität Luxembourg. Die Konferenz wird gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Luxembourg National Research Fund (FNR).
Sonderausgabe „Frictions: Conflicts, Controversies and Design Alternatives in Digital Valuation“ von Digital Culture & Society
herausgegeben von Marcus Burkhardt (Universität Paderborn), Tatjana Seitz (Universität Siegen), Jonathan Kropf (Universität Kassel) und Carsten Ochs (Universität Kassel).
Die neueste Sonderausgabe von Digital Culture & Society nimmt Frictions digitaler Infrastrukturen in den Blick.
Über die Sonderausgabe
Digitale Infrastrukturen erscheinen oft reibungslos – doch genau in ihren Frictions zeigen sich Wertkonflikte, Machtasymmetrien und Gestaltungsspielräume. Die neueste Sonderausgabe „Frictions: Conflicts, Controversies and Design Alternatives in Digital Valuation“ nimmt diese Spannungsfelder in den Blick. Die Ausgabe versammelt interdisziplinäre Perspektiven aus Medienwissenschaft, STS und Soziologie – und bietet wertvolle Einblicke in die widersprüchliche Dynamik der digitalen Gegenwart. Beiträge stammen u.a. von SFB-Mitgliedern Tatjana Seitz und Marcus Burkhardt sowie unserer SFB-Sprecherin Carolin Gerlitz.
Verlagstext:
„With the proliferation of smart devices such as smartphones, smart watches, and smart speakers as well as the ongoing push toward smart cities, humans, technologies, and environments have become entangled in increasingly complex yet seemingly frictionless infrastructures of datafication and computation. A seemingly frictionless user experience, however, conceals the contradictions, power asymmetries, and polarisations that shape our digital cultures. This issue of Digital Culture & Society takes the notion of frictions as a starting point for a situated analysis of our digital present. Frictions are sites where criticism is sparked, value conflicts are negotiated, and design alternatives are explored. By bringing together research from media studies, science and technology studies (STS), and sociology, this issue begins to synthesise and systematise the structural inconsistencies that frictions expose.“
Marcus Burkhardt ist Professor für Medien, Algorithmen und Gesellschaft am Institut für Medienwissenschaften der Universität Paderborn. Er leitet am DFG-geförderten SFB 1187 „Medien der Kooperation“ die Projekte B08 – „Agentic Media: Formationen von Semi-Autonomie“ und A07 – „Industrie der Personendaten“. Seine Forschung bewegt sich an der Schnittstelle zwischen der medienkulturwissenschaftlichen Erforschung digitaler, algorithmischer Medien und der Entwicklung von und Forschung mit digitalen Methoden. Tatjana Seitz ist Doktorandin an der Universität Siegen und wissenschaftliche Mitarbeiterin am DFG-geförderten SFB 1187 „Medien der Kooperation“ im Teilprojekt A01 – „Geschichte digital-vernetzter Medien zwischen Spezialisierung und Universalisierung“. Ihre Forschung befasst sich mit APIs als soziale Schnittstellen, Methodologien rechnergestützter Kulturen sowie die Geschichte und frühe Design-Praktiken des Webs. Dr. Jonathan Kropf ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fachgebiet Soziologische Theorie an der Universität Kassel und leitet das Projekts „Music Analytics – Die Bewertung von Daten in der Musikwirtschaft“ (gefördert von der Fritz Thyssen Stiftung). Carsten Ochs ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fachgebiet Soziologische Theorie an der Universität Kassel und forscht im BMBF-Projekt „Die Beratung der Nutzenden (BeDeNUTZ)“.
Digital Culture & Society ist eine begutachtete, internationale Fachzeitschrift, die Diskussionen darüber fördert, wie digitale Technologien, Plattformen und Anwendungen das tägliche Leben und die Praxis neu gestalten. Sie bietet ein Forum für kritische Analysen und Untersuchungen zur Theorie digitaler Medien. Die Zeitschrift schafft eine Publikationsplattform für interdisziplinäre Forschungsansätze, aktuelle theoretische Entwicklungen und methodische Innovationen in den Digital Media Studies. Sie lädt dazu ein, darüber nachzudenken, wie Kultur durch die Nutzung digitaler Technologien entsteht und diese zugleich in ihrer Entwicklung beeinflusst.
SFB beteiligt sich an bundesweiter Aktion
Zahlreiche Hochschulen und Forschungsinstitutionen verkünden gemeinschaftlich, ihre Aktivitäten auf der Plattform X einzustellen. Die Universität Siegen schließt sich der Aktion an. Auch der SFB folgt dem Aufruf und friert seinen Account auf der Plattform X ein.
➞ Stellungnahme der Universität Siegen
➞ gemeinsame Pressemitteilung von insgesamt 63 Hochschulen und Forschungseinrichtungen
Der SFB bleibt auf seinen anderen Plattformen aktiv – Follow us!
AI Methods: From Probing to Prompting, 4-7 February, 2025
The Collaborative Research Center 1187 “Media of Cooperation” organizes the one-week winter school at the University of Siegen and invites graduate students, postdoc researchers, and media studies scholars interested in the intersections of AI methods, digital visual methodologies, visual social media, and platforms. The Winter School aims to explore questions centering on the implications of AI methods for new forms of sense-making and human-machine co-creation. Please register via the registration form until December 15 2025.
About the Winter School
As artificial intelligence (AI) technologies rapidly evolve, the ways in which we perceive and process information are fundamentally changing. The shift from computational vision, recognition, and classification to generative AI lies at the core of today’s technological landscape, fueling societal debates across different areas—from open-source intelligence and election security to propaganda, art, activism, and storytelling.
Computer vision, a sophisticated agent of pattern recognition, emerged with the rise of machine learning, sparking critical debates around the fairness of image labelling and the deep-seated biases in training data. Today, models like Midjourney, Stable Diffusion, DALL-E, and more recently, Grok are not just recognizing—they are generating patterns, synthesizing multimodal data from websites, social media, and other online sources to produce oddly familiar and yet captivating results. This shift introduces significant ethical questions: How can we critically repurpose the outputs of AI models that are always rooted in platform infrastructures? Which methodological challenges and creative possibilities arise when the boundaries between context and scale become indistinct? Are patterns and biases all there is? And how about scaling down?
The one-week winter school at the University of Siegen organized by the Collaborative Research Center “Media of Cooperation” invites participants to explore these questions centering on the implications of AI methods for new forms of sense-making and human-machine co-creation. The winter school is practice-based and brings together conceptual inputs, workshops, and sprinted group projects around two collaborative methods: probing and prompting.
Probing involves repurposing AI systems to explore their underlying mechanisms. It is a method of critical interrogation—for example, using specific collections of images as inputs to reveal how contemporary computer vision models process these inputs and generate descriptions. Probing not only serves to problematize the hidden architectures of AI but also allows us to critically assess their different ‘ways of knowing’—how can alternative computer vision features such as web detection or text-in-image recognition help us contextualize and interpret visual data?
On the other hand, prompting refers to the practice of engaging GenAI models through input commands to generate multimodal content. Prompting emphasizes the participatory aspect of AI, framing it as a tool for human-machine co-creation, but it also shows the models’ limitations and inherent tensions. AI-generated creations captivate us, yet they also pose the risk of hallucination or what philosopher Harry Frankfurt might call “bullshit”— statements the models confidently present as facts, regardless of their detachment from reality.
The first day of the Winter School will be hybrid. Project group work will be taking place on site.
Program highlights
Participants will have the opportunity to explore and attune these methods to different research scenarios including tracing the spread of propaganda memes/deepfakes, analyzing AI-generated images, and ‘jailbreaking’ or prompting against platforms’ content policy restrictions. A blend of research practice and critical reflection, the winter school features
a keynote by Jill Walker Rettberg (University of Bergen) on “Qualitiative methods for analysing generative AI: Experiences with machine vision and AI storytelling”
two hands-on workshops on mixed techniques for probing and prompting facilitated by Carlo de Gaetano (Amsterdam University of Applied Sciences), Andrea Benedetti (Density Design, Politecnico di Milano), Elena Pilipets (University of Siegen), and Marloes Geboers (University of Amsterdam)
two project tracks intended to combine AI methods with qualitative approaches and ethical data storytelling.
Track 1 “Fabricating the People: Probing AI Detection for Audio-Visual Content in Turkish TikTok” led by Lena Teigeler and Duygu Karatas (both University of Siegen)
Track 2 “Jail(break)ing: Synthetic Imaginaries of ‘sensitive’ AI” led by Elena Pilipets (University of Siegen) and Marloes Geboers (University of Amsterdam)
Track I: Fabricating the People: Probing AI Detection for Audio-Visual Content in Turkish TikTok
Lena Teigeler & Duygu Karatas
Several brutal femicides in Türkiye in 2024 led to a wave of outrage, showing in protests both on the streets and on social media. The protesters demand the protection of women against male violence, measures against offenders and criticize the government under Recep Tayyip Erdoğan for not standing up for women’s rights, as demonstrated, for example, by Türkiye’s withdrawal from the Istanbul Convention in 2021. One of the cases leading to the protest was allegedly connected to the Turkish “manosphere” and online “incel” community. The manosphere is an informal online network of blogs, forums, and social media communities focused on men’s issues, often promoting views on masculinity, gender roles, and relationships. At the core of these groups often lie misogynistic, and anti-feminist views. Many groups foster toxic attitudes toward women and marginalized groups. Incels, short for „involuntary celibates,“ are one subgroup belonging to the broader manosphere, formed by men who feel unable to form romantic or sexual relationships despite wanting them, often blaming society or women for their frustrations.
The project investigates how the cases of femicide are discussed and negotiated in Turkish TikTok by protesters and within the manosphere and explores how these videos make use of generative AI. The use of AI in video creation can range from entire scene generation, over the creation of sounds or deepfaking, to editing and stylisation. The project takes a sample of TikToks associated with the recent wave of femicides as the starting point and makes use of AI methods for two purposes: 1) To detect the usage of generative AI within a sample of TikToks with the help of image labeling. This can range from fully-generated images, videos or sound, to the usage of tools and techniques used within the creation and editing process. We compare different models for detection purposes. 2) With the help of Web Detection, we trace the spread of videos and images across platform borders and content elements that are assembled or synthesized within TikToks.
The aim of the project is to create a cartography of AI based methods for the investigation of audio-visual content. It is part of the DFG-funded research project “Fabricating the People – negotiation of claims to representation in Turkish social media in the context of generative AI”.
Track II: Track 2 Jail(break)ing: Synthetic Imaginaries of ’sensitive‘ AI
Elena Pilipets & Marloes Geboers
The rapid evolution of AI technology is pushing the boundaries of ethical AI use. Newer models like Grok-2 diverge from traditional, more restrained approaches, raising concerns about biases, moderation, and societal impact. This track explores how three generative AI models—X’s Grok-2, Open AI’s GPT4o, and Microsoft’s Copilot—reimagine controversial content according to—or pushing against—the platforms‘ content policy restrictions. To better understand each model’s response to sensitive prompts, we use a derivative approach: starting with images as inputs, we generate stories around them that guide the creation of new, story-based image outputs. In the process, we employ iterative prompting that blends “jailbreaking”—eliciting responses the model would typically avoid—with “jailing,” or reinforcing platform-imposed constraints. Jail(break)ing, then, exposes the skewed imaginaries inscribed in the models‘ capacity to synthesize compliant outputs: The more iterations it takes to generate a new image the stronger the latent spaces of generative models come to the fore that lay bare the platforms‘ data-informed structures of reasoning.
Addressing the performative nature of automated perception, the track, facilitated by Elena Pilipets and Marloes Geboers, examines six image formations collected from social media, which then were used as prompts to explore six issues: war, memes, art, protest, porn, synthetics. In line with feminist approaches, we attend specifically to the hierarchies of power and (in)visibility perpetuated by GenAI, asking: Which synthetic imaginaries emerge from various issue contexts and what do these imaginaries reveal about the model’s ways of seeing? To which extent can we repurpose generative AI as a storytelling and tagging device? How do different models classify sensitive and ambiguous images (along the trajectories of content, aesthetics, and stance)?
Facilitators will combine situated digital methods with experimental data visualization techniques tapping into the generative capacities of different AI models. The fabrication and collective interpretation of data with particular attention to the transitions between inputs and outputs will guide our exploration throughout. Participants will learn how to:
- Conduct “keyword-in-context” analysis of AI-generated stories to identify patterns or “formulas” within issue-specific imaginaries (where, who/what, and how).
- Perform network analysis of AI-generated tags, where input keywords are tags for the original images and output keywords are tags for AI-regenerated images.
- Design prompts to generate canvases that synthesize vernaculars of different transformer models.
The project builds on our earlier work, developing ethnographic approaches to explore cross-model assemblages of algorithmic processes, training datasets, and latent spaces.
Registration
Please register via the form above until December 15. Your registration will be confirmed by December 20, 2024. Participation is limited to 20 people.
Venue
University of Siegen
Campus Herrengarten
Herrengarten 3
room: AH-A 125
57072 Siegen
Contact: Elena Pilipets

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