Neues Working Paper zum Prototyp „Bundle Explorer: Berühren“

Zur praxeologischen Konturierung semantischer Felder am Beispiel eines kamera-ethnographischen Forschungstools

Von Bina Elisabeth Mohn (Universität Siegen, SFB)

 

In dem neusten Working Paper (No.38) zum Bundle Explorer: Berühren stellt Bina Elisabeth Mohn die Entwicklung und Erprobung eines Prototyps einer praxeologischen Forschungsplattform vor. Im Zentrum stehen Fragen nach der sprachspielanalytischen Erschließung von Praktiken, ihrer bündeltheoretischen Verortung sowie nach dem Verhältnis einer flachen Ontologie zu Wittgensteins Konzept der grammatischen Betrachtung. 

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Über das Working Paper

Beim Bundle Explorer: Berühren handelt es sich um den Prototyp einer praxeologischen Forschungsplattform zur Untersuchung situierter Praktiken, die sich an Wittgenstein und seiner Methode der grammatischen Betrachtung orientiert. An zahlreichen filmischen Präparaten aus dem Forschungsprojekt (Frühe) Kindheit und Smartphone ermöglicht das Tool ein vergleichendes, prüfendes und konturierendes Vorgehen, das eine Neubetrachtung von Berührungspraktiken im digitalisierten Alltag anbahnt. Der Beitrag rekonstruiert die Entstehung, Rahmung und Handhabung des Bundle Explorers: Berühren und entwickelt aus einer Zusammenschau von grammatischer Betrachtung (Wittgenstein), praxeologischer Bündeltheorie (Bezugnahme auf Schatzki) und Kamera-Ethnographie methodologische Impulse zu den Fragen: Wie lassen sich nonverbale Praktiken sprachspielanalytisch untersuchen und wie kann die Situierung von Praktiken bündeltheoretisch bestimmt werden? Wie lässt sich flache Ontologie (Schatzki) mit Wittgenstein denken und inwiefern sind übersichtliche Darstellungen (Wittgenstein) Experimentierfelder über mediale und kulturelle Grenzen hinweg? Wie gelingt eine zeigende Grammatik? Dabei steht der Begriff ‚Berührung‘ stellvertretend für sich wandelnde semantische Felder in sich wandelnden Lebenswelten.

 

Über die Autorin

Bina Elisabeth Mohn (Dr. phil., Berlin) ist Kulturanthropologin und Begründerin der Kamera-Ethnographie, einem filmischen Forschungsansatz, der auf das Sichtbarmachen epistemischer Dinge zielt. Im Zentrum ihrer Arbeiten stehen nonverbale Praktiken und (medien-)ethnographische Methodologie. Als Forscherin hat sie von 2016-2023 am SFB-Medien der Kooperation mitgewirkt. 2023 erschien ihr Buch Kamera-Ethnographie. Ethnographische Forschung im Modus des Zeigens. Programmatik und Praxis. Bina Elisabeth Mohn war Projektmitarbeiterin beim Projekt B05 bis Ende 2023.

 

Über die Working Paper Reihe

Die Working Paper Series des SFB 1187 „Medien der Kooperation“ versammelt aktuelle Beiträge aus dem Umfeld der inter- und transdisziplinären Medienforschung. Die SFB Working Paper Series bietet die Möglichkeit einer Vorveröffentlichung und schnellen Verbreitung von am SFB laufenden oder ihm nahestehenden Forschungsarbeiten. Ziel der Reihe ist es, die SFB-Forschung einer breiteren Forschungsgemeinschaft zugänglich zu machen. Die Veröffentlichung in der Working Paper Series schließt die Publikation überarbeiteter Versionen desselben Beitrags in anderen Zeitschriften nicht aus. Beiträge von Postdocs und etablierten Wissenschaftlicher*innen werden begrüßt. Die Reihe versteht sich als Publikationsforum für die im SFB vertretenen Wissenschaftler*innen, Projekte und ihre laufende Forschung. Die Beiträge erscheinen im Open Access und in limitierter Printauflage. Wenn Sie einen Beitrag in der Working Paper Series veröffentlichen möchten, reichen Sie bitte Ihren Themenvorschlag in Form eines Abstracts (max. 300 Wörter) zusammen mit einer Kurzvita (max. 50 Wörter) ein. Für die Manuskripteinreichung beachten Sie bitte unser Styleguide

Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) – Projektnummer 262513311 – SFB 1187. Redaktionelle Verantwortung: Karina Kirsten, Universität Siegen & SFB 1187 Medien der Kooperation.