Neues Working Paper zu der „Medienepistemologie sympoietischer Weltbezüge“ (No. 40) erschienen

Medienepistemologien sympoietischer Weltbezüge. Zur Kritik eines ikonisch-humanistischen Anthropozentrismus

von Kevin Onland (Universität Siegen, SFB)

 

Wie lässt sich das gestörte Verhältnis zwischen Mensch und Umwelt im Anthropozän epistemisch verstehen? In diesem Working Paper untersucht Kevin Onland die epistemischen Voraussetzungen menschlicher Weltverhältnisse im Anthropozän aus medienphilosophischer Perspektive. Der Beitrag fragt, wie Medien in der Kommunikation zwischen menschlichen und nicht-menschlichen Akteuren als vermittelnde Instanzen Weltzugänge strukturieren und inwiefern dabei anthropozentrische Denkmuster fortgeschrieben werden.

 

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Über das Working Paper

Ausgangspunkt ist die Annahme einer gestörten Kommunikation zwischen Mensch und Environment, die nicht nur auf strukturelle, sondern auch auf epistemische Probleme zurückzuführen ist. Der Beitrag analysiert, wie sich zentrale Ideale eines ikonisch-humanistischen Anthropozentrismus in medialen Formen der Weltdarstellung niederschlagen.

Im Fokus steht eine ikonische NASA-Fotografie der Erde: die Blue Marble. Als scheinbar ganzheitlicher Blick stabilisiert sie die Vorstellung eines distanzierten, quasi-göttlichen Beobachterstandpunkts und reproduziert Objektifizierung, Universalisierung und die Idee menschlicher Kontrollfähigkeit als normatives Bild von „Bestimmungen (in) der Welt“. Was sichtbar wird, ist eine Welt als geschlossenes Objekt, nicht als dynamisches, konflikthaftes Gefüge.

Dem setzt der Artikel ein Reframing entgegen: Medien werden als relationale, prozessuale und situiert eingebundene Akteure begriffen. In Anlehnung an sympoietische Ansätze rückt damit die ko-produktive Verflechtung von Menschen, nicht-menschlichen Entitäten und medialen Vermittlungen in den Vordergrund. Das Ergebnis ist eine Medienepistemologie, die nicht auf Totalität zielt, sondern auf Partialität, Differenz und ein Denken in vernetzten Weltbezügen.

 

Über den Autor

Kevin Onland ist Projektmitarbeiter im Teilprojekt A03 „Navigation in Online/Offline-Räumen“  des SFB 1187 Medien der Kooperation (Universität Siegen). Er forscht zu kunstbasierten Medien an der Schnittstelle zum Anthropozändiskurs. Seinen Bachelor machte er in Filmwissenschaft und Soziologie an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz, seinen Master in Medien- und Sozialwissenschaft an der Universität Siegen.

 

Über die Working Paper Reihe

Die Working Paper Series des SFB 1187 „Medien der Kooperation“ versammelt aktuelle Beiträge aus dem Umfeld der inter- und transdisziplinären Medienforschung. Die SFB Working Paper Series bietet die Möglichkeit einer Vorveröffentlichung und schnellen Verbreitung von am SFB laufenden oder ihm nahestehenden Forschungsarbeiten. Ziel der Reihe ist es, die SFB-Forschung einer breiteren Forschungsgemeinschaft zugänglich zu machen. Die Veröffentlichung in der Working Paper Series schließt die Publikation überarbeiteter Versionen desselben Beitrags in anderen Zeitschriften nicht aus. Beiträge von Postdocs und etablierten Wissenschaftlicher*innen werden begrüßt. Die Reihe versteht sich als Publikationsforum für die im SFB vertretenen Wissenschaftler*innen, Projekte und ihre laufende Forschung. Die Beiträge erscheinen im Open Access und in limitierter Printauflage. Wenn Sie einen Beitrag in der Working Paper Series veröffentlichen möchten, reichen Sie bitte Ihren Themenvorschlag in Form eines Abstracts (max. 300 Wörter) zusammen mit einer Kurzvita (max. 50 Wörter) ein. Für die Manuskripteinreichung beachten Sie bitte unser Styleguide

Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) – Projektnummer 262513311 – SFB 1187. Redaktionelle Verantwortung: Karina Kirsten, Universität Siegen & SFB 1187 Medien der Kooperation.