Sensing Loss – Uni Köln goes r e t u r n: 60 Minutes AnthroLab.
Donnerstags 16:30-17:30Uhr
Dr. Hilal Alkan (Berlin): Return, stay, back-and-forth: Syncing migrant-time with plant-time
Hilal Alkan hat mit Migrant:innen aus der Türkei geforscht, die sich in den letzten fünf Jahrzehnten in Berlin und Umgebung niedergelassen haben. Rund vier Jahre lang begleitete sie sie zu den Pflanzen in ihrer Pflege, in ihre Gärten, Wohnungen und auf ihre Balkone. Diese Pflanzen spielen im Leben der Migrant:innen vielfältige Rollen: Manche duften oder schmecken nach Heimat, andere sind materielle Verbindungen zu den Orten und Menschen, die sie zurückgelassen haben. Manche sind wie Freunde, die sie begleiten, andere sind Zeugen lebensverändernder Ereignisse. Die Beziehungen der Migrant:innen zu Pflanzen verändern sich im Laufe der Zeit und werden auch davon beeinflusst, an welchem Punkt ihrer transnationalen Lebenswege sie sich gerade befinden. Ihre Beziehungen zu Pflanzen prägen jedoch auch die Art und Weise, wie sie mit ihrer Vergangenheit umgehen, die Gegenwart leben und sich ihre Zukunft vorstellen, und werden zu einem Ausdruck davon. Pflanzenwurzeln, Triebe, Zweige und Blüten helfen ihnen dabei, sich zu verankern, zu wachsen, Beziehungen zu knüpfen, zurückzukehren oder zu bleiben – sowohl metaphorisch als auch ganz konkret.
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Die Diskussionsreihe Sensing Loss bringt ethnologische Forschungen aus der Universität ins Museum. Sozial- und Kulturanthropolog:innen aller Karrierestufen berichten aus ihren aktuellen Forschungen, wie Menschen Verlust erfahren und Verlusterfahrungen bearbeiten. Sensing Loss fragt, wie Verlust begegnet, verkörpert und verräumlicht wird – und wie aus Vertreibung, Enteignung und vergangenem Unrecht neue Zukünfte gewonnen werden können. Erfahrungen des Verlusts (loss), ihre Konfrontation und Aufarbeitung [r e t u r n] sind dabei so vielfältig wie die Situationen, in denen Menschen Kolonialismus, Marginalisierung oder Gewalt begegnen. Die öffentlichen Vorträge diskutieren Formen des Sensing, über die Menschen Verlust gewahr werden, und Sense Making, d.h. die Frage, wie Menschen Verlusterfahrungen eine Bedeutung verleihen. Trauer, Verlust und Erinnerung können zur Quelle werden, Ansprüche an die Gegenwart zu artikulieren und zwischen Menschen und Orten, Vergangenheit und Zukunft neue Verbindungen zu erarbeiten. Im Sinne der Ausstellung r e t u r n beschäftigen sich die Vorträge mit ganz unterschiedlichen Momenten und Formen der Trauer, der Nostalgie, der Erinnerungsarbeit und des gemeinsamen Aufbruchs.
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The lecture series Sensing Loss connects anthropological thinking across university and museum spaces. Social and cultural anthropologists at all career stages discuss their ongoing research to explore how people sense and make sense of loss. Sensing Loss asks how loss is experienced, embodied and spatialized – and how displacement, dispossession and past injustices can become sources for new future-making practices. Experiences of loss, their confrontation, and the ways in which people try to come to terms with them – and find ways to r e t u r n – are as diverse as the situations in which people experience colonialism, violence or marginalization.
The public lectures discuss how grief, loss and remembrance can become resources for articulating claims on the present, and for shaping new connections between people and places, past and future. In resonance with the exhibition r e t u r n at the RJM, the lectures engage with diverse moments and forms of grief, nostalgia and memory work, as well as with joint departures into new futures.

Veranstaltungsort
Köln