Einladung zum Workshop und Blicklabor „I’m fighting!“
Körper – Imagination – Spiel
Projekt B05 „Frühe Kindheit und Smartphone. Familiäre Interaktionsordnung, Lernprozesse und Kooperation des Siegener SFB 1187 „Medien der Kooperation“
28.5.2026, 10 – 17 Uhr
Ort: Universität Siegen, Herrengarten 3, Raum: AH/A 217/18
Ausgehend von aktuellen Filmen aus unserer Forschung möchten wir uns mit der Frage beschäftigen, wie sich in den alltäglichen Medienpraktiken in Familien mit jungen Kindern das Verhältnis von (Kinder-)Körper, Imagination und digitalen (Spiel-)Objekten zeigt.
Die Komplexität dieses Verhältnisses zeigt sich beispielsweise in einer im Rahmen des Projektes beobachteten Szene, in der ein Junge auf dem Sofa liegt, während auf dem einige Meter entfernten Laptop-Bildschirm eine Horde Kämpfer ineinander verstrickt, gegeneinander antritt. Auf die Frage, was er gerade tue, antwortet der Junge spontan und mit völliger Selbstverständlichkeit: „I’m fighting!“ Die in dem kamera-ethnografischen Film beobachtbare Verschiebung des Da-Seins (an zwei Orten gleichzeitig sein) nehmen wir zum Ausgangspunkt, um über das Verhältnis von Körpern und Imagination im digitalen Alltag nachzudenken. Folgende Überlegungen leiten dabei die aktuellen Analysen im Projekt zum Aufwachsen der Kinder mit dem Smartphone und sind die Grundlage der gemeinsamen Filmbetrachtungen.
Körper:
Die „soziale Person des Kindes [lässt] sich nicht mehr umstandslos auf ihre Kern-Eigenschaft als Bewohnerin und Besitzerin ihres sich entwickelnden fleischlichen und berührbaren Körpers rezentrieren. […] Vielmehr scheint es plausibel, (Kinder-)Körper als immer schon eingebettet und materiell wie sinnlich konstituiert in kooperativen digital-medialen Praktiken zu denken und zu verstehen“ (Amann, Wiesemann 2026:35).
Imagination:
Imagination ist kein Phänomen, das im menschlichen Gehirn zentriert ist, sondern vielmehr eine technische Errungenschaft, die aus dem Zusammenwirken (im Spiel insbesondere aus dem Zusammenspiel) von Geist, Körper, kultureller und physischer Umgebung sowie Objekten und Systemen – nicht zuletzt Spielzeug – entsteht (vgl. Giddings 2024:134).
Literatur:
Amann, Klaus und Jutta Wiesemann (2026): Berührung, Körper und smarte Geräte in digitalen Kindheiten. In: Sabine Bollig, Marion Ott, Friederike Schmidt & Anja Tervooren (Hg.): Kindheit als Praxis – Kulturanalytische Zugänge zur alltäglichen Herstellung von Kindheit(en). Beltz Juventa (+ open access)
Giddings, Seth (2024): Toy Theory. Technology and Imagination in Play. The MIT Press.
Teilnehmende:
Jochen Lange und Lia Cordes, Uni Siegen / Jürgen Streeck, University of Texas at Austin / Lisa Anders, Uni Mainz / Klaus Amann
Der Workshop findet auf Deutsch statt.
__________________________________________________________________________________
Veranstaltungsort
Campus Herrengarten
AH-A 217/18
Herrengarten 3
57072 Siegen
Links
Programm
28.05.26
I'm fighting!
Arrival
Welcome & introduction
Blicklabor
Lunchbreak
Input, Comments, Examples from other fields
Klaus Amann; Lisa Anders; Jochen Lange; Lia Cordes
Coffee-break
Comments and closing discussion
Jürgen Streeck
Dinner + Museum visit (MGK)
Kontakt
Zurück zum Kalender