• SFB 1187 Projekt P04 - Precision Farming: Ko-operative Praktiken des Virtual Fencing

    P04 - Precision Farming: Ko-operative Praktiken des Virtual Fencing
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Sonderforschungsbereich 1187

 

Willkommen auf der Seite des Sonderforschungsbereichs (SFB) 1187 „Medien der Kooperation“ an der Universität Siegen.

Der SFB ist ein interdisziplinärer Forschungsverbund, bestehend aus 19 Teilprojekten und mehr als 60 Wissenschaftler*innen aus Medienwissenschaft, Ethnologie, Soziologie, Informatik, Linguistik, Ubiquitous Computing, Science and Technology Studies, Erziehungs-, Rechts- und Ingenieurswissenschaften.

Der SFB wird seit 2016 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.  Im Zentrum der Forschung steht die Entstehung, Gestaltung und Nutzung digitaler, datenintensiver Medien, die der SFB als kooperativ erarbeitete Kooperationsbedingungen versteht. In der ersten Förderphase (2016-2019) reagierte der SFB auf die Relevanz von sozialen Medien und Plattformen, in der zweiten Phase (2020-2023) standen datenintensive Medien und Datenpraktiken im Mittelpunkt. Die aktuelle dritte Phase (2024-2027) widmet sich dem Zusammenspiel von Sensormedien und Künstlicher Intelligenz.

Neuigkeiten

18. Februar 2026
Neuerscheinung: Skill and Scale in Transnational Mediumship
„Skill and Scale in Transnational Mediumship: New Communities of Practice and Enskilment“
Neuerscheinung: Skill and Scale in Transnational Mediumship

Skill and Scale in Transnational Mediumship: New Communities of Practice and Enskilment

von Marcello Múscari, Ehler, Voss, Martin, Zillinger

 

Welche Rolle spielen transnationale Gemeinschaften und Techniken bei der Wissensaneignung und inwiefern werden solche Praktiken weltweit vermittelt, gelernt und transformiert? Diese Frage wird im Artikel von unseren Mitgliedern Ehler Voss und Martin Zillinger erforscht, welchen sie, in Zusammenarbeit mit Marcello Múscari, in der Buchreihe des Springer Verlags veröffentlicht haben.

 

 
 
Über das Buch
 

„The contributors to this volume analyze how spiritual sociality and shared socio-material worlds are formed across social worlds, that is under conditions of heterogeneity and mediatized interaction.“

Der Open-Access-Band „Skill and Scale in Transnational Mediumship” präsentiert ethnografische Untersuchungen zu neuen Praxis- und Kompetenzgemeinschaften, die sich um Techniken der Medialität, Geistbesessenheit und Trance-Rituale in einer global vernetzten Welt drehen. Die zunehmende Mobilität von Menschen, Dingen, Zeichen und Symbolen, die Trancepraktiken und spirituelle Erfahrungen prägen und neu gestalten, hat deren Umfang und Reichweite erheblich erweitert. Zirkulierende Körpertechniken, Symbole und Artefakte spielen eine wichtige Rolle bei der Neuordnung der Spiritualität und tragen zur Entstehung transnationaler „spiritueller Gemeinschaften“ bei.

 

Über den Beitrag von Voss und Zillinger

Medialität bezieht sich auf Praktiken, die in verschiedenen Kulturen weltweit und im Laufe der Geschichte zu finden sind. Das Anrufen, Unterwerfen unter den Einfluss oder die Auseinandersetzung mit körperlosen Mächten kann verschiedene Formen annehmen, die je nach der lokalen Religionspolitik, dem sozialen Kontext und den persönlichen Umständen der beteiligten Personen variieren. In Europa wurde Medialität seit dem langen 19. Jahrhundert als „Überbleibsel” und vormoderne Praxis archaisiert. An den „Rändern” der „Moderne” angesiedelt und oft Frauen, Fremden, Narren und Kindern zugeschrieben, hat es seitdem in den Handelszonen der Globalisierung neue Boden gewonnen. Dieser Band vereint ethnografische Forschungen zu neu entstehenden Praxisgemeinschaften, die sich auf Medialität, Geistbesessenheit und Trance-Rituale in einer global vernetzten Welt konzentrieren. Wir untersuchen, wie diese Praktiken in verschiedenen Kontexten gelehrt, gelernt, reproduziert, weitergegeben und transformiert werden, und reflektieren dabei über das Konzept der „Lehre“ als einen Prozess der Einweisung.

 

Über die Autoren

Marcello Múscari ist Doktorand am Institut für Sozial- und Kulturanthropologie der Universität zu Köln.

Ehler Voss ist Geschäftsführer der Forschungsplattform Worlds of Contradiction (WOC) und Privatdozent am Institut für Anthropologie und Kulturforschung der Universität Bremen; Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für Anthropologie und Medizin (AGEM); Chefredakteur der medizinanthropologischen Zeitschrift Curare; sowie Mitbegründer und Mitherausgeber von boasblogs.org.

Martin Zillinger ist Inhaber des Lehrstuhls für Sozial- und Kulturanthropologie an der Universität zu Köln. Er ist Sprecher des Forschungszentrums für Medien und Moderne und des interdisziplinären Forschungslabors „Mediterranean Liminalities“, beide an der Universität zu Köln, sowie Mitbegründer und Mitherausgeber von boasblogs.org. Darüber hinaus ist er als Projektleiter für das Projekt B04 Digital Publics and Social Transformation in the Maghreb“ tätig.

Über die Buchserie Beiträge zur Praxeologie / Contributions to Praxeology

Die „Beiträge zur Praxeologie / Contributions to Praxeology“ setzen sich zum Ziel, die Praxis allen anderen Erklärungsgrößen vorzuordnen, und die theoretischen Grundbegriffe aus dieser Vorordnung zu gewinnen, zu klären oder zu korrigieren. Sowohl die Arbeiten von Wittgenstein als auch die von Schütz und Garfinkel verweisen auf eine gemeinsame mitteleuropäische Genealogie der „Praxeologie“, die bis heute allerdings weitgehend unbekannt geblieben ist. Die Reihe will sich daher in drei Stoßrichtungen entfalten: durch philosophische Theoriearbeit, durch empirische Beiträge zur Theoriebildung und durch Beiträge zur Revision der Wissenschaftsgeschichte.
Die Bände der Reihe erscheinen in deutscher oder englischer Sprache.

11. Februar 2026
Neues Working Paper zum Prototyp „Bundle Explorer: Berühren“
Neues Working Paper zum Prototyp „Bundle Explorer: Berühren“

Zur praxeologischen Konturierung semantischer Felder am Beispiel eines kamera-ethnographischen Forschungstools

Von Bina Elisabeth Mohn (Universität Siegen, SFB)

 

In dem neusten Working Paper (No.38) zum Bundle Explorer: Berühren stellt Bina Elisabeth Mohn die Entwicklung und Erprobung eines Prototyps einer praxeologischen Forschungsplattform vor. Im Zentrum stehen Fragen nach der sprachspielanalytischen Erschließung von Praktiken, ihrer bündeltheoretischen Verortung sowie nach dem Verhältnis einer flachen Ontologie zu Wittgensteins Konzept der grammatischen Betrachtung. 

→ zum Working Paper

 

Über das Working Paper

Beim Bundle Explorer: Berühren handelt es sich um den Prototyp einer praxeologischen Forschungsplattform zur Untersuchung situierter Praktiken, die sich an Wittgenstein und seiner Methode der grammatischen Betrachtung orientiert. An zahlreichen filmischen Präparaten aus dem Forschungsprojekt (Frühe) Kindheit und Smartphone ermöglicht das Tool ein vergleichendes, prüfendes und konturierendes Vorgehen, das eine Neubetrachtung von Berührungspraktiken im digitalisierten Alltag anbahnt. Der Beitrag rekonstruiert die Entstehung, Rahmung und Handhabung des Bundle Explorers: Berühren und entwickelt aus einer Zusammenschau von grammatischer Betrachtung (Wittgenstein), praxeologischer Bündeltheorie (Bezugnahme auf Schatzki) und Kamera-Ethnographie methodologische Impulse zu den Fragen: Wie lassen sich nonverbale Praktiken sprachspielanalytisch untersuchen und wie kann die Situierung von Praktiken bündeltheoretisch bestimmt werden? Wie lässt sich flache Ontologie (Schatzki) mit Wittgenstein denken und inwiefern sind übersichtliche Darstellungen (Wittgenstein) Experimentierfelder über mediale und kulturelle Grenzen hinweg? Wie gelingt eine zeigende Grammatik? Dabei steht der Begriff ‚Berührung‘ stellvertretend für sich wandelnde semantische Felder in sich wandelnden Lebenswelten.

 

Über die Autorin

Bina Elisabeth Mohn (Dr. phil., Berlin) ist Kulturanthropologin und Begründerin der Kamera-Ethnographie, einem filmischen Forschungsansatz, der auf das Sichtbarmachen epistemischer Dinge zielt. Im Zentrum ihrer Arbeiten stehen nonverbale Praktiken und (medien-)ethnographische Methodologie. Als Forscherin hat sie von 2016-2023 am SFB-Medien der Kooperation mitgewirkt. 2023 erschien ihr Buch Kamera-Ethnographie. Ethnographische Forschung im Modus des Zeigens. Programmatik und Praxis. Bina Elisabeth Mohn war Projektmitarbeiterin beim Projekt B05 bis Ende 2023.

 

Über die Working Paper Reihe

Die Working Paper Series des SFB 1187 „Medien der Kooperation“ versammelt aktuelle Beiträge aus dem Umfeld der inter- und transdisziplinären Medienforschung. Die SFB Working Paper Series bietet die Möglichkeit einer Vorveröffentlichung und schnellen Verbreitung von am SFB laufenden oder ihm nahestehenden Forschungsarbeiten. Ziel der Reihe ist es, die SFB-Forschung einer breiteren Forschungsgemeinschaft zugänglich zu machen. Die Veröffentlichung in der Working Paper Series schließt die Publikation überarbeiteter Versionen desselben Beitrags in anderen Zeitschriften nicht aus. Beiträge von Postdocs und etablierten Wissenschaftlicher*innen werden begrüßt. Die Reihe versteht sich als Publikationsforum für die im SFB vertretenen Wissenschaftler*innen, Projekte und ihre laufende Forschung. Die Beiträge erscheinen im Open Access und in limitierter Printauflage. Wenn Sie einen Beitrag in der Working Paper Series veröffentlichen möchten, reichen Sie bitte Ihren Themenvorschlag in Form eines Abstracts (max. 300 Wörter) zusammen mit einer Kurzvita (max. 50 Wörter) ein. Für die Manuskripteinreichung beachten Sie bitte unser Styleguide

Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) – Projektnummer 262513311 – SFB 1187. Redaktionelle Verantwortung: Karina Kirsten, Universität Siegen & SFB 1187 Medien der Kooperation.

28. Januar 2026
Report from the Winter School for Digital Methods
Auditing the Analyst: What Do LLMs See (and Miss)?
Report from the Winter School for Digital Methods
Auditing the Analyst: What Do LLMs See (and Miss)? 
 
by Hina Firdaus
 
A week-long Winter School for Digital Methods and Data Sprint at the University of Amsterdam proved to be an eye-opening experience. Around 200 researchers and practitioners from universities across countries including Germany, the Netherlands, Norway, the United States, and Canada gathered to collaboratively work on nine research projects. One of the projects was “Auditing the Analyst: What Do LLMs See (and Miss)? ”.
 
→ read the full report on “Auditing the Analyst”
 
About “Auditing the Analyst”
 
“Auditing the Analyst” was facilitated by Prof. Dr. Bilel Benbouzid, Carlos Rosas, and Irène Girard. Our team consisted of 20 researchers from diverse disciplinary backgrounds and was evenly divided into two sub-teams. The project focused on investigating the use of large language models (LLMs), such as Gemini, to analyze a corpus of 1,000 semi-structured anthropic interviews generated by a Claude-AI interviewer. Using Grounded Theory as our methodological framework, we conducted a comparative analysis between a fully automated, machine-only analytical approach and a human–machine hybrid approach that incorporated human oversight and intervention. Beyond procedural outcomes, we critically examined how theory generation differed across these two modes of analysis.
 
Our key findings indicate that while LLMs function as highly scalable analytical tools, they are also costly and subject to rapid obsolescence, as increasingly capable models are introduced at a fast pace opening both opportunities and challenges for future research. The LLM-led analyses tended to privilege broadly applicable and generalized narratives, often at the expense of interpretive depth, thereby creating an epistemic distance between researchers and the data. Moreover, human involvement in the hybrid approach frequently shifted researchers’ roles toward administrative tasks such as prompt design and output management, rather than deeper analytical engagement. Across both analytical tracks, we observed a shared pattern in how professional identity and legitimacy are negotiated in an AI-augmented research context: routine analytical labor is delegated to AI systems, while human expertise is redefined around validation, oversight, and boundary-setting. Overall, the project raises critical questions about the methodological validity of LLM-centric qualitative workflows and suggests that increased scalability through AI may come at the cost of interpretive richness and theoretical nuance.
 
 

Digital-Methods_2026

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About the DMI
 
The Digital Methods Winter School is part of the Digital Methods Initiative (DMI), Amsterdam, dedicated to developing techniques for Internet-related research and to the study of the natively digital. The Digital Methods Initiative also hosts the annual Digital Methods Summer Schools, which are intensive, full-time programs held in July.
02. Dezember 2025
Ausstellungsbericht: „WE ARE NOT CARPETS: Ich erzähle dir meine Geschichte“ (6.–31. Oktober, Siegen)
Ausstellungsbericht: „WE ARE NOT CARPETS: Ich erzähle dir meine Geschichte“ (6.–31. Oktober, Siegen)

Begegnungen vermitteln und kuratieren

von Tahereh Aboofazeli & Arjang Omrani

Die Ausstellung „WE ARE NOT CARPETS: I tell you my story” war vom 6. bis 31. Oktober 2025 im poool, dem Kulturprojektraum der Gruppe 3/55 e.V., in Siegen zu sehen. Die Ausstellung wurde von Tahereh Aboofazeli (Universität zu Köln) und Arjang Omrani (Universität Gent) kuratoriert und vom Sonderforschungsbereich 1187 „Medien der Kooperation” der Universität Siegen aus Fördermitteln der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG – Projektnummer 262513311) organisiert.

Projektseite des Kuratorteams

 

Die Wirkung eines zerrissenen Teppichs

Ein 12 Meter langer, handgewebter Teppich, relativ intakt, in Stücke gerissen und an die Ausstellungswand gehängt.

Auf den ersten Blick ruft er Gefühle des Mitleids und des Protests hervor. Viele Besucher konfrontieren uns wiederholt mit der Frage: „Warum haben Sie den Teppich zerrissen?”

Wir antworteten mit einer Gegenfrage: „Warum bewegt Sie das Zerreißen?”

In der Trauer um den Verlust eines handgefertigten Objekts und die harte Arbeit eines Webers stellt sich die Frage: Wessen Arbeit ist verloren gegangen? Welcher Weber?

Welche Präsenz oder welchen Anteil hatte diese unbekannte Weberin, bevor der Teppich zerrissen wurde, in den Momenten der Freude und Bewunderung für seine Schönheit –

beim Kauf und Verkauf,

beim Berühren, Erleben und Pflegen?

Für die meisten unserer Besucher war dies die erste reflektierende Begegnung mit der Anonymität der Weber:innen, die die Tiefe ihrer Distanz zum System der Produktion, des Handels und der Ästhetik, das den Teppich umgibt, offenbart.

Die Geschichten der anonymen Weber:innen, die von ihrem Hass auf den Teppich sprechen und zwischen den zerrissenen Stücken verstreut sind, erfüllen das visuelle Vergnügen, das man aus der farbenfrohen, gemusterten Welt des Teppichmarktes zieht, mit einem Gefühl der Scham.

Es war die erste Begegnung mit dem Dissens, den wir in die Ausstellung bringen und mit der Öffentlichkeit teilen wollen: die Kluft zwischen der Realität, wie sie im aktuellen System der Teppichproduktion und des Teppichhandels existiert, und der Realität, wie sie unserer Meinung nach existieren sollte.

 

Konfrontation von Kultur und Macht

Aufbauend auf dem konzeptionellen Rahmen der Shared Anthropology positioniert sich unser Projekt an der Schnittstelle zwischen kritischer öffentlicher Anthropologie und kritischer öffentlicher Pädagogik. Diese Bereiche teilen das Engagement für kritisch bewusste, engagierte und belebende Praktiken, die in den öffentlichen Raum eingreifen und sich mit der umstrittenen Rolle der Kultur bei der Produktion, Verteilung und Regulierung von Macht auseinandersetzen. Innerhalb dieses Rahmens wird Wissen als gemeinsam verfasst verstanden – nicht allein vom Anthropologen produziert, sondern durch Prozesse des „Sharing-the-Anthropology” (Teilen der Anthropologie) generiert.

Dieser Ansatz behandelt multimodale Erzählungen und künstlerische Formen nicht als bloße „Objekte” oder „Ergebnisse” der Forschung, sondern als Formen der Untersuchung – als Wege, Wissen zu praktizieren, zu vermitteln und über akademische Enklaven hinaus zu verbreiten. Eine solche Verbreitung ist nicht nur wichtig, um wissenschaftliche Erkenntnisse öffentlich zugänglich und für Kritik offen zu machen, sondern auch entscheidend, um die Mitwirkenden des Projekts – in diesem Fall die Weber:innen – mit den Netzwerken von Wissen und Macht zu verbinden, von denen sie normalerweise ausgeschlossen sind. In diesem Sinne besteht die Rolle des Anthropologen darin, diese Begegnungen zu vermitteln und zu kuratieren und daran zu arbeiten, strukturelle Distanzen zu verringern, anstatt sie zu reproduzieren.

Das Projekt „Weaving Memories“, das von Anfang an als Intervention in das System der handgefertigten Teppichproduktion definiert wurde, zielt somit nicht nur darauf ab, die Arbeitsbedingungen sichtbar zu machen, sondern auch die epistemischen Hierarchien zu erschüttern: Es sollen alternative Räume geschaffen werden, in denen das Wissen, die Erzählungen und die ästhetischen Entscheidungen der Weber:innen die Bedingungen neu definieren können, unter denen Teppiche – und ihre Hersteller:innen – verstanden werden.

 

Entstehung einer neuen Kompetenz

Die Begegnung des Publikums beschränkt sich jedoch nicht darauf, sich mit der Anonymität und Unsichtbarkeit der Weberin auseinanderzusetzen. In „Weaving Memories“ haben wir in die Beziehung zwischen der Weber:in und dem Teppich eingegriffen, indem wir fragten: Was würde passieren, wenn man statt vorgefertigter, in Auftrag gegebener Muster seine eigenen Erzählungen und Ideen verweben würde? Die Ausstellung inszenierte die Begegnung des Publikums mit genau dieser Intervention: Was wäre, wenn diese anonyme Weber:in ihren eigenen Teppich gewebt hätte?

Nachdem er fast eine Stunde in der Ausstellung in Siegen verbracht und sich die Teppiche genau angesehen hatte, bemerkte ein Besucher: „Ich habe das Gefühl, dass die Auseinandersetzung mit diesen Teppichen – und mit dem, was sie hervorbringen – eine neue Art von Kompetenz erfordert, die ich erst lernen muss, indem ich mich in sie vertiefe und sie dann langsam erwerbe, um mich auf sie einzulassen.“

Unserer Ansicht nach ist die Anwesenheit des Publikums in der Ausstellung nicht nur eine Begegnung mit der Weber:in und ihrer Erzählung, sondern eine Begegnung mit einer Erzählweise und einer ästhetischen Form, durch die sie ihr Wissen über das Leben und das Weben miteinander verflochten hat. Es ist eine Begegnung mit einer neuen Form der Literatur und des Diskurses, die von der Weber:in selbst eingeführt wurde.

 

  • Die Kurator/innen Tahereh Aboofazeli und Arjang Omrani bei der Ausstellungseröffnung

    (© Karina Kirsten, SFB 1187, Universität Siegen)

 

Über die Ausstellung

Die Ausstellung „WE ARE NOT CARPETS: I tell you my story” war vom 6. bis 31. Oktober 2025 im poool, dem Kulturprojektraum der Gruppe 3/55 e.V., in Siegen zu sehen. Die Ausstellung wurde von von Tahereh Aboofazeli (Universität zu Köln) und Arjang Omrani (Universität Gent) kruatoriert und vom Sonderforschungsbereich 1187 „Medien der Kooperation” der Universität Siegen aus Fördermitteln der Deutschenm Forschungsgemeinschaft (DFG – Projektnummer 262513311) organisiert.

Fünf Künstler:innen aus der Region Nord-Khorasan im Iran nahmen an der Ausstellung teil und erzählten in acht lebensgroße Teppiche von ihren ganz persönlichen Geschichten. Die ausgestellten Teppiche luden die Besucher:innen dazu ein, über die verborgenen Geschichten und kulturellen Zusammenhänge nachzudenken, die die Herstellung und Bedeutung von Teppichen geprägt haben. Die Ausstellung regte dazu an, sich mit der Marginalisierung und Ausbeutung der Weber:innen auseinanderzusetzen und beleuchtete die kolonialen und kapitalistischen Verflechtungen der Ausbeutung, die bis heute nachwirken.

Die ausgestellten Teppiche sind das Ergebnis des gemeinsamen Forschungsprojekts „Weaving Memories“ von Tahereh Aboofazeli (Universität zu Köln) und Arjang Omrani (Universität Gent). Zehn Kunstweber aus dieser Region haben am Projekt „Weaving Memories“ teilgenommen. Unter ihnen sind die fünf Kunstweber Masoumeh Zolfaghari, Asieh Davari, Saheb Jamal Rahimi, Taqan Beik Barzin und Zohreh Parvin, die an der Installation in Siegen mitgewirkt haben, wobei Zoleikha Davari zusätzliche Unterstützung bei der Stabilisierung der Webarbeiten leistete.

12. November 2025
Neuerscheinung: communication +1 Sonderausgabe zu „Digital Sovereignty“
Erforschung der zeitgenössischen digitalen Politik
Neuerscheinung: communication +1 Sonderausgabe zu „Digital Sovereignty“

Erforschung der zeitgenössischen digitalen Politik

Als Folgepublikation zur SFB- Ringvorlesung im Sommer 2024 ist nun die Sonderausgabe zu „Digital Sovereignty“ bei communication +1 erschienen, herausgegeben von Christoph Borbach und Tristan Thielmann.

→ Zur Sonderausgabe

Über die Sonderausgabe

Diese Sonderausgabe befasst sich mit digitaler Souveränität als einem der bestimmenden, aber umstrittensten Konzepte der zeitgenössischen digitalen Politik. Während Souveränität traditionell mit dem Nationalstaat verbunden war, zeigen aktuelle Debatten – von Plattform-Governance und Datenkapitalismus bis hin zum Diskurs über souveräne KI – dass Macht zunehmend durch Unternehmensinfrastrukturen und algorithmische Systeme vermittelt wird. Die Sonderausgabe vereint inter- und transdisziplinäre Perspektiven aus den Bereichen Medien- und Kommunikationswissenschaft, kritische KI- und Datenforschung, Wissenschafts- und Technikforschung, politische Philosophie, Soziologie und Informationssystemforschung und untersucht, wie Souveränität in verschiedenen soziotechnischen Bereichen umgesetzt, verhandelt und neu konfiguriert wird. Anstatt Souveränität als stabiles Eigentum – von Staaten, Organisationen oder Individuen – zu behandeln, konzeptualisieren die Autor*innen sie als relationales und transformatives Konzept, das in Design, digitalen Praktiken und Technologien der Datenifizierung eingebettet ist. Die Beiträge zeigen, dass digitale Souveränität am besten als vielschichtiger Ort verstanden werden kann, an dem Infrastrukturen, Datenethik und Vorstellungswelten aufeinandertreffen, und stellen in den Vordergrund, wie Handlungsfähigkeit und Autonomie innerhalb der verflochtenen Mensch-Maschine-Ökosysteme des digitalen Zeitalters neu definiert werden. Auf diese Weise positioniert die Sonderausgabe die digitale Souveränität als zentrales Untersuchungsobjekt für Critical AI and Data Studies und bietet konzeptionelle Werkzeuge, um sich mit ihren Praktiken, ihrer Ethik, ihren Plattformen und Theorien auseinanderzusetzen.

Die Sonderausgabe enthält Beiträge unserer Mitglieder Tristan Thielmann, Teilprojektleiter von P04 „Precision Farming: Ko-operative Praktiken des Virtual Fencing“, und Christoph Borbach, Mitarbeiter von P04 „Precision Farming: Ko-operative Praktiken des Virtual Fencing“, zum Thema „The Digital Leviathan: Medializing Sovereignty for Critical AI and Data Studies” und anderen, darunter Leah Miriam Friedman, Gwen Lisa Shaffer, Renée Ridgway, Anne Mollen, Jose Francisco Marichal, Thomas Wendt, Stephan Packard, Dennis Lawo, Gunnar Stevens und Jenny Berkholz.

Über communication +1

communication +1 ist eine begutachtete Open-Access-Zeitschrift, die neue Ansätze fördert und neue Horizonte in der Kommunikationswissenschaft aus interdisziplinärer Perspektive eröffnet. Die Zeitschrift widmet sich insbesondere der Förderung von Forschungsarbeiten, die neue Forschungsbereiche erschließen und neue Grenzen theoretischer Aktivitäten ausloten, indem sie die Kommunikationswissenschaft mit etablierten und neuen Forschungsprogrammen in den Geistes-, Sozial- und Kunstwissenschaften verknüpfen.

04. November 2025
Report „War Sensing through the Telegram Archive of the War“
About the conference and data sprint (23.
Report „War Sensing through the Telegram Archive of the War“

About the conference and data sprint (23.- 25.09.2025)

The three-day hybrid event “War Sensing Through the Telegram Archive of the War” consisted of two interconnected parts: a public conference and a semi-public data sprint. The conference brought together around 40 participants, whereas the subsequent semi-public data sprint convened a group of about 20 scholars from various disciplines such as media and communication studies, sociology, engineering, data science and history, as well as practitioners from archival institutions and non-governmental organisations, including human rights monitoring and OSINT groups. 

Rooted in the interdisciplinary focus of the CRC 1187 “Media of Cooperation” with its praxeological approach to digital and data-based media, the conference and data sprint, co-organised by the “War Sensing” project (European University Viadrina and the CRC “Media of Cooperation”) and the Telegram Archive of the War (Center for Urban History in Lviv) opened up a framework for collaborative knowledge production addressing ethical challenges to work with archived social media data from multidisciplinary experiences. This event format is a continuation of the collaboration between the War Sensing project and the Center for Urban History and builds on the previous data sprint “Memory under Fire” with the Telegram Archive of the War (further: the Archive) organised in 2022 (see Bareikytė et al. 2024). In 2025, the collaboration continued the research on digital platform archives with contemporary questions, while addressing ethical implications of archiving user-generated content, and asking how to collaboratively work with ephemeral and fragile digital data.

As the ongoing Russia’s full-scale war against Ukraine is documented not only by institutions but also by civilians who record and share their experiences via digital platforms, Telegram plays a crucial role as a space for coordination, expression, information exchange, and collective sense-making (Nazaruk, 2022). The Archive, curated by the Center for Urban History in Lviv, thus captured a part of the digital dimension of the war. Since February 2022, the Center has been systematically archiving public Telegram channels related to the war, including those used for evacuation, OSINT, mutual aid, memes, infrastructures, or local reporting. The Archive, therefore, offered a unique basis for empirical, inventive and interpretive research into how war is experienced, represented and documented. 

 

Opening the conversation: Program summary of the events

The conference and data sprint was opened with an event on 22 September in Frankfurt (Oder) by Dr. Susanne Spahn (University of Passau), who presented her book “The Russia Network: How I became a Russia expert and why I can no longer be one today” [Das Russland-Netzwerk: Wie ich zur Russland-Versteherin wurde und warum ich es heute nicht mehr sein kann]. Moderated by Johanna Hiebl (European University Viadrina), the public event engaged a diverse audience of Frankfurt residents and university employees discussing the scale of Russia´s information influence in Germany. A specific focus was laid on how the so-called alternative media in Germany can be used as a mouthpiece for the propagandist narratives of the Russian regime or sabotage recruiting. 

On 23 September, the hybrid conference connected Frankfurt (Oder) and Lviv, with a keynote lecture by the event co-organiser Taras Nazaruk (Center for Urban History) about the context of establishment and curatorial ethics of the Telegram Archive of the War. Nazaruk outlined the ethical and contextual challenges of archiving digital communication from Telegram during the ongoing war. During the evening keynote sessions, Miglė Bareikytė (European University Viadrina) moderated a talk and discussion by Asia Bazdyrieva (University of Applied Arts Vienna) & Svitlana Matviyenko (Simon Fraser University) and a talk and discussion by Daria Hetmanova (Simon Fraser University). Bazdyrieva and Matviyenko outlined their notion of the “Labour of Witnessing” as an often invisible form of experience, examined through feminist and critical theory. They also reflected on how the environment exposes the complexities of war and makes them visible. The public conference concluded with a keynote talk by Daria Hetmanova, who presented her research into mechanisms and practices of detention and filtration on the temporarily occupied territories of Ukraine with an aim to understand how these detentive environments reproduce and extend through temporal and spatial dimensions.

The public talks were complemented by three tutorials focusing on the practical implementations of doing research with/on Telegram: Sayyara Mammadova (Atlantic Council) presented hands-on insights on how to start investigative processes with Telegram. Kateryna Maikovska (University of Vienna) brought the group into reflective work about doing digital ethnography on Telegram. Guillén Torres Sepulveda (Berkeley Human Rights Center), in his tutorial presented how exposure to sensitive content is not neutral, but can cause emotional and ethical challenges. He also highlighted how the investigator’s own agency influences both the interpretation and practice of doing digital investigations.  

 

Exploring War Through Data: Summary of the Data Sprint

During the data sprint, we invited scholars, archivists, civic tech and OSINT communities, and civil society actors to work collaboratively with selected datasets from the Telegram Archive of the War. The data sprint participants explored curated datasets by joining one of the following pre-defined research projects: detention and filtration, sabotage, crowd witnessing (cf. Andén-Papadopoulos, 2013) and trustworthiness of OSINT outputs (cf. Digital Method Initiative, 2024). Data sprint is an intensive research method that brings participants from interdisciplinary backgrounds to collectively analyse (digital) data in one space for a limited amount of time. Drawing on the open, experimental ethos of hackathons and barcamps, they foster interdisciplinarity through shared space, hands-on-data methods, and collaborative knowledge production (Venturini, Munk & Meunier, 2016). 

 

Group 1: Mapping Infrastructures of Filtration through the Telegram Archive of the War

The primary objective of the first group was to identify patterns in how infrastructures of filtration unfold beyond formal governance, focusing on the preparation and normalisation of filtration and detention practices that were discursively supported from the first day of the full-scale invasion. As a subproject of “Occupation Watch” (a CIDER initiative), this project aimed to contextualise and critically examine records issued by the occupiers by analysing Telegram channel messages and comments from pro-Russian sources. 

The group work was guided by the following research question: How do public Telegram communications reflect and document the filtration practices of Russian occupation in Ukraine, such as detention sites, and how these practices evolved over time? One has to remark here that also civilians documented their lived experiences of this control and administrative changes through local resistance, but following a do-no-harm approach for individuals now living under occupation, this data could not be considered during the data sprint. This is why the focus for the analysis was placed on Telegram communication close to narratives of the Russian regime. 

The project group was searching the Telegram Archive within the whole archived period from 28.02.2022 to 31.12.2023 for the keyword of “filtration” in Russian and coding Telegram data directly in the interface of the Archive. This allowed for an analysis of both the conduct of Russian combatants (via posts) and the motivations of the pro-Russian individuals participating in discussions (via comments). The group could trace back how pro-Russian channels portrayed the construction of filtration practices as “cleansing” or “curing” Ukraine of Western influence. This discourse, reinforced by hateful speech and dehumanising narratives, shows how digital communication spaces contributed to the conceptual and psychological infrastructure of violence exposing a horrifying mentality that justified atrocities, war crimes and the war itself.

 

Group 2: Sabotage on Telegram

The second group aimed to understand how sabotage is narrated in Telegram, and how sabotage is an example of a contemporary form of destabilisation and, especially, resistance during war. Ukrainian citizens and other resistance groups repurposed the platform to organise and deliberate upon the acts of sabotage, demonstrating its role not only as a tool for oppression but also as a tool of resistance to occupation, giving insights into how opposition is organised and sustained under Russian occupation in eastern parts of Ukraine and within Russia itself. 

The group investigated the following research questions: “How do the sabotage groups establish their presence on Telegram: what are their vernacular practices?” and “How is sabotage as a practice and the positionality of the authors are defined and metaphorised?” 

Their work delved into how these channels define and represent sabotage, establish their digital identities, and communicate their objectives to their audiences. Specifically, the group’s qualitative approach of in-depth analysis of selected messages focused on understanding how specific sabotage channels established themselves, communicated this establishment, and what topics and activities they talked about in the first months of their establishment. The group narrowed the focus to three anti-Russian public channels and conducted three rounds of open coding on the selected initial posts, developing categories related to positionality, self-reference, framing of actions, functions and narratives of the posts. 

This qualitative approach aimed not for a total representation of the channels‘ activities but for a deeper understanding of the foundational narratives and operational framing of sabotage-focused Telegram channels and is planned to be further developed in a co-authored academic paper.

 

Group 3: It has begun. The first hours of the invasion: witnessing the outbreak of the war through urban chats

Telegram platform also served as a chronicle of the war’s impact on civilians, documenting their responses during the first hours of the invasion. The third research group focused on how the outbreak and first hours of Russia’s full-scale invasion were witnessed and experienced by residents of one city in the eastern part of Ukraine. By analysing public Telegram chats from February 24, 2022, the group investigated the immediate social and informational dynamics of a city under attack. The research questions were the following: “How did the outbreak of the full-scale invasion become witnessable through Telegram?” and “What practices does it allow one to analyse in the context of invasion based on its representation on Telegram?”. The group investigated approximately 7,000 messages from city-based chats using a combination of distant and close reading techniques. For distant reading, the group used web-based text analysis to identify high-frequency words. For close reading, each group member took several keywords for a qualitative analysis and contextualisation. Afterwards, thematic coding revealed the most frequent concerns among residents, including transportation, shelters, medical, telecom, and food supplies, shelling/explosion, civilian harm, among others. The analysis highlighted an overwhelming sense of confusion and uncertainty, as citizens sought answers to urgent, life-critical questions while adapting to rapidly changing conditions, including the access to crucial societal services, including pharmacies, or questions about the potential attacks on civilians by the Russian troops. Despite the chaos, the data also revealed a process of civilian adaptation even during this first day. By the end of the day, alongside persistent uncertainty, messages of gratitude began to appear, directed toward the Ukrainian army and service providers.

At the end of the datasprint the third project group expressed interest in critically assessing the efficacy of methodologies such as distant reading or developing a context-specific glossaries to better interpret the unique linguistic and cultural nuances that have transformed since the beginning of the full-scale invasion.

 

Group 4: Evaluation of the trustworthiness of OSINT outputs on Telegram 

This oscillation between confusion and coordination mirrors the broader messiness of the information flux during the war, but also beyond. As communication intensified on social media, a dramatic increase in user-generated content emerged, some of which aimed to clarify this messiness, while others aimed to enlarge the noise. These dynamics of social media, with increased access to publicly shared Open Source Information (OSINF), introduce the need to and challenges in assessing the trustworthiness and authenticity of publicly shared content. 

Building on the Amsterdam Matrix (Digital Methods Initiative, 2024), an analytical framework and its application handbook published by the members of OSINT for Ukraine (Hiebl et al., 2025), the fourth project group aimed to test the Amsterdam Matrix and adapt this framework to Telegram’s specific platform affordances, focusin on two questions: “Which elements of the Amsterdam Matrix are adaptable to Telegram’s architecture?” and “What new parameters should be added to assess OSINT credibility within Telegram’s ecosystem?”. 

By exploratory analysis and collaborative qualitative coding of a small sample dataset of OS(INT)-labelled Telegram messages, the group observed a notable variation in textual and thematic formats of outputs. This led to informed proposals for modifying or replacing certain parameters of the Amsterdam Matrix – originally developed on the basis of posts from Twitter/X – to better suit Telegram’s platform affordances. A significant challenge noted by the group was assessing the large volume of low-quality and difficult-to-verify content. As a related side project, the team also explored methods for verifying the integrity of data within the archive to certify if content was altered by computational methods.

These verification challenges exemplify how methodological concerns are inseparable from effective sense-making in a chaotic information environment. Looking forward, this project group anticipates developing educational materials based on these findings and integrating AI into investigative workflows to scale-up and strengthen verification efforts.

 

A word of thanks from the organisers

The format of the hybrid conference and data sprint around the Telegram Archive provided a space to carry out hands-on-data research, discuss the intersection of different approaches and ethical challenges by drawing on specific thematic and temporal contexts. Beyond the specific findings of each research group, the data sprint surfaced several overarching themes concerning ethical and methodological challenges that came up while collaboratively working with the digital data archived by the Telegram Archive of the War. Participants grappled with issues regarding the research ethics such as anonymisation/pseudonymisation of user data, how to write about distressing and sensitive content from Telegram for a public audience, and navigating further issues, such as ensuring that no harm is caused to data producers, discussing the functionality of the tool and its potential improvements, and the future direction of research.

In times of war in Ukraine and thus in Europe, when ongoing Russia‘ s bombardment a make collaborative travelling to/from Ukraine and thus research in one place difficult, this hybrid conference and data sprint was a meaningful way to continue to do research despite these circumstances and engage with war-related issues that are pressing for participants from academia and praxis. As organisers of the workshop, we want to thank everyone who joined this workshop for their mutual support and collaboration.

Project “War Sensing” (Prof. Dr. Miglė Bareikytė & Johanna Hiebl) and The Center for Urban History/”Telegram Archive of the War” (Taras Nazaruk)

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Mi. 25. Februar 2026, 10:00 - 12:00 Uhr
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Der SFB hat seinen Hauptstandort an der Universität Siegen. Weitere Verbundstandorte sind an den Universitäten in Köln, Hagen, Bochum, Frankfurt/Oder, Bonn, Konstanz, Paderborn und Luxemburg angesiedelt oder werden in Kooperation mit diesen geleitet. Zudem bestehen enge Zusammenarbeiten mit renommierten internationalen Wissenschaftler*innen und außeruniversitären Einrichtungen u.a. in Chicago, Warwick, Basel, Waltham und Lviv.