SFB 1187 ›Medien der Kooperation‹ an der Universität Siegen

P02 - Medien der Praxeologie II: Zur Methodologiegeschichte der AV-Sequenzanalyse

 

 

Teilprojektleiter*innen:

Prof. Dr. Erhard Schüttpelz

Prof. Dr. Christian Meyer (Universität Konstanz)

Mitarbeiter*innen:

Dr. James McElvenny

         Dr. Clemens Eisenmann (Universität Konstanz)

Assoziiert:

Prof. Dr. Clemens Knobloch

         Dr.in Andrea Ploder (Konstanz)

         Dr. Christian Meier zu Verl

 

Die audiovisuelle Sequenzanalyse wurde ab 1950 in verschiedenen akademischen Kontexten erprobt und kann ab 1975 als etabliert gelten. Ihre Wurzeln reichen zurück bis zur Idee der „inneren Sprachform“ im Nachgang zu Wilhelm v. Humboldt, erste sequenzanalytische Arbeiten mit Filmmaterial finden sich in der Psychologie der 1920er und 30er Jahre. Die Entwicklung und Durchsetzung der audiovisuelle Sequenzanalyse bedeutete einen Wendepunkt in der empirischen Erforschung von Sprache und sozialer Interaktion, seit den 1950er Jahren hat sie zum Entstehen neuer Forschungszweige in unterschiedlichen Disziplinen beigetragen.

Ziel des Forschungsprojekts ist eine Rekonstruktion der Vor- und Frühgeschichte, Konsolidierung und deutschsprachigen Rezeption, Adaption und Methodifizierung sequenzanalytischer Datenpraktiken. Diese Geschichte berührt verschiedene Disziplinen, unter anderem Sprachwissenschaft, Anthropologie, Soziologie, Psychologie und angrenzende Kulturwissenschaften, aber auch die Geschichte des Dokumentarfilms. Das Teilprojekt reevaluiert damit zugleich die Entstehung der „Ethnography of Speaking“, Konversationsanalyse und interaktionalen Linguistik einschließlich ihrer Methoden- und Theoriegeschichte. Zusätzlich verfolgt das Teilprojekt zwei übergreifende Ziele: Die Erarbeitung einer Methodologie historischer Praxeologie sowie eine sozial-, kultur- und medientheoretische Auswertung sequenzanalytischer Grundannahmen und Forschungspraktiken.

 

 

2021

McElvenny, James. 2021. „Language complexity in historical perspective: the enduring tropes of natural growth and abnormal contact“. Frontiers in Communication 6:621712. https://doi.org/10.3389/fcomm.2021.621712.
Bergmann, Jörg, und Christian Meyer. 2021. Ethnomethodologie reloaded: Neue Werkinterpretationen und Theoriebeiträge zu Harold Garfinkels Programm. Herausgegeben von Jörg Bergmann, Christian Meyer, und . Bielefeld: transcript.
Knobloch, Clemens. 2021. „Zur Diffusion (kommunikations-) semantischer Modellgedanken aus dem Umkreis der deutschen Phänomenologie“. Histoire – Èpistemologie – Langage 2 (43): 83-112.
Knobloch, Clemens. 2021. „Symptom und Signal, Ausdruck und Steuerung in der vorsprachlichen Sozialregulation“. Journal für Psychologie 2 (29): 58-80. https://doi.org/10.30820/0942-2285-2021-2 .
Knobloch, Clemens. 2021. „Kurt Lewin und Fritz Heider in der Vorgeschichte der US-Kommunikationswissenschaft“. In Holisms of Communication. The early history of audio-visual sequence analysis, herausgegeben von James McElvenny und Ploder Andrea, 33-62. Berlin: Language Science Press .
McElvenny, James, und Andrea Ploder. 2021. Holisms of Communication: The early history of Audio-Visual Sequence Analysis. Berlin: Language Science Press.
McElvenny, James, und Andrea Ploder. 2021. „Capturing the Whole“. In Holisms of communication: The early history of audio-visual sequence analysis, herausgegeben von James McElvenny und Andrea Ploder, vii–xix. Berlin: Language Science Press.
Schüttpelz, Erhard. 2021. „Vom Dokumentensinn zur Dokumentarischen Methode. Kapitel Drei der ’Studies in Ethnomethodology’“. In Ethnomethodologie reloaded. Neue Werkinterpretationen und Theoriebeiträge zu Harold Garfinkels Programm, herausgegeben von Jörg/Meyer Bergmann, 81-98. Bielefeld: Transcript.

2020

McElvenny, James. 2020. „History and Philosophy of the Language Sciences Podcast“. https://hiphilangsci.net/category/podcast/.

2019

Schüttpelz, Erhard. 2019. „From Documentary Meaning to Documentary Method: A Preliminary Comment on the Third Chapter of Harold Garfinkel’s Studies in Ethnomethodology“. Human Studies, Nr. 2: 221-37.

2018

Meyer, Christian/Schüttpelz. 2018. „Warum gibt es überhaupt Medien, und nicht viel mehr nicht? Sprachtheorie nach fünfzig Jahren Ethnomethodologieund Konversationsanalyse“. In Sprachmedialität. Verflechtungen von Sprach- und Medienbegriffen, herausgegeben von Hajinalka/Lörincz Halász, 358-83. Bielefeld: Transcript.
Ploder, A. 2018. „Geschichte der qualitativen und interpretativen Sozialforschung im deutschsprachigen Raum nach 1945“. In Handbuch Geschichte der deutschsprachigen Soziologie, Band 1: Geschichte der Soziologie im deutschsprachigen Raum, herausgegeben von S. Moebius und A. Ploder, 735-60. Wiesbaden: Springer VS. https://doi.org/10.1007/978-3-658-07998-7_37-2.
Ploder, A. 2018. „Geschichte der Qualitativen und Interpretativen Forschung“. In Interpretativ Forschen. Ein Handbuch für die Sozialwissenschaften, herausgegeben von L. Akremi, N. Baur, H. Knoblauch, und B. Traue, 38-71. Weinheim: Beltz Juventa. https://doi.org/10.1007/978-3-658-07614-6_37.
Ploder, A. 2018. „How to Become an Ethnomethodologist: Breaching and Attitude Shift in the Work of Harold Garfinkel“. State College/Pennsylvania.

2017

Ploder, A. 2017. „Breaching and Gestalt-Switch: On the Significance of Trouble Making in the Work of Harold Garfinkel“. Montreal/Québec.
Ploder, A. 2017. „Starke Reflexivität. Autoethnographie und Ethnopsychoanalyse im Gespräch“. In Ethnografie und Deutung. Gruppensupervision als Methode reflexiven Forschens, herausgegeben von J. Bonz, M. Hamm, K. Eisch-Angus, und A. Sülzle, 421-38. Wiesbaden: Springer VS. https://doi.org/10.1007/978-3-658-15838-5_24.