Medien:Extraktivismus: 3. Spring School zu Klima & Medien
Friday, 17 April 2026 - Sunday, 19 April 2026

Keynotes, Workshops & Vorträge für Wissenschaft, Aktivismus und Zivilgesellschaft 

Sonne, Wasser, Wind und Boden tragen Bedeutungen und reichen weit über ihre materielle und ökonomische Macht hinaus. Ebenso verhält es sich mit seltenen Erden und Mineralien wie Gold, Kohle, Öl, Lithium und Kobalt. In ihnen offenbaren sich historisierte und materiell-diskursive Formen der Verbundenheit genauso wie Entflechtung, Rassifizierung und Entfremdung. Kolonialismus und Extraktivismus gehen Hand in Hand mit der ökologischen Beherrschung der Erde. Zugleich kann die gesellschaftliche Aushandlung der mit Extraktivismus verbundenen Klimakatastrophe Perspektiven auf Widerstand, Regeneration, Fürsorge, Vielfalt und Kreativität eröffnen. Sogenannte ‚Rohstoffe‘ erzählen von Grenzziehungen, Ausbeutung und Konflikten, aber auch von Sorge, Verbundenheit und neuen Formen des Zusammen(über)lebens. Angesichts von Ressourcen drängt sich die Frage auf, wie wir das Vorhandene in der Klimakatastrophe verteilen und nutzen wollen und wie wir Risiken gerecht verteilen. Fragen der Ressourcengerechtigkeit und Macht, der Repräsentation und gesellschaftlichen Teilhabe sind folglich untrennbar mit Prozessen medialer Vermittlung, sozialer und politischer Aushandlung und Symbolisierung verbunden. Angesichts der aktuellen technofaschistischen Regime müssen wir auch Extraktion als Gewaltform lokal und global mit proprietären technischen Infrastrukturen verbinden – im Ruhrgebiet und anderswo. Es ergeben sich dadurch neue soziale Perspektiven und Möglichkeiten intersektionaler Bündnisse, die einen anderen Blick auf postextraktive Landschaften erlauben. Erneuerbare Energietechnologien und Geoengineering stehen für Alternativen zu einer fossilen Welt, begleitet von medialen Bildern technischer, ‚grüner‘ Innovation. Aber auch sie perpetuieren extraktive Regime, oft verbunden mit Auslagerungen von Risiken, Verletzbarkeiten und Konflikten, wie sie etwa am Beispiel Wasserstoff auszumachen sind.

 

Die Spring School MEDIEN EXTRAKTIVISMUS setzt sich im Spannungsfeld von Medienkulturwissenschaft und Aktivismus damit auseinander, wie ‚Rohstoffe‘ gewonnen, genutzt, konstruiert, imaginiert und diskursiv verhandelt werden. Dabei wird die komplexe Verwobenheit von Materialität, medialer Inszenierung, Imagination und gesellschaftlicher Bedeutungszuweisung reflektiert:

 

  • Welche Bilder, Narrative und Frames prägen öffentliche Vorstellungen von Rohstoffen, Energiequellen oder nachhaltigen Alternativen?
  • Wie wird in journalistischen, sozialen und künstlerischen Formaten die Fragilität und Dringlichkeit von Ressourcen, aber auch ihre schöpferische Kraft der Heilung und der Sorge inszeniert?
  • Welche extraktiven Regime erzeugen algorithmische und cloudbasierte Systeme oder setzen sie fort?
  • Wie erzählen wir die mit KI und Cloud Computing verbundenen Wasser, Landnutzungs- und Energiekonflikte?
  • Wo können wir auch im Alltag Widerstand gegen extraktive Gewalt mobilisieren und praktizieren?

 

Die Spring School lädt Wissenschaftler:innen, Aktive und Journalist:innen ein, theoretische und empirische Zugänge zu Ressourcen als medienkulturelle Phänomene zu erproben. Im Rahmen der Spring School wollen wir nicht nur Diskurse und Repräsentationen analysieren, sondern auch neue performative und partizipative Kommunikationsformate denken. Ziel ist es, wissenschaftliche Perspektiven mit klimapolitischem Handeln zu verbinden und damit neue Impulse für eine kritische Analyse von medienbedingter Extraktion zu setzen, die das öffentliche Verständnis von Nachhaltigkeit kritisch erweitert und angesichts der Dringlichkeit zu handeln, Umgänge mit der Klimakatastrophe finde. 

 

Wir freuen uns auf Vorträge von und Workshops mit Migration Audio Archiv, Jakob Claus, Gerko Egert, Azadeh Ganjeh, Matthias Grotkopp, Mariette Kesting, Frederike Lange, Petra Löffler, Julia Nitschke, Maike Reinerth, Rémi Willemin und anderen.

 

Die Spring School wird organisiert von der Professur Gender Media Studies der Ruhr-Universität Bochum in Kooperation mit dem SFB 1187 Medien der Kooperation.
 

Zeitlicher Ablauf:

Freitag, 17. April 2026: 17:00 – 21:00 Uhr

Samstag, 18. April 2026: 10:00 – 21:00 Uhr

Sonntag, 19. April 2026: 10:00 – ca. 15:00 Uhr

Weitere Programminformationen folgen in Kürze.

 

Infos und Anmeldung

Wir bitten um Anmeldung an mail[æt]mediaclimatejustice.org

Das Orga-Team Alisa Kronberger, Julia Bee, Gerko Egert und Julia-Lena Reinermann 

Venue

KoFabrik
Quartiershalle
Stühmeyerstraße 33
44787 Bochum

Contact

Ruhr-Universität Bochum
Prof.*in Dr.*in Julia Bee
mail[æt]mediaclimatejustice.org


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