Lecture Series “Sensing Loss” 14 | Prof. Dr. Christiane Falck
Wednesday, 20 January 2027, 12:00-13:00 Organized by B04

Sensing Loss – Uni Köln goes r e t u r n: 60 Minutes AnthroLab.

„Umweltwandel am Sepik – die Nature Ministry und ontologische Politik“ 

Prof. Dr. Christiane Falck (Universität Göttingen)

  • Wednesday 12-1pm @ the department library, Department of Social and Cultural Anthropology, Uni Köln –

 

In der Sepik-Region Papua-Neuguineas verändert sich die Umwelt unter dem Einfluss des Klimawandels sowie menschlicher Eingriffe in das lokale Ökosystem tiefgreifend. Die Menschen vor Ort beschreiben diese Entwicklungen mit der Feststellung: „Nature“ habe begonnen sich zu verändern. Am Sepik ist „Nature“ jedoch nicht etwas, das außerhalb der menschlichen Sphäre existiert, sondern etwas, das eng mit ihr verbunden ist: mächtige Geistwesen und deren Materialität. Mein Vortrag untersucht, wie das Naturkonzept als Nature Teil der Lebenswelt meiner GesprächspartnerInnen wurde und es in einem von ungleichen Machtverhältnissen geprägten, polyvokalen Kontext mit unterschiedlichen Praktiken und Wissensformen verknüpft wird. Im Zentrum steht dabei die Nature Ministry, eine religiöse Bewegung, deren Mitglieder Beziehungen zu Busch- und Wassergeistern herstellten, um Wohlstand und Kontrolle über eine zunehmend unberechenbare Natur zu gewinnen. Der Vortrag fragt danach, wie Umweltwandel am Chambri-See erfahren, erklärt und praktisch bearbeitet wird und begreift Nature als eine Entität, die sich im Spannungsfeld unterschiedlicher, historisch miteinander verflochtener Weisen des In-der-Welt-Seins konstituiert. In ihr verdichten sich Verflechtungen von Christianisierung, kolonialer Transformation und lokalem Wissen. Umweltwandel erscheint dabei als Krise und Neuverhandlung der Beziehungen zwischen Menschen, Geistern, Landschaften, Wissen und Macht.

 

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The lecture series Sensing Loss connects anthropological thinking across university and museum spaces. Social and cultural anthropologists at all career stages discuss their ongoing research to explore how people sense and make sense of loss. Sensing Loss asks how loss is experienced, embodied and spatialized – and how displacement, dispossession and past injustices can become sources for new future-making practices. Experiences of loss, their confrontation, and the ways in which people try to come to terms with them – and find ways to r e t u r n – are as diverse as the situations in which people experience colonialism, violence or marginalization.

The public lectures discuss how grief, loss and remembrance can become resources for articulating claims on the present, and for shaping new connections between people and places, past and future. In resonance with the exhibition r e t u r n at the RJM, the lectures engage with diverse moments and forms of grief, nostalgia and memory work, as well as with joint departures into new futures.

Venue

Bibliothek des Instituts für Ethnologie
Köln