SFB 1187 ›Medien der Kooperation‹ an der Universität Siegen

B05 - Frühe Kindheit und Smartphone. Familiäre Interaktionsordnung, Lernprozesse und Kooperation

 

Teilprojektleiter*innen:

Prof. Dr. Jutta Wiesemann 

Mitarbeiter*innen:

Clemens Eisenmann

Inka Fürtig

Jochen Lange

Dr. Bina Elisabeth Mohn

Weitere Forscher*innen im Team:
Anja Dreschke, Pip Hare, Sebastian W. Hoggenmüller, Susanne Minke, Claudia Rühle, Astrid Vogelpohl, Erik Wittbusch

Studentische Mitarbeiter*innen: Laura Heller

 

Im Teilprojekt werden Medienpraktiken von Kindern im Alter von 0 bis 6 Jahren untersucht. Die rapide Verbreitung und allgegenwärtige Präsenz von Smartphones – so die These – haben grundlegenden Einfluss auf Lern- und Sozialisationsprozesse in der frühen Kindheit. Dies gilt insbesondere für den familiären Bereich, dem Ort der primären Mediensozialisation. Alltägliche Situationen des Smartphone Gebrauchs in Familien sind das Feld, ihre kooperativen Medienpraktiken der Gegenstand des Projekts. Wir fragen nach der Gestalt interaktiver (Medien-)Praktiken, nach Aneignungsprozessen und Ordnungen des Wissens und Lernens. Dabei liegt ein besonderes Augenmerk auf den sich gegenwärtig vollziehenden Veränderungen im Verhältnis von Öffentlichkeit und Privatheit, Anwesenheit und Abwesenheit. Um dies zu erforschen, werden medienethnographische Verfahren der radikalen Zuwendung auf soziale Praxis erprobt und weiter entwickelt: ethnographisch dichtes Beschreiben, das „dichte Zeigen“ der Kamera-Ethnographie und die ethnomethodologische Sequenzanalyse. Situierte Praktiken im Feld werden durch situierte (Medien-)Praktiken des Forschens untersucht und zur Darstellung gebracht.

Ausstellung „Das bist Du!“ Frühe Kindheit digital

 

Ergebnisse aus der Kamera-Ethnographie wurden in Form der Ausstellung „Das bist Du!“ Frühe Kindheit digital öffentlich gezeigt (Siegerlandmuseum, Siegen, 16.09.2018 bis 06.01.2019). Die Video-Installationen dieser Ausstellung machen auch für ein breiteres Publikum beobachtbar, wie digitale Medienpraktiken in der frühen Kindheit die Selbstbezüge, den Bezug auf Andere, die Sachbezüge und das Familie-Sein mit konstituieren.

 

 

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Publikationen

Aktuell

In ihrem reflexiven Forschungsverständnis ist die Kamera-Ethnographie kulturanthropologisch beheimatet und zugleich durch die soziologischen Laborstudien und ihren empirischen Konstruktivismus geprägt. Radikaler jedoch, als in der Soziologie üblich, wird bildgebender Kameragebrauch an die Blicksuche ethnographischer Autor/innen und ihre unverzichtbare Präsenz beim Forschen geknüpft; radikaler wiederum als in der Ethnologie üblich, besteht die Kamera-Ethnographie auf beobachtender Differenz und disziplinär verortbaren Sichtweisen.

Mohn, Bina Elisabeth. 2018. Kamera-Ethnographie: Schauen, Sehen und Wissen filmisch gestalten. In: Handbuch Filmsoziologie, hg. von Alexander Geimer, Carsten Heinze, und Rainer Winter. Wiesbaden: Springer VS.

 

Im Erscheinen

 

2018

 

2017

 

2016